Kusel Sicherheit im Fokus

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Urban Brauer schaut mit einigem Stolz auf den mehrere Zentimeter dicken Wälzer vor ihm. Darin enthalten: die Adressen aller mehr als 800 Mitgliedsfirmen. „1989 waren es nur 125. Das ist eine sehr, sehr positive Entwicklung.“ Die geht seit 1995 von Brücken aus. Dort nämlich ist der Sitz von BHE Bundesverband Sicherheitstechnik.

Brauer, in Brücken geborener Betriebswirtschaftler mit Doktorgrad und seit mehr als 26 Jahren BHE-Geschäftsführer, hat seinen Anteil daran. Nicht nur, dass ein bundesweit tätiger Wirtschaftsfachverband seinen Sitz in einer 2000-Einwohner-Gemeinde in der Westpfalz hat, sondern auch daran, dass dieser immerhin 20 Arbeitsplätze bietet. „Das werden vielleicht noch drei oder vier mehr in nächster Zeit. Aber ich will nicht, dass unsere Mitgliedsfirmen den Eindruck haben, wir würden uns in erster Linie mit uns selbst beschäftigen.“ Dennoch: Die Weichen für das weitere Wachstum der Geschäftsstelle, wenn denn auch die Mitgliederzahlen weiter nach oben gehen, sind längst gestellt. Der Verband hat kürzlich das Nachbargrundstück gekauft. Für den Fall, dass die rund 500 Quadratmeter Bürofläche in der Feldstraße 28 nicht mehr reichen sollten. Das Geschäft ist vielfältig, weswegen der Verband auch längst zwei Tochterfirmen hat: seit 1992 die Akademie-GmbH und seit 2007 die Qualitätsmanagement-GmbH. In beiden Fällen geht es natürlich in erster Linie um Dienstleistungen rund um elektronische Sicherheitstechnik wie Alarmanlagen oder Videoüberwachung. Die Qualitätsmanagement-GmbH hilft Kunden aus der Branche, ihre Produktion und ihre Produkte zu zertifizieren. Die Akademie-GmbH ist unter anderem für das Seminargeschäft zuständig. Rund 50 Seminare pro Jahr werden veranstaltet, dazu zwei bis drei Kongresse. Dies natürlich nicht in Brücken, sondern wegen der zentralen Lage schwerpunktmäßig in Fulda. Die Akademie-GmbH ist aber auch für weitere wirtschaftliche Aktivitäten zuständig: etwa für die Herausgabe von Ratgeberbüchern; oder für Planungssoftware für Brandschutztechnik. In Brücken stapeln sich Bücher, Broschüren, Flyer, Seminareinladungen. Denn der Sicherheits-Verband unterstützt nicht nur die Mitgliedsfirmen, sondern steht oft auch Externen für Beratungen zur Verfügung. So haben 2009 nach mehreren Amokläufen Schulen verstärkt nachgefragt. Und wie sieht das Schutzinteresse von Privatleuten aus, ihr Anteil an den mehr als drei Milliarden Euro Umsatz, den die Branche bundesweit im Jahr macht? Brauer zögert nur einen kurzen Moment: „Gering. Ganz gering“, antwortet er dann. „Viele Bürger denken entweder, dass es sie nie trifft oder dass der Staat für ihre Sicherheit zu sorgen hat.“ (wop)

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