Kusel Seniorenheim: Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Der rechte Flügel und mittlere Gebäudeteil (Rückansicht) wurden beim Brand am stärksten in Mitleidenschaft gezogen.
Der rechte Flügel und mittlere Gebäudeteil (Rückansicht) wurden beim Brand am stärksten in Mitleidenschaft gezogen.

«Lauterecken.» Das Schadensausmaß nach dem Brand im Pro-Seniore-Wohnheim in Lauterecken vom vergangenen Donnerstag (wir berichteten) ist noch nicht umfassend ermittelt. Die Polizei geht aber von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Die Brandursache ist noch nicht geklärt, Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen.

Wie der Pressesprecher der Gruppe, Peter Müller, gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage sagte, bedürfe es weiterer Untersuchungen durch Fachleute, die den Schaden dann auch wertmäßig beziffern könnten. Klar sei auf jeden Fall, dass das Dach zurückgebaut werden müsse. Nicht hilfreich seien die starken Regenfälle vom Montagnachmittag gewesen. „Wir sind noch dabei, Wasser abzupumpen“, sagte Müller gestern Mittag. Man setze aber alles daran, dass die Bewohner so schnell wie möglich wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückkommen könnten. Das Bekenntnis von Pro Seniore, am Standort zu bleiben, stehe unverändert, versicherte Müller, der sich eine „schrittweise Reaktivierung“ des Seniorenheimes vorstellen kann. Ein Teil des Hauses – der linke Trakt von der B 270 aus gesehen – sei fast unbeschädigt. Müller betonte und lobte noch einmal die Leistung des Personals, das durch umsichtiges und besonnenes Verhalten dafür gesorgt habe, dass alle Bewohner unverletzt das Haus hätten verlassen können. „Was das für eine Leistung war, das wird einem erst im Nachhinein so richtig klar“, bekannte er gestern. Die meisten Bewohner sind in Pro-Seniore-Einrichtungen in Bad Kreuznach, Bad Sobernheim, Homburg-Erbach, Kirchenbollenbach, Pirmasens und Losheim untergekommen, einige auch im Haus der Protestantischen Altenhilfe in Wolfstein. Die Pflegekräfte aus Lauterecken versehen nun ihren Dienst in den firmeneigenen Häusern, wobei man darauf geachtet habe, dass Bewohner auch wieder auf ihre bekannte Pflegekraft am neuen Wohnort träfen, erläuterte Müller. Der Pressesprecher weiß, dass der Wechsel in ein anderes Haus eine zeitliche und finanzielle Mehrbelastung für die Mitarbeiter mit sich bringt, das lasse sich allerdings momentan nicht ändern. Dafür versuche man, diese Folgen möglichst abzumildern. So gelte der Grundsatz „Fahrzeit ist Arbeitszeit“, und man werde auch die zusätzlichen Fahrtkosten erstatten. „Es soll ja keiner drauflegen“, meinte Müller. Wegen der außerordentlichen Leistung der Mitarbeiter soll es in Kürze ein Dankesfest geben. Am Montag inspizierte ein Gutachter das Dachgeschoss, um die Brandursache herauszufinden. Die konnte aber noch nicht geklärt werden. Wie die Polizei gestern mitteilte, kann Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Die Kriminalpolizei hat eine Ermittlungsgruppe gebildet.

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