Kusel Vier Regionen, ein gemeinsamer Weg

OBERWEILER IM TAL. Mit Rudi Kochenburger hat die Bezirkssynode des neuen Dekanats „An Alsenz und Lauter“ einen erfahrenen kirchlichen Laien als Vorsitzenden gewählt. 38 Jahre schon engagiert sich der 64-Jährige aus Oberweiler im Tal in unterschiedlichen Kirchengremien, derzeit auch als Mitglied von Landessynode und Kirchenregierung. Welche Themen in den kommenden fünf Jahren im größten Kirchenbezirk der Landeskirche erwartet werden, verriet Kochenburger im Interview mit Susanne Cahn.
Der Vorsitzende ist für den geordneten und reibungslosen Ablauf der Synode verantwortlich. Er achtet darauf, dass alle Stimmen zu Wort kommen. Kraft Amtes ist er zudem Mitglied im Bezirkskirchenrat. Dieses Gremium gestaltet kirchliches Leben auch zwischen den Synodentagungen verantwortlich mit. Und der Bezirkskirchenrat erstellt die Tagesordnungen für die Synoden. Neben Pflichtaufgaben wie Jahresrechnung und Haushalt werden Sie sicher auch Aktuelles diskutieren? Das hoffe ich sehr! Wir werden mit Sicherheit dafür sorgen, dass wichtige Themen wie etwa Diakonie zur Sprache kommen. Finanzen werden uns ebenfalls beschäftigen. Jetzt geht es zunächst darum, als neuer Kirchenbezirk zusammenzuwachsen. Damit die vier Regionen Rockenhausen, Lauterecken, Winnweiler und Otterbach sich auf einen gemeinsamen Weg machen. Klar wird es darauf ankommen, was der künftige Dekan hier für Ideen einbringt. Aber auch der Bezirkskirchenrat wird Akzente setzen, damit es gut funktioniert. Als langjähriger Leiter der Sozial- und Lebensberatung in Lauterecken liegt Ihnen Diakonie auch im Ruhestand am Herzen? Diakonie ist eine Herausforderung, gerade auch wegen der Flüchtlinge. Es ist wichtig, dass Kirche da einen Blick drauf hat. Aber auch andere Menschen brauchen uns weiterhin. Ich wünsche mir, dass aus den vier Regionen eine diakonische Kraft wird. Gleiches lässt sich auf das Thema Jugendarbeit übertragen: Wir müssen uns dem Nachwuchs zuwenden. … weil die Kirchenmitgliederzahlen sinken? Als ich vor 38 Jahren mit der kirchlichen Gremienarbeit begonnen habe, waren wir im Dekanat Lauterecken noch fast 17.000 Gemeindemitglieder. Heute sind es aufgrund des demografischen Wandels noch 10.000. Das ist schon eine Zahl! Rockenhausen hat noch etwa 7000 Gemeindemitglieder, das ist gerade mal so viel, wie manche große Kirchengemeinde zählt. Solch kleine Einheiten waren in Bedrängnis gekommen. Mit der Fusion haben wir uns dem jetzt gestellt. Denn es stellt sich doch die Frage, ob Kirche sich noch leisten kann, solch ein Management aufrecht zu erhalten; zu einem Dekanat gehören ja viele Aufgaben. In der neuen, großen Struktur wird sich jetzt alles besser verteilen. Ganz wichtig ist, dass die Kirchengemeinden erhalten bleiben. Die Kirche bleibt im Dorf. Ob aber das Dekanat in Lauterecken oder in Otterbach sitzt, ist für die meisten Gemeindeglieder eher zweitrangig. Ist Lauterecken im neuen Kirchenbezirk gut vertreten? Ja. In den Verantwortungspositionen hat die Bezirkssynode darauf geachtet, dass alle Regionen gut vertreten sind. Das ist für den Einstieg ganz wichtig. Die Anzahl der synodalen Mitglieder ist rechtlich geregelt und somit nicht verändert worden. Übrigens ist der neue Kirchenbezirk mit neun Personen nun auch sehr stark in der Landessynode vertreten. Kennen Sie denn schon alle 120 Bezirkssynodalen? Alle nicht, aber recht viele. Das liegt daran, dass ich seit vielen Jahren in kirchlichen Gremien unterwegs bin, als Presbyter und im Bezirkskirchenrat. Von meiner früheren Arbeit in Rockenhausen kenne ich ebenfalls viele Gemeinden. „An Alsenz und Lauter“ wird ab Juni in der Protestantischen Landeskirche das größte Dekanat sein. Lassen Sie uns auch einen Blick auf die Kleinen werfen: Wie lange wird es den Kirchenbezirk Kusel noch geben? Für Kusel bin ich nicht zuständig. Ich denke aber, die Verantwortlichen in Kusel machen sich selbst auch Gedanken, wie sie den demografischen Veränderungen begegnen werden. (suca/Archivfoto: Sayer)