Kusel
Porträt: Judoka Jakob Blasko aus Altenglan erringt Titel bei dem Pfalzmeisterschaften
„Ja, doch, eigentlich schon“, antwortet Jakob Blasko selbstbewusst auf die Frage, ob er damit gerechnet habe, den Titel bei den Pfalzmeisterschaften in Speyer tatsächlich holen zu können. „Ich war ja auch der Älteste in meiner Altersklasse, die Chancen waren jedenfalls wesentlich besser als in den Jahren davor“, schiebt der Judoka erklärend hinterher.
Die eine Woche darauf folgenden Südwestdeutschen Meisterschaften in Bad Ems begannen zunächst ähnlich erfolgreich. Den ersten Kampf konnte Blasko noch für sich entscheiden, die beiden weiteren gingen dann aber verloren. Allzu enttäuscht sei er darüber aber nicht gewesen: „Mir war klar, dass das so kommen könnte. Das war einfach ein komplett anderes Niveau – die 16 besten Judoka aus ganz Südwestdeutschland eben. Jetzt weiß ich aber, woran ich noch arbeiten muss.“
„Extrem vielseitig“
Was ihn am Judo begeistert? „Es ist einfach extrem vielseitig. Es gibt so viele verschiedene Techniken und man kann aus der Situation heraus auch im Rahmen der Regeln kreativ werden, sich eigene Griffe ausdenken“, erklärt der 16-Jährige, der seine Stärken im Bodenkampf sieht.
Sein Ziel ist es, sich irgendwann für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren. „Dafür muss ich mich aber in allen Belangen noch verbessern. Kraft, Ausdauer, Technik – da ist überall noch Luft nach oben“, gesteht Blasko selbstkritisch ein.
Ein Energiebündel
Schon seit elf Jahren betreibt der Schüler, der die zehnte Klasse am Kuseler Siebenpfeiffer-Gymnasium besucht, seinen Sport. Sein Lieblingsfach? Na klar: Sport. „Mit den anderen Fächern komme ich aber auch ganz gut klar.“ Fußball habe sich ihm aber nie wirklich erschlossen. „Da rennen 22 Mann einem Ball hinterher – den Sinn davon habe ich nie wirklich verstanden“, sagt Blasko und lacht.
Doch mit Judo allein ist der energiegeladene Teenager längst nicht ausgelastet. So kommt beispielsweise zu den zwei Trainingseinheiten bei Sport Plus in Kusel noch das Ausdauer- und Krafttraining. „Das macht man eher privat, damit man sich im Training auf Technik und dergleichen konzentrieren kann.“
Neue Leidenschaft
Außerdem hat er vor ein paar Jahren ein weiteres Hobby gefunden, dem er sich mit Begeisterung widmet: Parkour. Dazu gebracht habe ihn sein Kumpel Niklas Walg. „Er hatte den Sport für sich entdeckt und mir immer wieder davon erzählt“, erinnert sich Jakob Blasko. „Dann bin ich mal zu einem Schnuppertraining gegangen und war sofort begeistert.“
Und auch hier ist Blasko mit so viel Leidenschaft dabei, dass er auch in anderen die Faszination für diesen Sport wecken möchte: „Irgendwann sind wir zu einem Lehrer und haben gefragt, ob wir nicht eine Parkour-AG anbieten können. Die Schule hat ihr Okay gegeben und seitdem bieten wir diese AG für Fünftklässler an.“
Gleiches Ziel, andere Vorzeichen
Sein erklärtes Ziel ist es aber, den Erfolg bei den Pfälzischen Meisterschaften zu wiederholen und bestenfalls bei den Südwestdeutschen Titelkämpfen besser abzuschneiden als 2020. „Das wird aber schwer genug, weil ich jetzt in der Altersklasse U21 kämpfe und da wieder der Jüngste bin“, erklärt der Judoka. Außerdem ist auch bei der Farbe des Gurtes noch Luft nach oben. Blasko trägt derzeit den braunen Gurt, eine Stufe darüber kommt der erste Grad des schwarzen Gürtels. „Dafür muss man aber mindestens 18 Jahre alt sein, zwei Wochenendseminare beim Judobund absolvieren und zudem noch eine schriftliche Prüfung ablegen“, erklärt Blasko.