Kusel Notbetrieb in der Kindertagesstätte

Eine Krankheitswelle hat die evangelische Kindertagesstätte in Lauterecken schwer getroffen. Über die Hälfte der Erzieherinnen ist erkrankt, ebenso eine große Anzahl von Kindern. Ob ein Norovirus Ursache für die Erkrankungen ist, ist noch nicht bestätigt. Ein Labor ist mit der Ursachenanalyse betraut. Der Betrieb in der Kita läuft momentan auf Sparflamme.
„Im Moment können wir mit Mühe und Not eine Notgruppe aufrechterhalten“, berichtet Pfarrer Timo Schmidt von der protestantischen Kirchengemeinde Lauterecken, die Träger der Einrichtung ist, auf RHEINPFALZ-Anfrage. Dies sei bedauerlich, da im Normalfall vier Gruppen in der Kindertagesstätte betreut würden. Da die Symptome von schweren Magen-Darm-Beschwerden bis zu Erbrechen reichten, sei eine Infektion durch Noroviren nicht auszuschließen, sagt Schmidt. Man gehe aber aus Vorsichtsgründen immer vom denkbar schlimmsten Fall aus. Das Gesundheitsamt sei bereits am Mittwoch vor Ort gewesen und habe sich in der Kindertagesstätte umgeschaut. Nach einer Überprüfung konnte die Küche als möglicher Infektionsherd ausgeschlossen werden, teilt Schmidt mit. „Wir haben die Kindertagesstätte komplett von oben bis unten gereinigt, um eventuelle Erreger zu entfernen“, erläutert der Pfarrer. Auch die Hygienevorschriften der Kita seien in der Art und Weise angepasst worden, als ob es sich tatsächlich um den Norovirus handele. „Wir haben alle Maßnahmen ergriffen, die uns zur Verfügung stehen“, versichert Schmidt, dennoch sei „am Mittwoch der Notstand ausgerufen“ worden. Erste Anzeichen für eine Krankheitswelle habe es bereits vergangenen Freitag gegeben, einige Mitarbeiter und Kinder seien krank gewesen. Über das Wochenende verschlimmerte sich die Situation bei den Kindern, einige berichteten von schwerem Erbrechen und Übelkeit. Mittlerweile sei über die Hälfte der Belegschaft und eine große Zahl an Kindern erkrankt, sagt Schmidt. Eine Krisensitzung mit den Eltern sei noch nicht in Planung, man habe alle Hände voll zu tun gehabt, die Lage unter Kontrolle zu bringen. „Wir wissen aber, dass vom Gesundheitsamt ein Informationsblatt an die Eltern geschickt werden soll, in dem beschrieben wird, wie Eltern die Symptome erkennen können und auch wie sie sich im Zweifelsfall verhalten sollen“, betont der Pfarrer. Er sei zuversichtlich, dass die Eltern verantwortungsbewusst genug seien und erkrankte Kinder zu Hause behielten. Generell sollten sowohl Mitarbeiter als auch Kinder frühestens 48 Stunden, nachdem die Krankheitssymptome nicht mehr auftreten, ihr Zuhause wieder verlassen, weiß Schmidt. Auf die Frage, ab wann er wieder mit einem Normalbetrieb der Einrichtung rechne, habe er keine Antwort: „Ich hoffe, dass wir im Laufe der kommenden Woche den Normalbetrieb nach und nach wieder aufnehmen können“, berichtet der Pfarrer. Die Kreisverwaltung rechnet sogar schon Anfang nächster Woche wieder mit einem Normalbetrieb, wie ihre Sprecherin Karla Hagner auf Anfrage mitteilte. Als am Mittwoch ein Hygieneinspektor und ein Lebensmittelkontrolleur in der Kita gewesen seien, schildert Hagner, hätten diese festgestellt, dass der Erreger nicht über das Essen übertragen worden sei. Ein Beleg dafür sei auch, dass nicht alle Kinder und Betreuerinnen zur selben Zeit krank geworden seien. Dass die Erkrankungen dem Norovirus geschuldet sind, kann laut Kreisverwaltung weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. |bone