Kusel Stolpersteine: Zwei weitere werden verlegt

Lauterecken. Nachdem am 20. August vergangenen Jahres zwölf Stolpersteine im Gedenken an die ermordeten und emigrierten Lauterecker Juden von Bildhauer Gunter Demnig in der Innenstadt verlegt wurden, soll das Werk am morgigen Freitag, 14 Uhr, vervollständigt werden.
Bei Recherchen von Stadtarchivar Jan Fickert sind Informationen zu zwei weiteren Opfern der Nazizeit aufgetaucht. Dabei handelt es sich um den von den Nazis als „Halbjuden“ bezeichneten Lauterecker Walter Nesseler und um den polnischen Zwangsarbeiter Jan (Johan) Lichowsky. Walter Nesseler wurde am 11. Juli 1927 als Sohn des Katholiken Luitpold Ludwig Nesseler und der Jüdin Jenny Löb in Lauterecken geboren. Er kam als Zwangsarbeiter ins Arbeitslager Lenne/Niedersachsen, wo er am 17. Januar 1945 nach offiziellen Angaben an Diphtherie verstarb. Jan (Johan) Lichowsky, geboren am 21. Juni 1913 in Zaleska Wola im Karpatenvorland, kam 1941 als polnischer Zwangsarbeiter nach Einöllen. Nachdem sein Verhältnis zu einer deutschen Frau bekannt wurde, wurde er der Geheimen Staatspolizei übergeben. Am 27. Februar 1942 wurde der Pole im Wald bei Lauterecken öffentlich hingerichtet. (bgi) Info Zur Verlegung der Steine haben sich unter anderem die beiden Brüder von Walter Nesseler angekündigt. Die Stolpersteine werden morgen, Freitag, vor der Apotheke und dem ehemaligen Haus Löb verlegt. Treffpunkt ist um 14 Uhr der Wappensaal des Veldenz-Schlosses.