Kusel Reifenwechsel: Alle Jahre wieder

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Kusel /Lauterecken: Die Faustformel, wenn es um Winterreifen geht, ist: „Von O bis O, von Oktober bis Ostern.“ Polizei und Reifenhändler raten dazu, mit dem Umrüsten nicht mehr lange zu warten. Und: Auch ohne Schnee und Eis sollten Autofahrer im Herbst wieder achtsamer sein.

Dass es in der ersten Oktoberwoche in den Höhenlagen schon geschneit hat, hat etliche Autofahrer aufhorchen lassen, schildert Michael Wirth von Reifen Wirth in Kusel: „Letztes Jahr waren wir ein bisschen später, dieses Jahr dafür früher.“ In seiner Werkstatt sei in diesen Tagen „schon gut was los“. Mit sinkender Schneefallgrenze steigt die Nachfrage an Winterreifen, hat Wirth festgestellt. Er rät: „Spätestens bis Mitte November sollte man die Reifen umgerüstet haben.“ Generell gelte die „Von O bis O“-Faustregel. Als Fahrzeugbesitzer solle man zudem darauf achten, dass das Reifenprofil mindestens vier Millimeter beträgt, nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen 1,6 Millimeter. Wirth: „Sonst hilft das bei Aquaplaning überhaupt nicht.“ Großes Thema in diesem Jahr bei den Reifenhändlern sei das Reifendruckkontrollsystem, kurz RDKS. Das System, das den Fahrer über den Luftdruck in den Reifen informiert, ist seit vergangenem Jahr Pflicht bei Neuzulassungen, sagt Wirth. Und es macht die Sache für die Reifenhändler nicht gerade einfacher: Neben viel neuer Technik und neuen Programmen wurden auch Schulungen für das Personal notwendig. „Das dürfte in den fünfstelligen Bereich gehen“, schätzt Wirth die Kosten. Auch beim Reifenwechsel selbst mache es sich bemerkbar, dass immer mehr Fahrzeuge mit einem RDKS ausgestattet seien. Laut Wirth dauere der „normale“ Wechsel ungefähr 20 bis 25 Minuten, mit RDKS könne das auch schon mal doppelt so lange sein. „Da muss nach einem Radwechsel auch das Steuergerät gecheckt werden.“ Aktuell seien bei Reifen Wirth noch problemlos Termine für den Reifenwechsel zu bekommen. Ganz ähnlich ist die Lage bei Ingo Wannenmacher vom gleichnamigen Reifendienst in Lauterecken: „Wir haben derzeit eine Vorlaufzeit von drei bis vier Werktagen. In der Zeit sind die bestellten Winterreifen dann auch da.“ Lieferengpässe gebe es keine. Seit gut zwei Wochen werden in Lauterecken Fahrzeuge winterfit gemacht. Wannenmacher: „Wir sind eine bodenständige Gegend, da hält man sich an die ,O bis O’-Regel. So macht man das halt.“ Die ersten Umrüstungen habe er bereits Ende September gehabt, „das sind dann meistens Leute, die im Sommer ein neues Auto gekauft haben und neben den Reifen auch neue Felgen für den Winter brauchen.“ Die Tendenz, Reifen direkt beim Händler für die nächste Saison einzulagern, nimmt laut Wannenmacher zu. „Vor Jahren hab’ ich noch gedacht, dass bei uns auf dem Land ja jeder eine Garage oder Scheune hat, um die Reifen zu lagern“, schildert der Lauterecker, „doch die Reifen werden ja auch immer größer und schwerer. In viele Kofferräume passen vier Reifen auch überhaupt nicht mehr rein.“ Während früher hauptsächlich Firmenkunden das Angebot der Einlagerung genutzt hätten, sei heute die Nachfrage generell groß. Doch welche Reifen bringen Auto und Fahrer denn nun eigentlich sicher durch den eisigen Winter? Müssen es die teuren Markenreifen sein oder tun’s auch die günstigen Reifen von unbekannten Herstellern? Da sind sich die beiden Fachleute einig: Das sollte man im direkten Gespräch mit dem Reifenhändler klären, eine universelle Antwort gebe es nicht. (bgi)

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