Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Schwache Bäume im Kreis Kusel anfällig für Borkenkäfer-Befall

Viel zu trocken: der Wald im Landkreis Kusel.  Foto: m. hoffmann
Viel zu trocken: der Wald im Landkreis Kusel.

Der Wald ist zu trocken. Zwar hat es in den vergangenen Wochen immer mal geregnet, aber nicht genug, wie Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel registriert. Die Trockenheit schwäche die Bäume. Und schwache Bäume können sich schlecht gegen Borkenkäfer wehren.

„Ich würde mir einen verregneten Sommer wünschen“, sagt Kleinhempel. Damit macht sie sich bei den Sonnenanbetern in der Region sicher keine Freunde – bei Naturfreunden dafür aber umso mehr. „Der vergangene Winter hat kaum Niederschläge gebracht“, blickt Kleimhempel zurück, es seien weder viel Schnee noch Regen gefallen. Zwar habe es im Frühjahr immer mal wieder geregnet, und der Mai sei vergleichsweise kühl gewesen. Doch die Wasserreservoire im Boden seien noch längst nicht aufgefüllt. Das fehlende Nass aus den Wintermonaten könne im Sommer nicht mehr aufgeholt werden, ist sie überzeugt.

Nicht so schlimm wie anderswo

Vereinzelt sehe sie auch schon Laubbäume, die nicht mehr ausschlagen. „Die haben die Trockenheit leider nicht überlebt“, so Kleinhempel. Dramatisch wie in anderen Teilen Deutschlands sei die Lage im Kreis Kusel allerdings nicht. Weil die Wälder im Bereich des Forstamtes von Laubbäumen dominiert seien, schätzt Kleinhempel die Waldbrandgefahr aufgrund der Trockenheit als nicht so stark ein. Laubschichten entzündeten sich schwerer als Nadelschichten mit ätherischen Ölen auf dem Waldboden, erläutert sie. Aktuell sieht die Försterin keine Waldbrandgefahr, betont aber erneut, dass es mehr regnen müsste.

Was die Borkenkäferplage betrifft, habe sich die kalte Witterung im Mai negativ auf die Schädlingspopulation ausgewirkt, berichtet die Forstamtsleiterin. Die Entwicklung der Schädlinge sei dadurch verlangsamt worden. Dennoch seien die Mitarbeiter im Forstamt wachsam. Denn die Schäden, die die nur wenige Millimeter kleinen Käfer im Wald verursachen können, sind enorm. Borkenkäfer können ganze Bestände vernichten, wenn sie in Massen auftreten. Wärme und Trockenheit hatten dies in der vergangenen Saison bundesweit begünstigt. Besonders anfällig sind Fichten.

Erste Generation bekämpfen

Der Borkenkäfer ist laut Kleinhempel jetzt in der Entwicklungsphase, daher gelte es, die erste Generation rasch zu bekämpfen. „Wir haben darauf ein verstärktes Augenmerk“, versichert sie. So seien in der Nähe der Autobahnraststätte Waldmohr zwei Hektar Fichtenwald vom Käfer geschädigt worden. Diese Bäume würden abgeholzt und entrindet, wobei die Brut abstirbt. Dabei müsse sehr sauber gearbeitet werden, damit durch eventuell ausfliegende Käfer keine neuen Gefahren entstehen. Als Herausforderung sieht die Fachfrau auch die Wiederaufforstung von Fichtenbeständen. Aber auch der Verkauf des Holzes sei schwierig. Kleinhempel: „Die Märkte sind komplett zu.“

Wenn auch der Borkenkäfer in anderen Gegenden ganze Wälder kahlgefressen hat, so kommt der Kreis Kusel relativ glimpflich davon. Denn in den Gemeindewäldern im Bereich des Forstamtes gibt es kaum noch Fichten. Kleinhempel schätzt den Bestand auf nur noch zwei Prozent. Die Fichte verschwindet aus unseren Wäldern, sind Förster überzeugt. An ihre Stelle treten häufig Douglasien und Weißtannen, die mit den veränderten klimatischen Bedingungen besser zurecht kommen sollen.

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