Kusel Rosengarten: Stadt sieht Investor in Zugzwang

Placeholder-Image

Das Projekt Emrich-Ruine am Rosengarten „nimmt jetzt Fahrt auf“: Dies freut Kusels Stadtbürgermeisterin. Allerdings: „Es liegt noch kein Bauantrag vor“, sagt Ulrike Nagel – und ist dementsprechend auch nicht recht einverstanden mit der Kritik, die der Investor an die Stadtspitze gerichtet hat.

Die Bauunternehmung Budau aus Idar-Oberstein will in einem Sieben-Millionen-Projekt den maroden Gebäudekomplex am Rosengarten aufmöbeln. Die Lebenshilfe will dort ein Wohnheim beziehen, was schon lange als fest vereinbart gilt. Seit einigen Tagen steht nun auch fest, dass unter den Lebenshilfe-Räumen ein Lebensmittel-Discounter im Erdgeschoss des einstigen Hotels Einzug halten soll (wir berichteten am 26. Januar). Paul Uwe Budau von der gleichnamigen Firma hatte im Zusammenhang mit der Verzögerung des Baubeginns die Stadt kritisiert. Deren Zustimmung stehe aus, auch was das Haus an der Lehnstraße betrifft, das den südlichen Abschluss des gut 5000 Quadratmeter großen früheren Emrich-Ensembles in der Innenstadt bildet. Der Unternehmer hatte durchblicken lassen, es liege an der Stadt, dass sich der Start der Bauarbeiten verzögere. „Ich denke, das dürfen wir so nicht stehen lassen“, hatte am Freitagabend vor dem Stadtrat (wir berichteten bereits gestern über einen Teil der Sitzung) Eckart Steuer betont. Der Grünen-Sprecher hatte von der Stadtbürgermeisterin Informationen zum aktuellen Stand eingefordert und eine Stellungnahme dazu erbeten, wie denn Budaus Kritik einzuschätzen sei. Nagel stellte klar, dass man „in engen Abstimmungsgesprächen sei“. Aber: Nach wie vor gelte, dass der Investor am Zuge sei. Budau müsse noch Gespräche mit der Heimaufsicht führen, damit die Pläne für das Wohnheim konkreter Gestalt annehmen könnten. „Es gibt erste Entwürfe, wie die Anlage aussehen soll. Das muss aber ja alles passen“, sagte Nagel. Der neue Bau müsse auf die Bedürfnisse der Mieter zugeschnitten, aber auch aus städtebaulicher Sicht vertretbar sein, verdeutlichte sie. Steuer war für klare Worte an die Adresse der Bauunternehmung, Nagel hingegen eher darum bemüht, kein Öl ins Feuer zu gießen. Ein Streit sei nicht zielführend. Es sei erfreulich, dass der Investor seine beiden Ankermieter nun im Boot habe. „Es gibt eine ,To-do-Liste’ mit fest vereinbarten Treffen“, so Nagel, die auch hervorhob: „Was jetzt vorliegt, sieht weit besser aus als die vorherigen Pläne“. Ihr Ziel sei, das Thema am 22. Februar in die nächste Sitzung des Stadtrats einzubringen. Seitens der Stadt sei alles vorbereitet. Am Zuge sei also Budau, er müsse liefern, was noch ausstehe.

x