Kusel Schwimmbäder im Kreis Kusel „an guten Tagen gerammelt voll“
Der Monat Juni war für die Schwimmbadbetreiber in diesem Jahr der lukrativste. Obwohl die Besucherzahlen in den Folgemonaten sanken, zeigten sich die Betreiber der Bäder im Kreis Kusel zufrieden.
Das Sport- und Freizeitbad Altenglan öffnete seine Tore am Sonntag, 10. September, zum letzten Mal. An 114 Öffnungstagen kamen in diesem Jahr 39.000 Besucher – 7000 mehr als im Vorjahr. Dementsprechend zufrieden zeigte sich Verbandsbürgermeister Roger Schmitt. Auch wenn das Wetter rund um die Sommerferien nicht immer mitgespielt habe, konnte das Bad, vor allem dank der besucherstarken Monate Mai und Juni einen Besucheranstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Änderungen am Bad seien für den Winter keine geplant, „lediglich die normalen Wartungsarbeiten“, erklärt Schmitt.
August bleibt hinter Erwartungen zurück
Das Königsbergbad in Wolfstein und das Rüllbergbad in Grumbach schlossen ebenfalls Anfang September. Hans Ludwig Altes von der Verbandsgemeinde Lauterecken hatte in diesem Jahr rückläufige Besucherzahlen in Wolfstein zu beklagen. Der Monat Juni war für die Bäder der VG Lauterecken am einträglichsten. Hinter den Erwartungen zurück blieb allerdings der August: Kälte und Regen ließen weniger Besucher in die Schwimmbäder gehen als gewöhnlich. Im Freibad Rüllberg, das 2015 umgebaut worden war, kamen dennoch mehr Besucher als 2016, die Zahl stieg von 11.933 auf 12.847. Im Freibad Königsberg lag die Besucherzahl mit 29.282 mehr als 10.000 unter dem Rekordjahr 2015 (39.902) und deutlich unter 2016 (33403). Eine Verlängerung der Badezeit gab es trotz warmer Septembertage nicht. Die Heizkosten in den kühlen Nächten wären zu hoch gewesen, erklärte Altes. An beiden Bädern sind bis zur Öffnung im nächsten Frühjahr nur normale Wartungsarbeiten geplant. Ob eventuell die Überlaufrinnen in Wolfstein erneuert werde, müsse noch entschieden werden, erklärte Altes.
Investitionen in Warmfreibad Waldmohr
Mit einigen Neuerungen ist das Warmfreibad Waldmohr in seine 45. Saison gestartet, die mit Besucherzahlen leicht unter dem Durchschnitt abschloss. „Im vergangenen Jahr waren die Monate Mai und Juni schlecht und gegen Ende wurde es besser. Dieses Jahr war es genau umgekehrt“, erklärt der kaufmännische Werkleiter Sven Müller. Von 44.349 in 2016 sank die Besucherzahl auf 43.069. Weitere Investitionen sind neben dem erneuerten Kleinkindbecken geplant: für 2018 die Sanierung von Herren-WC und -Dusche sowie ein neues Edelstahlgeländer für die Wasserrutsche; für 2019 die Erneuerungen von Gehwegplatten, dem Beckenkopf des Schwimmerbeckens, von Umkleiden. Stolz auf ihre Bäder sind die drei Ortsbürgermeister, die eigene Einrichtungen im Dorf haben. Die Abrechnung der genauen Besucherzahlen liegen ihnen noch nicht vor, allerdings schauen sie grundsätzlich zufrieden auf die Badesaison.
Große Nachfrage bei Schwimmkursen
Bernd Wagner berichtet von Besuchern aus Kusel und gar dem Landkreis Kaiserslautern, die ins Bad nach Bosenbach kommen. „Das spricht Bände“, meint er. Wegen des Wetters durchwachsen, aber „an guten Tagen gerammelt voll“ sei es gewesen. Gab es früher einen Schwimmkurs pro Jahr, waren es heuer drei. Die Nachfrage sei groß. Er führt das auch auf das nur ganz wenig gechlorte Wasser zurück. „Bei uns gibt es keine roten Augen“, erklärt Wagner. Gerade für Menschen mit empfindlichen Augen und für Kinder sei die Filterung mit Holzkohle ideal. Große Arbeiten stehen im Bosenbacher Bad derweil nicht an, aktuell ist der Gemeindearbeiter dabei, das Bad winterfest zu machen. Das ist in Matzenbach schon geschehen. Das Solarbad hat den Winterschlaf angetreten, ist von den Ehrenamtlichen, die auch den Kiosk betreiben und die Eintrittskarten verkaufen, „eingepackt“ worden. Im Frühjahr wird gestrichen, kleinere Reparaturen werden sicherlich anstehen, aber durch die Bauweise „geht da eigentlich nichts kaputt“, sagt Ortsbürgermeister Werner Jung. Mit den im vergangenen Jahr erneuerten Solarpaneelen könne das Bad sicherlich weitere 25 Jahre – Jubiläum war 2016 – bestehen, hofft der damalige Initiator.
Kein Nachtschwimmen in diesem Jahr
„Wir bestimmen selbst durch unser Engagement, wie lang wir es offen halten können“, sagt er über das kleine familiäre Bad, das ein wichtiges Stück Freizeitqualität im Ort liefere und einen hohen Stellenwert bei der Bevölkerung habe. Kinderschwimmkurse und Aquagymnastik hat es dieses Jahr gegeben, das Nachtschwimmen sei allerdings wetterbedingt ausgefallen. „Ende August war schon Schluss“, sagt Jung. Dabei sei 2016 sogar bis zum 19. September geöffnet gewesen. Gleiches gilt für Jettenbach. Immerhin etwa 25 Prozent über dem Vorjahr liege man mit Einnahmen und Besucherzahlen, berichtet der Erste Beigeordnete der Ortsgemeinde, Karl Mohr. Das liege am „bombastisch guten“ Start im Mai und Juni. Doppelt so viele Dauerkarten seien verkauft worden wie in den vergangenen Jahren. Vor allem hätten viele amerikanische Mitbürger Familien-Dauerkarten gelöst, erklärt Mohr. Viele Badbesucher seien aus anderen Orten gekommen, hat Ortsbürgermeister Timo Harth beobachtet. „Vielleicht auch, weil Kusel geschlossen war“, mutmaßt er. Von den Gemeindearbeitern in Winterschlaf versetzt, wartet auch das Jettenbacher Bad auf den Frühjahr. Dann werden Pflege und Instandhaltungsmaßnahmen fällig, bevor ein hoffentlich warmer Sommer seinen Lauf nehmen wird.