Kusel Viel Enttäuschung, wenig Überraschung

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Politisch Verantwortliche aus der Region haben mit Enttäuschung, aber ohne große Überraschung auf das Urteil des Verwaltungsgerichts Neustadt reagiert, wonach das für 2018 verhängte Kanuverbot auf dem Glan zwischen Lauterecken und Meisenheim rechtens sei. Sie hoffen unisono, dass es noch eine Lösung geben wird, die das Paddeln auch auf dieser Strecke ermöglicht.

Das Verwaltungsgericht hatte die Verordnung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd bestätigt, die für 2018 ein Kanuverbot verhängt hatte, weil rund 600 morsche Bäume entlang der Strecke eine Gefahr für die Wassersportler bedeuteten. Das Fällen der Bäume hatte zuvor der Bund Umwelt und Naturschutz verhindert. Nicht verhandelt wurde die neuerliche Anordnung, die das Kanuverbot auf unbeschränkte Zeit ausdehnt. Landrat Otto Rubly war nicht überrascht vom Urteil, nannte es einen Rückschlag für die Tourismusbemühungen. Er will prüfen, ob und in welcher Form der Kreis sich hier einschalten kann; ob es möglich sei, einen Teil der fraglichen Bäume so zurückzuschneiden, dass sowohl die Belange des Naturschutzes als auch die Interessen des Tourismus gewahrt würden. Aber eine schnelle Lösung, falls überhaupt eine, werde es hier nicht geben können. Er verstehe, sagte Rubly, dass für viele Bürger das Verbot nicht nachvollziehbar sei, weil nur eine Interessengruppe mit Verweis auf die Gefahr von der Nutzung ausgeschlossen sei. In einigen Aspekten sei das auch für ihn nicht nachvollziehbar. Meisenheims Verbandsbürgermeister Dietmar Kron und Stadtbürgermeister Gerhard Heil zeigten sich gestern tief enttäuscht. Das Urteil und das Kanuverbot treffe die Stadt Meisenheim hart. Früher seien oft Kanutouristen in Lauterecken eingestiegen, nach Meisenheim gepaddelt und hätten dort entweder konsumiert oder zum Teil sogar eingekauft. Diese Gruppe fehle jetzt. 100 bis 200 befahrbare Meter Richtung Odenbach könnten schon helfen, die Kanu-Rundfahrten wieder attraktiver zu machen. Hier wolle man mit der SGD reden. Noch am Vormittag hatte es ein Treffen der Bürgermeister der Verbandsgemeinden Lauterecken-Wolfstein, Meisenheim und Sobernheim gegeben. Alle drei hätten versichert, sie würden die Vereinbarung zur Förderung des Kanutourismus weiter verfolgen. Hier stehen laut Kron rund 40.000 Euro Förderung aus dem Leader-Programm zur Verfügung, um Infrastruktur auszubauen. Das werde Meisenheim nun zunächst allein angehen – etwa bei Anlegestellen oder Bänken. Andreas Müller (Lauterecken-Wolfstein) bedauerte es, dass perfekte Tourismus-Voraussetzungen nun nicht mehr voll genutzt werden könnten. Denn entlang der fraglichen Strecke kämen der Glan, die Draisinenstrecke, Wander- und Radwege zusammen. Für den überraschenden Umstand, dass die SGD Süd Kanufahren verbiete, die SGD Nord, ab der Kreisgrenze zuständig, aber nicht, hat er eine Erklärung: Im Süden sei im Wesentlichen die SGD Eigentümerin der Uferflächen, trage also die Verantwortung für die Gefahrenabwehr. Im Norden, wo zudem weniger Bäume stünden, seien es in erster Linie Privatbesitzer.

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