Kusel Polizeiarbeit wie üblich

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Auftritte des Puppentheaters oder Aufklärungsarbeit zur Fasnachtszeit gehören in der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Kuseler Windhof ebenso zur Polizeiarbeit, wie Ermittlungen wegen Straftaten oder einfache Streifengänge, erläutert Wolfgang Scheid, Leiter der Ermittlungsgruppe Migration, im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

In den Containern neben dem ehemaligen Stabsgebäude der früheren Unteroffizier-Krüger-Kaserne auf dem Kuseler Windhof ist die Ermittlungsgruppe (EG) Migration der Polizei untergebracht – mit sieben Beamten und zwei Tarifbeschäftigten. Die dort eingesetzten Polizisten kümmern sich unter anderem um Präventions- und Aufklärungsarbeit mit den Asylbegehrenden, die in der Erstaufnahmeeinrichtung leben. Bis gestern waren das nach Angaben der Erstaufnahmeeinrichtung insgesamt 2582 Personen, die für eine begrenzte Zeit auf dem Windhof untergebracht waren. Vor zwei Wochen gab’s beispielsweise Infoveranstaltungen zu Fasnacht (wir berichteten), und auch über Rechte und Pflichten in Deutschland hat die Polizei schon informiert – jeweils unterstützt von Übersetzern. Wolfgang Scheid kündigt an: „Wir werden in verschiedenen Themenbereichen Schulungen durchführen, je nachdem, was ansteht.“ Ein wichtiger Punkt sei auch der Abbau von Vorurteilen oder Ängsten gegenüber der Polizei. Scheid: „Wenn die Menschen eine Zeit lang hier sind, sind sie der Polizei gegenüber nicht mehr so zurückhaltend.“ Anfangs sei das, je nach Herkunftsland und der dortigen Situation, nicht immer so, berichtet ein Beamter: „Da verbinden die Flüchtlinge mit Uniformierten, ob Polizisten oder Soldaten, oft nichts Positives.“ Die Polizeiarbeit auf dem Windhof gestalte sich sehr unkompliziert, sagt Scheid, die Stimmung sei überhaupt nicht aggressiv. Kommuniziert werde hauptsächlich in englischer Sprache, für komplexere Erläuterungen fänden sich aber auch immer wieder Übersetzer unter den Flüchtlingen. Wenn’s ernst wird – etwa bei der sogenannten Gefährderansprache, die offiziellen Charakter hat – kommen erfahrene Übersetzer der Erstaufnahmeeinrichtung zum Zug. Scheid: „Die Gefährderansprache ist so etwas wie die Gelbe Karte im Fußball. Wer auffällig wird – beispielsweise mit einer Rangelei – dem werden die möglichen Konsequenzen aufgezeigt.“ Das Gespräch wird schriftlich dokumentiert. Scheid: „Bisher hat das so weit geklappt, die Gelbe Karte war immer ausreichend.“ Solche Maßnahmen würden in enger Absprache mit der Einrichtungsleitung durchgeführt, betont Scheid. Wer sich weiter daneben benehme, müsse mit einem Strafverfahren rechnen. Wird aus der Rangelei eine Körperverletzung, werden die Beteiligten getrennt und in verschiedene Erstaufnahmeeinrichtungen gebracht – auch hier, „immer in enger Abstimmung mit der Afa-Leitung“. Scheid: „Wenn uns etwas bekannt wird, was strafrechtlich relevant ist, beginnen wir mit unseren Ermittlungen – ganz wie wir in einem üblichen Strafverfahren vorgehen.“ Unter den auf dem Windhof eingesetzten Polizeibeamten sind laut Scheid zwei Frauen. „Dass die Asylbewerber vor den Kolleginnen keinen oder weniger Respekt hätten, können wir nicht beobachten“, schildert Scheid seine Erfahrungen. Beim Wachdienst würden derzeit sogar gezielt weibliche Personen gesucht – „denen vertrauen sich die hier lebenden Frauen mit ihren Problemen eher an als Männern.“ Die EG Migration beschäftigt sich zum Großteil mit Diebstählen oder Körperverletzungen. Laut einer Sprecherin des Polizeipräsidiums Westpfalz ist es seit Anfang September innerhalb der Erstaufnahmeeinrichtung zu 49 Straftaten gekommen (Stand gestern), an denen Asylsuchende beteiligt waren. Schwerpunkte sind Diebstähle (16) und Körperverletzungen (14), teilt das Polizeipräsidium mit. (bgi)

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