Kusel Spaß und Leidenschaft sind wichtig

Wolfstein. Sein eigenes Ziel übertroffen hat Simon Jagoda, der mit einem Notenschnitt von 1,1 das beste Abitur am Veldenz Gymnasium Lauterecken ablegte. Der musikbegeisterte 19-Jährige hat nach dem Abiturstress nun den Kopf frei, um möglichst objektiv seine Optionen zu überdenken und die richtige Wahl für das Studium zu treffen. Ein Geheimrezept für kommende Schülergenerationen hat er nicht, aber er ist sicher: „Was du säest, wirst du ernten.“
„Konkurrenzdenken führt zu nichts“, weiß der 19-Jährige. Viel wichtiger sei es, sich auf sich selbst zu konzentrieren und die eigenen Ansprüche zu erfüllen. Da verwundert es auch nicht, dass es ihm nicht wichtig war, der Jahrgangsbeste zu werden und er sich auch für einen seiner Mitschüler gefreut hätte. Sein Ziel war ein Notenschnitt von 1,3 und er pflegt seine Ziele „so gut wie nur möglich zu erreichen“. Ein Geheimrezept habe er nicht direkt, jedoch müsse man zielstrebig arbeiten nach dem Motto „ganz oder gar nicht“. Wichtig sei es, die individuell richtige Fächerkombination zu finden, um mit Spaß und Leidenschaft dabei zu sein. In der Unter- und der Mittelstufe habe er viel mehr Zeit für die Schule investiert als in der Oberstufe. Die Prüfungsvorbereitungen in seinen Leistungskursen Geschichte, Deutsch und Französisch startete er direkt nach Weihnachten. Die mündliche Prüfung legte er im März in Mathematik ab. „Dort musste ich mich sehr konzentrieren, hochdeutsch zu sprechen“, erzählt Jagoda lachend. Das Pfälzische sieht der in Englisch, Französisch und Latein geschulte Absolvent als ein Stück Identität an. Noch ist nicht ganz sicher, wohin es den Wolfsteiner zum Studienbeginn im Oktober verschlagen wird und auch die Fachrichtung ist noch nicht ganz klar. Er könnte sich sowohl Jura als auch ein Lehrstudium für die Fächer Musik und Mathematik vorstellen. „Ich bin aber noch unentschieden“, erklärt der begeisterte Geigenspieler, der sowohl in der Schule als auch in seiner Freizeit viele Auftritte und Konzerte gibt. Während er Geigenunterricht erhält, hat er sich das Klavier- und Orgelspielen selbst beigebracht. Aus der Schule beherrscht er noch die Blockflöte und das Glockenspiel. Nun will er sich seine Möglichkeiten durch den Kopf gehen lassen, um nichts einfach so anzufangen, sondern das für ihn Richtige zu finden. „Ich mache keine halben Sachen“ erklärt Jagoda, der sich zwischenzeitlich auch in der evangelischen Kirche Wolfstein noch mehr ehrenamtlich betätigen, ein Konzert des Geigers David Garrett besuchen will und wieder mehr Zeit mit seinen Freunden verbringen möchte. Für das Studium wird der Wolfsteiner wegziehen müssen, jedoch ist er sich sicher, immer wieder in die Westpfalz zurückzukehren, weil er gut verwurzelt sei. Neben der Musik und seinem Interesse an Religion ist er auch ein begeisterter Fußballer, auch wenn er nicht in einem Verein spielt. „Nach dem Abi haben wir fünf Tage am Stück auf dem Wolfsteiner Sportplatz Fußball gespielt“, berichtet der FCK-Fan, der gerade am Wochenende auch immer die Bundesliga im Blick hat. Für die Zukunft ist es sein Ziel, glücklich und zufrieden zu sein, am besten mit „einer guten Frau, einem Häuschen und einem Audi“ erzählt Jagoda schmunzelnd.