Kusel „Unsere Zeit ist eigentlich immer knapp“

Kusel. Seit einigen Wochen steht in Rheinland-Pfalz zur Diskussion, ob zusätzliche Pfingstferien für die Schüler von Nöten sind. Gerade nach dem vergangenen Schuljahr, in dem die Sommerferien extrem spät begannen, sehen sich die Befürworter dieser Ferien bestätigt. Pünktlich zum Beginn der Herbstferien haben wir uns bei den Schulen im Kreis umgehört.
Für Angelika Gröneveld-Olthoff, Leiterin des Gymnasiums in der Kreisstadt, wäre es allerhöchstens eine Option, an den Herbstferien ein paar Tage abzuzwacken, um somit das Pfingstwochenende vielleicht ein wenig zu verlängern. „Das Problem ist, dass für uns die Zeit eigentlich immer knapp und eine Verlegung freier Tage nicht so einfach ist“, erklärt sie. Außerdem sei das zweite Halbjahr sowieso von vielen Feiertagen und langen Wochenenden zerstückelt, so dass noch eine zusätzliche ganze Woche schlichtweg zu viel sei. Für die Direktorin der BBS in Kusel, Ilse Klein-Schmidt, besteht noch ein ganz anderes Problem: „Bei uns wird genau zu dieser Zeit die Prüfung zur Fachhochschulreife und das Abitur geschrieben, da kann man nicht einfach mal eine Woche Ferien dazu machen.“ Deshalb gebe es auch im Kollegium rege Diskussionen, was möglich wäre und was nicht. „Gerade an Fasching fände ich es zum Beispiel sinnvoller, ein oder zwei Tage hinzuzufügen. Vor allem wegen Altweiberfasching am Donnerstag davor“, fügt sie hinzu. Außerdem sei zwischen Weihnachten und Ostern in der Regel sowieso ein größerer Zeitraum als zwischen Ostern und den Sommerferien. Gegen Schuljahresende seien diese Ferien dann einfach eine Motivationsbremse, so die Direktorin. So sieht es auch Karin Ding, die das Veldenz Gymnasium in Lauterecken leitet: „Aus meiner Sicht muss in einem Schuljahr Kontinuität im Unterricht sein.“ Dennoch tendiert sie zu einer flexiblen Regelung, je nachdem wie kurz oder lang ein Schuljahr eben ist. „Meistens werden bei uns zu dieser Zeit noch letzte Klassenarbeiten geschrieben, oder sowohl der Schüleraustausch nach Frankreich und Polen als auch die MSS-Fahrten finden statt“, erläutert sie die Probleme. Aber die Schulen könnten diese Entscheidung nicht alleine treffen. Es gehe in diesem Fall ja nicht nur um die Ferien alleine, sondern auch um Tourismus und Verkehr – das hänge schließlich auch mit den Ferien zusammen. „Deshalb sind die Sommerferien schon auf die nächsten zehn Jahre von der Kultusministerkonferenz geplant – diese stehen also immer fest, und da ist nix zu machen“, erklärt Ding. Darum sei die flexible Lösung, sich je nach Schuljahreslänge zu richten, wohl die einzige Möglichkeit, solche Pfingstferien einzuführen. Uwe Steinberg, Leiter der IGS Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr, findet solche Pfingstferien „unsinnig“ – gerade wegen der vielen Feiertage. „Für die Kollegen, die ihr Fach nur ein oder zweimal in der Woche unterrichten, sind die vielen freien Tage dazwischen sehr undankbar. Die haben dann jede Menge Ausfall“, erläutert er. Auch er fände ein paar Tage zu Fasching zusätzlich besser. „Die Pfingstferien zerstückeln das Schuljahr nur noch mehr am Schluss. Dann kriegt man – verständlicherweise – die Schüler gar nicht mehr motiviert.“ Auch die Schulelternbeiräte beschäftigen sich mit dem Thema: Beate Porcher, Schulelternsprecherin des Veldenz Gymnasiums in Lauterecken, ist „dafür, weil dreieinhalb Monate zwischen Ostern und Sommer zu lang sind.“ Gerade in den beiden kommenden Jahren seien die Sommerferien wieder so spät wie in diesem Jahr, da sei eine flexible Lösung für ein paar Tage dazwischen angebracht. „Wir haben auf der Homepage des Veldenz Gymnasiums dafür extra einen Link zur Elternumfrage des Landeselternbeirats eingerichtet. Dort können die Eltern dann gerne mit abstimmen“, teilt Porcher mit. Ludwig Probst, Schulelternsprecher an der IGS Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr, ist verwundert darüber, dass dieses Thema auf den Tisch kam. „Scheinbar ist das dieses Jahr ein Wunschkonzert mit den Schulferien“, findet er. Er ist der Meinung, dass die aktuelle Regelung die beste ist: „Einzig dieses Jahr und nächstes Jahr ist es schwierig, weil die Sommerferien so spät sind, aber deswegen diese Diskussion loszutreten, das ist Unsinn.“ Anfang November sei eine Elternbeiratssitzung geplant, „dann wird das genauer geklärt.“ (uck)