Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Sommerhitze macht Draisinensaison 2019 zu schaffen

Etwa 500 Draisinen als im Jahr zuvor wurden 2019 gebucht.
Etwa 500 Draisinen als im Jahr zuvor wurden 2019 gebucht. ArchivFoto: m. hoffmann

In der Draisinensaison 2019 ist die Nachfrage leicht unter dem Vorjahresniveau geblieben. Insgesamt wurden 8050 Fahrten gebucht, knapp 500 weniger als im vergangenen Jahr, wie bei der Versammlung des Fremdenverkehrszweckverbandes „Pfälzer Bergland“ am Dienstag in Kusel mitgeteilt wurde. Bei drei Mitfahrern je Fahrt entspricht dies mehr als 24000 Nutzern.

Philipp Gruber, bei der Kreisverwaltung für den Draisinenbetrieb zuständig, führt den Rückgang auf den heißen Sommer zurück. Er kündigte an, dass bis zum Start der Saison 2020 fünf E-Draisinen umgerüstet würden und bereit stehen sollen. Die in Eigenregie des Landkreises mit einem Elektromotor ausgestatteten Testdraisinen sollen dann frei vergeben werden. Ein Prototyp sei in der zurückliegenden Saison erfolgreich getestet worden.

Geplant ist den Angaben zufolge im nächsten Jahr erneut ein Draisinentag, abermals sei eine Kooperation mit der RHEINPFALZ angestrebt. Bei ungünstigen Witterungsbedingungen waren im April mehr als 200 Menschen mit der Draisine von Lauterecken nach Altenglan unterwegs gewesen. Mit einem aktualisierten Prospekt sowie Präsenz in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram soll die Werbung intensiviert werden.

Nicht mehr mit Ikea

Nur von kurzer Dauer war die Zusammenarbeit mit dem Möbelhaus Ikea in Kaiserslautern, sie wurde im Mai beendet. Während dieser Aktion hatte Ikea für die Draisine geworben, dafür erhielten Familienkarte-Inhaber des Möbelhauses einen Rabatt, wenn sie die Draisine nutzten.

In der neuen Saison soll der Draisinenverleih montags geschlossen bleiben, was mit der schwachen Nachfrage an diesem Wochentag begründet wird. Die Versammlung beschloss weiter die Übertragung des Draisinenbetriebs auf den Landkreis, der bisher bereits die Betriebsführung besorgt.

Für Pfalzcard geworben

Eine freie Fahrt mit der Draisine nahmen bis August 350 Inhaber der Pfalzcard in Anspruch, wie es weiter hieß. Während der Saison 2018, in der die Gratiskarte eingeführt wurde, nutzten 480 Gäste dieses Angebot.

In der Versammlung wiesen die Verbandsbürgermeister Harald Westrich (Otterbach-Otterberg) und Andreas Müller (Lauterecken-Wolfstein) darauf hin, dass zu wenige Übernachtungs- und Beherbergungsbetriebe sich an der Pfalzcard beteiligten. Im Nordkreis werde dieses Instrument mitunter kategorisch abgelehnt, berichtete Müller. Hingegen nehme die die Jugendherberge Wolfstein an diesem Angebot teil. Touristikfachleute argumentierten, dass bei Urlaubern die Pfalzcard nicht zuletzt wegen der kostenlosen Nutzung von Bahn und Bus gut ankomme. Deshalb gelte es Überzeugungsarbeit zu leisten, sagte Landrat Otto Rubly als Verbandsvorsitzender.

Pfalzweit wird die Gästekarte von 120 Übernachtungsbetrieben ausgegeben, im Kreis Kusel beteiligen sich nur vier Unterkünfte. Die über Umlagen der beteiligten Hotels und Ferienwohnungen finanzierte Karte ermöglicht es, dass Gäste während ihres Aufenthaltes freien Eintritt in Sehenswürdigkeiten erhalten und kostenlos Bahn und Busse nutzen können. Im Kreis Kusel sind dies etwa das Besichtigungs-Bergwerk Wolfstein, das Diamantschleifermuseum Brücken, das Freibad Wolfstein, das Rüllbergbad, das Altenglaner Schwimmbad, die Ölmühle St. Julian sowie die Museen auf Burg Lichtenberg. In der vergangenen Woche war die Pfalzcard in der Kategorie Projekt des Jahres mit dem Tourismuspreis Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden.

Weitere Themen

  • Weitere Themen der Versammlung waren die Rad- und Wanderwege, die Online-Angebote für Tourismuswerbung, sowie Planungen für barrierefreien Tourismus.
  • Ohne Aussprache und einstimmig billigte die Versammlung die Jahresabschlüsse 2016 und 2017 sowie die Haushaltspläne für 2019 und 2020. Als Folge der Fusion der Verbandsgemeinden Bad Sobernheim und Meisenheim gehören dem Zweckverband ab 2020 nur noch sieben Verbandsgemeinden plus der Landkreis an.

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