Kusel „Oscar“ für die schönste Bar der Welt
„Oscar“ für Oliver Franz Schmidt und „El Equipo Creativo“: Der in Kusel geborene Architekt hat mit seinem Büro in Barcelona gleich zwei Design-Preise gewonnen. Die von ihnen gestaltete „Blue Wave Bar“ am Hafen der katalanischen Metropole wurde bei den jährlichen Restaurant- und Bar Design Awards in London mit dem Preis für die beste Bar in Europa und weltweit ausgezeichnet.
In Fachkreisen wird der Preis, der seit acht Jahren verliehen wird, auch „Oscar“ genannt. Es gab 1000 Bewerber aus der ganzen Welt und Auszeichnungen in 37 Kategorien. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ berichtet der Kuseler „aus dem Etschberger Weg“, sein Team habe zwar gewusst, dass sie etwas gewonnen hätten, als die Einladung zur Preisverleihung in London kam. Dass es dann aber quasi der Hauptpreis war, habe niemand geahnt. Bei der ersten Auszeichnung seien sie schon aufgesprungen, bei der zweiten habe es kein Halten mehr gegeben, erzählt Schmidt. Eine Jury von internationalen Designern hatte die „Blue Wave Bar“ ausgewählt. Diese liegt nicht nur am Hafen von Barcelona, wo Luxusjachten bis zu einer Länge von 190 Metern ankern, sie macht auch ihrem Namen alle Ehre. „El Equipo Creativo“ gestaltete das Innere so, dass es an eine sich brechende Welle erinnert. Licht und Schatten wechseln sich ab, die Farben changieren vom dunklen Ozeanblau bis zu einem hellen Schaum-Ton. Dies ist nicht der erste Preis, den Oliver Franz Schmidt, Jahrgang 1969, und seine Kollegen gewonnen haben (wir berichteten). 2010 hatte Schmidt, der zuerst eine Schreinerlehre bei Möbel-Mülhan in Kusel gemacht, danach in Kaiserslautern Architektur studiert hatte, mit Natali Canas del Pozo in Barcelona die „kreative Gruppe“ gegründet, die sich auf die Gestaltung von Gaststätten und Läden spezialisierte. Zum Team gehören heute 15 bis 20 Mitarbeiter – je nach Projekten. Darunter war 2015, wie Schmidt erzählt, auch ein Lokal, das der weltbekannte Fußballer Lionel Messi zusammen mit den Gebrüdern Iglesias betreibt, die in Barcelona etliche Restaurants haben. Zurzeit arbeitet das Büro auch in Boston und hat eine Anfrage aus Dubai. „Das hätte ich mir als 20-Jähriger aus Kusel auch nicht träumen lassen“, sagt Schmidt, der mittlerweile schon mit leicht spanischem Akzent spricht. |ba