Kusel Tränen und unbändige Freude

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Um 21.32 Uhr war die Entscheidung für die 40. Kuseline gefallen: Milena Keiper aus Glanbrücken wird im kommenden Jahr den Landkreis Kusel repräsentieren. Bei der Wahl am Donnerstagabend auf Burg Lichtenberg hatte sich die 19-Jährige gegen drei Mitbewerberinnen durchgesetzt.

„Die 40. Kuseline ist (…) Milena“, verkündete Amtsinhaberin Jessica Ulrich, die in zwei Wochen an der Kuseler Herbstmesse aus dem Amt scheidet. Die Langenbacherin kämpfte kurz mit den Tränen: „Mir wurde in dem Moment so richtig bewusst, dass es bald vorbei sein wird. Aber jetzt freue ich mich auf die letzten Wochen und vor allem für Milena“, ergänzte sie. Die 19-Jährige aus Glanbrücken konnte es nicht so recht fassen. Die Nervosität, die sie vor, während und nach dem Gespräch mit der Jury begleitete, wollte trotz des Applauses im Gewölbekeller der Zehntscheune so schnell nicht verfliegen – noch Minuten nach der Verkündung und den ersten Fotos zitterte sie wie Espenlaub. „Ich freue mich auf ein schönes, erlebnisreiches Jahr“, brachte sie dann doch heraus, nachdem sie ihre Vorgängerin Jessica Ulrich umarmt hatte. Ulrich überreichte ihr ein kleines Geschenkset mit einem Terminplaner, einem Stift zum Unterschreiben der Autogrammkarten, einer Flasche Likör sowie eine kleine grüne Schleife mit einigen Sicherheitsnadeln zum Befestigen der Schärpe. „Das wirst du auf jeden Fall brauchen.“ Rund zwei Stunden zuvor war Milena Keiper als zweite von vier Bewerberinnen in den Gewölbekeller zur Jury gebeten worden. Sie hatte sich in der Vorstellungsrunde wacker geschlagen, verriet, dass sie lieber Dialekt als Hochdeutsch spricht und Wert auf Manieren legt. „Guten Tag sagen und höflich sein“, gehöre für sie zum Alltag, sagte die 19-Jährige, die bei der Simona AG in Kirn eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolviert. Jurymitglied Markus Voborsky interessierte sich aus beruflichen Gründen für Milena Keipers langes blondes Haar. Ob er da etwas verändern dürfe, fragte er. Sie sei diesbezüglich flexibel, aber: „Auf jeden Fall nicht ganz kurz.“ Die Stimmung unter den auf der Außenterrasse der Zehntscheune wartenden jungen Frauen war trotz aller Nervosität sehr gut. Sie unterhielten sich über Handball, Reisen, die Lehrer an der Berufsbildenden Schule, die Ausbildung und Pokémon Go. „Pokémon, das war die Zeit in der Grundschule“, warf eine der jungen Frauen ein, die es amüsant findet, dass auch zahlreiche Erwachsene auf der Suche nach den virtuellen Tierchen durch die Straßen irren. Ab und an kam die Nervosität dann doch wieder durch. „Wie habt ihr euch vorbereitet?“, „Glaubt ihr, es wird schlimm?“ und auf viele weitere Fragen versuchten die Bewerberinnen eine Antwort zu finden, ehe sie nacheinander „in die Höhle der Löwen“ – so schlimm ist die Jury jetzt wirklich nicht – gerufen wurden. Generell war von Konkurrenzkampf unter den jungen Damen nichts zu spüren. „Es ist toll, dass wir uns so schnell so gut verstehen“, schilderte eine Kandidatin. Trotz aller Fairness verrieten die Gesichter nach der Verkündung auch eine gewisse Enttäuschung. Aber vielleicht ergibt sich ja für die eine oder andere nächstes Jahr noch einmal eine Chance. Sie haben jedenfalls signalisiert, dass sie es noch einmal versuchen wollen, sie haben nur offengelassen wann. Für Milena Keiper begannen bereits gestern die Vorbereitungen auf die Kuseler Herbstmesse in zwei Wochen. „Ich habe vor drei Wochen meine Ausbildung begonnen. Jetzt muss ich schauen, dass ich irgendwie frei bekomme.“ |dgg/hlr

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