Kusel Schritt eins zum Abzeichen

WALDMOHR. Bei der Feuerwehr mitmachen, das können schon die Jüngsten. Zwar muss der Nachwuchs bis zum zehnten Geburtstag warten, ehe er den Schritt in die Jugendfeuerwehr wagen kann, doch es gibt eine Vorstufe: die Bambiniwehr für Sechs- bis Neunjährige. Seit Herbst 2014 gibt es eine solche in der Verbandsgemeinde Waldmohr – die erste im Kreis Kusel. Am Wochenende stand eine ganz besondere Übung an.
Es ist Ferienzeit, und deshalb sind nur 19 der 34 Bambini-Feuerwehrleute bei der Übung am Samstagnachmittag mit dabei. Die anderen haben sich ordnungsgemäß vom Dienst abgemeldet – wie es bei der Feuerwehr sein soll. Drei Teilübungen müssen die jüngsten Feuerwehrleute des Landkreises aus Breitenbach, Dunzweiler und Waldmohr bewältigen. Die Vorfreude ist den Kindern, die sich an der Feuerwehr in Waldmohr versammelt haben, anzumerken. „Schlauchtrupp an Rohr drei, Wasser Marsch“, ruft der junge Truppführer und hebt dabei die Hand ganz hoch, sodass die Maschinistin am (Wasser-)Verteilungsknoten das Zeichen auch wirklich wahrnimmt. „Wassertrupp an Rohr zwei, Wasser Marsch“, ruft der nächste Truppführer und hebt die Hand. Gleich darauf gibt der dritte Trupp das gleiche Kommando, und das Holzhaus mit den hölzernen Flammen in den Fenstern und am Dachstuhl ist im Handumdrehen gelöscht. Gruppenführer und Bambinibetreuer Dirk Piontkowski ist sichtlich stolz, wie gut seine Trupps zusammengearbeitet haben, wie souverän die notwendigen Anweisungen von den Kindern kamen. Just in dem Moment lassen es die drei Bambinifeuerwehr-Trupps regnen. Sie halten die Schläuche gen Himmel, einen Schwall Wasser bekommt jeder ab. „Ja, die Magie des Wassers“, weiß Piontkowski. Rund eine halbe Stunde sind die Trupps mit dem Löschen der Holzkulisse beschäftigt. Wichtig dabei ist, dass man gut zusammenarbeitet. „Wenn man sich lange streitet, brennt das Haus ab“, weiß Bambini- Feuerwehrmann Nils Piontkowski. Er bedient gerade eine Wasserpumpe, die sehr schwergängig ist. Die Kinder müssen mit ihren Kräften haushalten und sich abwechseln, um permanent löschen zu können. Bei den bisherigen Treffen der Bambiniwehr habe er schon einiges gelernt, sagt Nils Piontkowski: „Das LF ist ein Löschfahrzeug, das MTF ist ein Mannschaftstransport-Fahrzeug.“ Auch den Doppelanker-Knoten beherrsche er. „Bei der Feuerwehr muss man sich ganz schnell umziehen und noch schneller rennen können. Außerdem darf man mit Wasser spritzen und in den großen Autos mitfahren“, schildert er begeistert. Eine Zeit lang wird er noch die brennenden Blumen im Garten löschen müssen. Mit dem ersten Abzeichen auf der Schulter will er aber in einigen Jahren mit Schwester Emma und Papa Dirk in den Einsatz fahren. Im Mannschaftsraum in der Halle bastelt die dritte Gruppe an einem großen Feuerwehrauto aus Pappe: Die Porträtfotos der Bambini sollen heute ihren Platz neben den Bildern der anderen Feuerwehrleute bekommen. Motivation genug für den Basteltrupp – trotz Schulferien und den Wasserspielen vor der Halle arbeiten die Kinder fleißig; auch dank des pädagogischen Geschicks von Betreuerin Barbara Konrad und Michelle Cassel, mit 18 Jahren selbst noch Nachwuchsfeuerwehrfrau. So früh wie ihre Schützlinge war Michelle Cassel nicht bei der Feuerwehr aktiv. Erst mit 16 kam sie zur Jugendfeuerwehr. Bei ihren bisherigen Einsätzen durfte sie den Einsatzort absperren. Retten und Löschen darf sie erst, wenn das erste Abzeichen auf der Einsatzjacke ist. Danach möchte sie es ihrer Kollegin Konrad gleichtun: sich zur Jugendwartin ausbilden lassen, die Jugendgruppen-Leiterkarte im Seminar erwerben. Dann kann sie sich selbstständig um die Feuerwehrleute in der Vorgruppe kümmern. (rma)