Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Porträt: Andrea Fauß, die neue Marktmeisterin von Kusel

Andrea Fauß Foto: Klaus Müller/frei
Andrea Fauß

„Ich bin e echtes Kuseler Mäde“, sagt Andrea Fauß. Dazu gehört auch, die Feste gebührend mitzufeiern. In ganz anderer Funktion ist die 47-Jährige in Zukunft gefragt: Sie wurde vom Stadtrat zur dritten Beigeordneten und Marktmeisterin gewählt.

Andrea Fauß war bislang nicht kommunalpolitisch aktiv. Bei den Kommunalwahlen stand sie dann aber auf der Liste der Grünen, weil sie Eckhard Steuers Kandidatur zum Stadtbürgermeister unterstützen wollte. Die Grünen hätten auch das Ziel gehabt, die Beigeordnetenposten nicht nach Parteien, sondern noch Kompetenzen zu besetzen, schildert sie. Und kompetent ist sie: Andrea Fauß ist bei der Verbandsgemeindeverwaltung Ramstein-Miesenbach zuständig für Marktwesen und Beiträge. Zuvor hat sie bei der Verbandsgemeinde Altenglan gearbeitet.

Dass Christian Buch, der das Amt des Marktmeisters zehn Jahre innehatte, nicht mehr wollte, kann sie gut verstehen: „Es ist schon sehr zeitaufwendig.“ Oberste Priorität habe, die Attraktivität der Kuseler Feste zu erhalten. „Die Kuseler selbst sollen natürlich kommen, wir wollen aber auch überregional Gäste anziehen“, gibt Fauß als Ziel aus. Sie habe in Ramstein-Miesenbach viele Erfahrungen gesammelt und traue sich den Posten zu, sagt sie selbstbewusst. Es gebe „1000 Kleinigkeiten“ zu beachten. Die Organisation in Kusel laufe top, macht sie ihrem Vorgänger ein Kompliment, aber man könne auch mal etwas Neues ausprobieren.

Mit großer Mehrheit gewählt

Andrea Fauß ist bei der Kommunalwahl nicht in den Stadtrat gewählt worden, bezeichnet es aber als glückliche Fügung, dass sie Erfahrungen hat und sich den Posten der Beigeordneten und Marktmeisterin vorstellen konnte. Es sei ein großer Vertrauensbeweis gewesen, dass alle Fraktionen den Vorschlag der Grünen mitgetragen und sie als Neuling mit großer Mehrheit gewählt hätten.

Und als Marktmeisterin muss sie gleich loslegen. Schließlich steht die Herbstmesse quasi vor der Tür, für die allerdings Buch schon vieles vorbereitet habe. Zugute kommt ihr bei der ehrenamtlichen Arbeit, dass sie „schon immer eine Organisiererin“ war, strukturiert mit Liste und Zeitschiene arbeitet. Dass sie die erste Frau in dem Amt ist, in dem es auch mal hemdsärmelig zugeht, schreckt sie nicht: „Das war schon in Ramstein so.“

Joggen gibt Ausdauer

Andrea Fauß lebt in der Kuseler Tuchrahmstraße mit ihrem Freund zusammen. Dass sie gerne joggen geht, gibt ihr auch Ausdauer für den Job. Als Kuselerin sei sie mit sämtlichen Festen groß geworden, kann sich auch noch an das erste Altstadtfest erinnern, an dem sie teilnahm. „Ich war im Karneval- und im Turnverein und bin jedes Jahr beim Umzug mitgelaufen. Zur Messe kam immer die ganze Verwandtschaft, die ist schon etwas Besonderes.“ Gerade die Feste und das besondere Ambiente machten den Charme der Stadt aus.

Zwar wird die 47-Jährige „mit Herzblut drangehen“, an die neue Aufgabe, aber sie weiß auch, dass es schwierige Themen gibt. Den Wochenmarkt zum Beispiel, der mit immer weniger Ständen immer weniger Einkäufer anzieht – und umgekehrt. Sie habe seit ihrer Wahl schon viele Glückwünsche bekommen, erzählt sie, aber auch Anregungen für den Markt. „Eventuell kann man auch hier neue Wege gehen.“

Zum RHEINPFALZ-Gespräch kommt Andrea Fauß direkt von der Beigeordnetenbesprechung. Auch musste die nächste Stadtratssitzung vorbereitet werden – die Arbeit hat schon begonnen.

Info

Zu erreichen ist Andrea Fauß per E-Mail an marktmeisterin@kusmail.de.

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