Kusel Volksbank Lauterecken macht mehr Umsatz, mehr Zinsgewinn

Die Lauterecker Volksbank ist zwar ein sehr kleines Institut, sieht sich aber gut aufgestellt für eine weitere Eigenständigkeit.
Die Lauterecker Volksbank ist zwar ein sehr kleines Institut, sieht sich aber gut aufgestellt für eine weitere Eigenständigkeit. Gebührenerhöhungen sind für dieses Jahr erneut keine vorgesehen, sagt der Vorstand: »Wir fahren gut mit unseren Gebührenmodellen.«

„Manchmal fragen wir uns selbst, wie es so gut laufen konnte.“ Klaus Gerber, Vorstandssprecher der Volksbank Lauterecken, zeigte sich am Dienstag verwundert lächelnd ob der guten vorläufigen Ergebnisse seines Instituts. Denn während anderenorts Geldhäuser mit sinkenden Zinsüberschüssen und daher mit niedrigeren Jahresergebnissen zu kämpfen haben, haben die Lauterecker Genossen bei beiden Positionen zugelegt.

Gerber und sein designierter Nachfolger im Vorstand, Tim Blumenberg, wollen das überplanmäßige Wachstum keineswegs nur auf die Übernahme der Filiale Wolfstein Anfang November zurückführen, die bis dahin zur Volksbank Kaiserslautern gehört hatte (wir berichteten mehrfach). Dass diese Übernahme einiges an zusätzlichen Kunden und damit an Kundengeldern für die Bilanz gebracht hat, wenn auch zu diesem frühen Zeitpunkt noch kein neues Kreditgeschäft, ist unbestritten. Doch vor allem bedeutet die Wolfsteiner Übernahme (Gerber: „Wir sind sehr froh darüber, dass das geklappt hat“) derzeit ein ganzes Stück mehr Arbeit, weil die Kundenkonten von Kaiserslautern nach Lauterecken transferiert werden müssen. „Die Kaiserslauterer und wir arbeiten da an der Kapazitätsgrenze“, räumt Blumenberg ein.

Umstrukturierungen und Weiterbildungen haben's gebracht

Das Wachstum kommt also in erster Linie aus anderen Feldern. „Wir haben in den vergangenen Jahren intern einiges umstrukturiert und viel in die Weiterbildung unserer engagierten Mitarbeiter investiert. Das zahlt sich jetzt aus“, betont Gerber und richtet auch einen kleinen Seitenhieb Richtung Kreissparkasse: „Es hat uns geholfen, dass der größte Mitbewerber vergangenes Jahr seine Gebühren deutlich erhöht hat. Die Kunden sind inzwischen wechselwilliger geworden.“ Das erhöhte Kreditvolumen entstamme allen möglichen Sektoren – aus dem privaten Wohnungsbau (vornehmlich im Bereich Otterbach) ebenso wie aus der Wirtschaft. Und das erhöhte Kreditvolumen habe auch dazu geführt, dass der Zinsüberschuss – Haupteinnahmequelle kleiner regionaler Institute – in Lauterecken sogar leicht gestiegen ist. Viele andere Institute beklagen hier einen Rückgang.

Richtige Einschätzung der Zinsentwicklung vor Jahren

Hinzu komme: „Wir haben vor einigen Jahren genau richtig gelegen mit unserer Einschätzung der Zinsentwicklung.“ Folge: Die Lauterecker Genossen haben in Erwartung einer lang anhaltenden Niedrigzinsphase sehr stark in langfristige, höher verzinste Kapitalanlagen investiert. Davon profitieren sie jetzt. Und: Neben den eigenen Geschäften holt die Volksbank Lauterecken immer mehr Gewinn aus Provisionsgeschäften – aus Geschäften, die sie an Verbundpartner vermittelt und die nicht in der Bilanz auftauchen. Im vergangenen Jahr waren das 1,6 Millionen Euro Provisionen, 240.000 Euro mehr als 2016.

Jahresergebnis beläuft sich auf 1,16 Prozent der Bilanzsumme

Gerber verweist noch auf eine weitere Zahl: Das Jahresergebnis belaufe sich auf 1,16 Prozent der Bilanzsumme. „Man sagt normalerweise, alles ab 1 Prozent ist gut.“ Vor drei Jahren, als noch die Fusion mit Glan-Münchweiler untersucht wurde, belief sich die Prognose für 2017 auf 0,65 Prozent. Vor diesem Hintergrund wird der Vorstand der Vertreterversammlung im Sommer erneut die Zahlung einer Dividende von 6,5 Prozent vorschlagen. Gerber: „Warum sollen wir unseren Eigentümern auch weniger auszahlen, wenn es gut läuft.“

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