Kusel Sattel und Eimer statt Schulbank
Ein bisschen Sport treiben und dabei noch etwas Gutes tun. Rund 50 Schüler der Janusz-Korczak- und der Grundschule Lauterecken waren gestern entlang der Draisinenstrecke zwischen Lauterecken und Altenglan unterwegs und sammelten zurückgelassenen Müll auf. Die Aktion fand zum 17. Mal statt.
Draußen war es noch nicht richtig hell, als sich Schüler, Lehrer und ehrenamtliche Helfer gestern Morgen mit dem Bus auf nach Altenglan machten. Dort wurde auf die Draisine umgestiegen, um zurück nach Lauterecken zu strampeln. Ein entspannter Ausflug? Keineswegs! Denn die Schüler hatten auch eine wichtige Aufgabe zu bewältigen. Entlang der rund 18 Kilometer langen Teilstrecke wurde wieder liegengebliebener Müll eingesammelt, um einen Beitrag zu einer sauberen Touristenattraktion im Landkreis Kusel zu leisten – statt Schulbank, Heft und Stifte lautete das Motto also Sattel, Mülleimer und Muskelkraft. „Wir fahren jedes Jahr mit den Schülern nach dem offiziellen Ende der Draisinensaison die Strecke ab und sammeln alles auf, was zurückgelassen wurde“, erläuterte Schulleiterin Eva Limper. Begleitet wurden sie dabei von allen Lehrern sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern der Schule. „Das ist wie ein großer Familienausflug“, schmunzelte Lehrer Jörg Degen – ein Familienausflug, bei dem die Schulgemeinschaft gestärkt wird, wie Limper ergänzte. In Altenglan machten sich die Schüler in Dreiergruppen auf den Draisinen auf den Rückweg. Stets gemischt, ältere Schüler – mit dabei waren Erst- bis Neuntklässler – und die ganz jungen. „Die Fahrt erfordert immerhin auch viel Kraft, die die Jüngsten noch nicht alleine aufbringen können“, sagte Limper. Das funktioniere reibungslos, und die älteren Schüler übernähmen Verantwortung für die jüngeren, bekräftigte Degen. Damit sich die Gruppen bei der Streckenreinigung nicht in die Quere kamen, hatte Limper die Strecke zuvor schon in kleinere Abschnitte unterteilt, die von den jeweiligen Gruppen beackert werden sollten. Auf den etwa einen Kilometer langen Stücken gingen die Schüler dann zu Fuß die Strecke ab und sammelten den Unrat in eigens mitgebrachten Eimern. Den Rest der Strecke konnte man dann radelnd in Kleingruppen genießen. Für einen zusätzlichen Motivationsschub sorgte Nicole Krause, die Mutter einer Schülerin. Sie begrüßte in St. Julian am Sportplatz die hungrige Meute mit von ihr gespendetem Fleischkäse und Brötchen. Dort legten die Schüler dann auch zur Stärkung eine kleine Rast ein. „Eine sehr schöne Aktion,“ freuten sich Schüler und Lehrer gleichermaßen über die Spende. Während der kurzen Pause erläuterte Limper, dass die Schule auch noch anderes zu bieten habe. Neben der alljährlichen Draisinenfahrt, für die die Schule 2004 auch schon mit dem Umweltpreis des Landkreises Kusel ausgezeichnet worden war, habe die Schule auch noch andere Veranstaltungen im Kalender. „Sehr bekannt ist beispielsweise unser zweitägiges Theaterfestival, und auch am Lauterecker Weihnachtsmarkt nehmen wir regelmäßig teil.“ Kaum waren Hunger und Durst gestillt, ging es weiter zur zweiten Schicht – schließlich wollte man erstens den Streckenabschnitt komplett reinigen und zweitens auch wieder rechtzeitig zurück in Lauterecken sein. „Wir sammeln Müll auf, und ich habe dabei Spaß zusammen mit meinen Freunden“, freute sich der Fünftklässler Jason Gehrmann. Er habe schon mehrmals an der Draisinenfahrt teilgenommen. Doch nicht nur das Müllsammeln für den guten Zweck bereite ihm Freude, sondern auch, dass er immer wieder mal ordentlich in die Pedale treten und mit Tempo über die Gleise düsen könne. |mala