Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Schönenberg-Kübelberg: Schon ab 2020 ein Waldkindergarten?

Spielen und lernen in der Natur: Die Kita Theisbergstegen hat bereits eine Waldgruppe.
Spielen und lernen in der Natur: Die Kita Theisbergstegen hat bereits eine Waldgruppe. Foto: m. hoffmann

Entdecken, was die Natur zu bieten hat, und im Freien lernen: Die Jüngsten in Schönenberg-Kübelberg sollen bald die Möglichkeit erhalten, fast den gesamten Tag draußen zu verbringen. Voraussichtlich schon im nächsten Jahr wird ein Waldkindergarten eröffnen. Der Ortsgemeinderat zumindest steht dahinter – jetzt gilt es noch, die Finanzierung zu klären und den Standort zu bestimmen.

Welche Idee verbirgt sich hinter dem Waldkindergarten? Mandy Döhler, Erzieherin in der Kita in Steinbach, und Christina Geimer-Junker, stellvertretende Leiterin der Kita „Kleine Strolche“ in Sand, haben sich der Waldpädagogik verschrieben und eine entsprechende Zusatzausbildung absolviert. Diese möchten sie nun gern in die Praxis umsetzen. Eine Waldkindergruppe sei einst in Sand geplant gewesen, doch nicht zustande gekommen, weiß Ortsbürgermeister Thomas Wolf. Nun solle eine eigene Einrichtung in der Natur entstehen – in Trägerschaft der Ortsgemeinde.

Essen und Ruhen im Bauwagen

Die zwei Erzieherinnen haben mit dem Ortsbürgermeister Kontakt aufgenommen, und bei einer Präsentation in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats die Besonderheiten und die Unterschiede zu einem Haus-Kindergarten vorgestellt. Demnach ist der Lernort der Wald oder die Natur. Dies bedeutet, dass die Kinder den Tag vornehmlich im Freien verbringen. Als Rückzugsmöglichkeit steht ein speziell ausgerüsteter Bauwagen zur Verfügung, in dem die maximal 20 Jungen und Mädchen Platz finden.

Dieser Bauwagen stehe idealerweise im oder am Wald, wobei eine gute Zufahrt – auch für den Notfall – gewährleistet sein müsse, schilderten die Erzieherinnen. In dem Wagen wird gefrühstückt und zu Mittag gegessen und bei Bedarf auch geruht. Er bildet den Ausgangspunkt für Exkursionen. Ein eigenes Konzept, „das immer wieder angepasst werden kann“, wie Geimer-Junker sagte, dient als Grundlage für die Einrichtung. Optimal sind nach Worten Döhlers drei Erzieherinnen, die nicht alle eine volle Stelle innehaben. Eine Zusatzausbildung in Waldpädagogik sei wünschenswert.

Ausweichraum benötigt

Für den Fall, dass Unwetter angekündigt seien, müssen ein Raum, „beispielsweise das Bürgerhaus“, zur Verfügung stehen, in dem die Kinder unterkommen könnten, sagten die Erzieherinnen. Elterngespräche könnten ebenfalls dort oder eben im Bauwagen stattfinden. Gewährleistet sein müssten „selbstverständlich Waschmöglichkeiten und Toiletten“.

Döhler und Geimer-Junker, die im engen Austausch mit einem Naturkindergarten in Enkenbach-Alsenborn stehen, haben ihr Konzept bereits bei der Kreisverwaltung Kusel vorgelegt. Dort sei man „sehr offen und von der Idee angetan“ gewesen und habe Unterstützung zugesagt, berichtete Geimer-Junker. Gemeinsam mit dem Förster und mit Bürgermeister Christoph Lothschütz waren die Erzieherinnen bereits auf Standortsuche: Herauskristallisiert haben sich dabei die Mühle Richtung Schmittweiler sowie der Bruchwald in der Nähe des Closter-Geländes.

Infoveranstaltungen für Eltern

Mit dem Vorhaben könnte nach Aussage der Erzieherinnen im Frühjahr begonnen werden. Es müssten lediglich ein Bauwagen für 120.000 bis maximal 150.000 Euro angeschafft und für einen Wasser- und Stromanschluss gesorgt werden. Die Zuschussmöglichkeit will Ortsbürgermeister Wolf, der von der Idee begeistert ist, prüfen lassen. In Abstimmung mit der Kreisverwaltung soll nun der Bedarf ermittelt werden, erklärte er. Dazu werden Informationsveranstaltungen für Eltern stattfinden, bei denen die Erzieherinnen ihr Konzept nochmals erläutern wollen.

Wolf ist überzeugt, dass „das Projekt einschlagen wird“. Denn andernorts gebe es für solche Einrichtungen sogar Wartelisten. Zudem wäre es der erste reine Waldkindergarten im Kreis Kusel, „durchaus ein Aushängeschild für unsere Gemeinde“. Auch die anderen Ratsmitglieder befürworteten das Vorhaben. So sprach Timo Kreuscher (SPD) von einer Bereicherung, die es zu unterstützen gelte.

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