Kusel Notfonds wieder einführen
Der Odenbacher Pfarrer Jochen Walker sorgt sich um die Finanzausstattung ländlicher Kirchengemeinden. In einem Antrag an die am Mittwoch, 9. Dezember, tagende Bezirkssynode Lauterecken setzt er sich für die Wiedereinführung eines Notfonds für dringende Bauangelegenheiten ein und fordert zugleich Solidarität reicherer Gemeinden.
Ländliche Kirchengemeinden, die etwa wie Odenbach über vier denkmalgeschützte Kirchen, zwei Gemeindehäuser und ein Pfarrhaus verfügen, werden nach Aussagen des evangelischen Pfarrers durch die von Speyer 2009 entschiedene Neuregelung der Baumittelvergabe in finanzielle Bedrängnis gebracht. Hintergrund ist laut Walker der inzwischen abgeschaffte Notfonds, von dem Kirchengemeinden bisher für dringende Bauangelegenheiten profitieren konnten. Zugleich wurde eine Bauinstandhaltungsrücklage für jedes Gebäude errechnet, „die in der Summe dazu führt, dass Kirchengemeinden ihre Haushalte nicht mehr ausgleichen, beziehungsweise die Baumittelrücklagen nicht in der erforderlichen Höhe erbringen können“, schildert der Theologe die Problematik. Anstatt dass Presbyterien in Zukunft darüber beraten müssten, welche Kirchengebäude einem „kontrollierten Zerfall anheimgegeben werden müssen“, regt Walker ein neues Nachdenken über eine Solidarität „reicher“ Gemeinden mit den schwächer gestellten an. In diesem Zusammenhang hält er die Wiedereinführung eines Notfonds bei der Landeskirche für ein geeignetes Instrument. Die Bezirkssynode Lauterecken möge darauf hinwirken, dass die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz die finanzielle Notsituation einzelner Gemeinden, die durch die Neuregelung der Finanzvergabe verursacht wurde, auf die Tagesordnung setzt und geeignete Maßnahmen zur Unterstützung der betroffenen Gemeinden beschließt, lautet Walkers Antrag an die Synode. Das Anliegen wird am Mittwoch, 9. Dezember, um 19 Uhr im Lauterecker Gemeindehaus auf der Tagesordnung stehen. (suca)