Kusel
„Ramstein High School Strings“ geben Konzert in Waldmohr
Das Streichorchester der Ramstein High School existiert erst seit drei Jahren. Umso erstaunlicher ist die Qualität, die die rund 30 Jugendlichen bei dem 75-minütigen Konzert – übrigens das einzige außerhalb der Schule – unter Beweis stellten. Ein dickes Lob gebührt vor allem den Solisten, die ihre jeweiligen Einlagen ohne Fehl und Tadel meisterten.
Gleich beim ersten Werk, „Frühling“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi, brillierte Geiger Jerimiah Bradley als Solist. Der 17-Jährige ging die schnellen Tempi gekonnt an. Das gesamte Orchester begleitete ihn souverän. Schnelle Abstriche und häufige Lagenwechsel stellten für die Musizierenden keine unüberwindbaren Hindernisse dar. Kleine Unsicherheiten, die hie und da aufblitzten, sind kaum der Rede wert.
Herausragender Oboist
Eigentlich ist Ramon Padua Mitglied in der High School Big Band. Doch der 15-jährige Oboist spiele so herausragend, dass er ihn gern in diesem Rahmen als Solist auftreten lasse, erklärte Dirigent Bertoluzzi auf Nachfrage. Im „Konzert für Oboe und Orchester in d-moll“ von Alessandro Marcello stand Ramon im Mittelpunkt. Beim „Adagio“ begannen zunächst ganz leise die Streicher – erst die Violinen, dann die Celli und Bässe. Dann setzte die Oboe ein. Kräftig intonierte der junge Mann seinen Part, der von den Streichinstrumenten untermalt wurde. Das Klangbild war ungewöhnlich, aber durchaus harmonisch. Ramon versteht etwas von seinem Fach: selbst die flotte Abfolge der Tremoli nahm er meisterhaft.
Auch beim „Andante e Spicato“ starteten die Streicher – abwechselnd die höheren und die tieferen. Die Oboe fiel ein, gab das schnellere Tempo vor, das die anderen Instrumente übernahmen. Nun durfte der Oboist für kurze Zeit den Saal ganz allein füllen, bevor die Streicher erneut die beschwingte Melodie aufgriffen. Nach dem Tutti hatte abermals die Oboe die Führung. In einem dezenten Piano, das alle gemeinsam spielten, klingt das „Concerto“ aus.
Einsätze klappen perfekt
Eine Vielfalt an Dynamik und Tempo zeichnet das „Divertimento Nr. 3“ von Wolfgang Amadeus Mozart aus. Die jungen Streicher spielten flott auf, ließen die Finger über die Saiten flitzen, um sich gleich wieder zurückzunehmen. Mal war die Melodie bei den Violinen und Bratschen, dann wieder bei Celli und Bässen. Doch immer wieder fanden alle zusammen. Mit einem Tutti endet das ansprechende Werk.
Ein Schmankerl stellte für den 18-jährigen Jackson Howard das Violakonzert in G-Dur von Georg Philipp Telemann dar. Sehr ausdrucksstark, sauber und klar spielte der Bratschist seine Solopartien, die teilweise von den anderen Streichern begleitet wurden. Perfekt klappten die Einsätze und das Zusammenspiel. Auf das eher getragene „Andante“ folgte ein rasches, leichtfüßiges „Allegro“, das kurze Abstriche erfordert. Kein Problem für das gesamte Ensemble.
Fröhlicher Volkstanz
Mit der „Sinfonie Nr. 1“ von Ludwig van Beethoven zollte das Streichorchester dem großen Komponisten, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird, Tribut. Das Werk, das mit vielen Höhen und Geschwindigkeiten sowie versetzten Einsätzen eine Menge Hürden bietet, gelang den Jugendlichen einwandfrei. Klangvoll und voluminös mit breiten Strichen interpretierten die Musiker „Jupiter“ aus „The Planets“ von Gustav Holst. Ordentlich Spaß machte ihnen offensichtlich „Pizzicati“ aus dem Ballett „Sylvia“ von Leo Delibes. Während die meisten ihre Saiten zupften, durften Cellistin Aaliya Payton und Violinist Jerimiah Bradley als Solisten ihre Instrumente streichen. Auch dieses Werk ist von verschiedenen Tempi geprägt, die Mario Bertoluzzi perfekt herauszuarbeiten wusste.
Richtig fröhlich kommt der Volkstanz „Mock Morris“ daher, der wiederum mit Pizzicato-Einlagen versehen ist. Hier zeigte sich einmal mehr die Spielfreude der jungen Musikanten. Mit dem herzhaften „Lamplighter’s Reel“ als Zugabe verabschiedeten sich „Ramstein High School Strings“. Die einhellige Meinung der Besucher: Sie wie auch die anderen beiden Orchester der amerikanischen Schule, die Big Band und das Symphonische Blasorchester, dürfen und sollen bald wieder in Waldmohr konzertieren.