Kusel Noch kein konkret Verdächtiger nach Großbrand im Aldi-Markt in Wolfstein
Arno Heeling, Leiter der Polizeiinspektion Lauterecken, hat am Sonntag Gerüchten widersprochen, die Polizei habe bereits einen Tatverdächtigen. Es würden Spuren überprüft und es seien auch mehrere Personen befragt worden, aber noch sei nichts konkret, sagte er der RHEINPFALZ. Allerdings deutet vieles darauf hin, dass der Großbrand in der Nacht zum Samstag durch Brandstiftung entstanden ist. Dabei war der Aldi-Markt im Gewerbegebiet Pfingstweide komplett niedergebrannt (wir berichteten in der RHEINPFALZ am SONNTAG).
Bereits am Samstag war neben Ermittlern und Beamten der Spurensicherung auch ein Brandsachverständiger vor Ort. Heeling hofft, dass dessen Erkenntnisse bis Mitte/Ende dieser Woche vorliegen. Bei dem Brand war ein Schaden von rund zwei Millionen Euro entstanden. Nach aktuellem Kenntnisstand geht die Polizei von zwei Stellen aus, an denen Feuer gelegt wurde – einmal vor dem Gebäude in einem Mülleimer und einmal hinter dem Gebäude. Die Feuerwehr, so berichtet Wehrleiter Markus Böhmer, hat schnellstmöglichst das Feuer eingedämmt und einen Übergriff auf das angrenzende Gebäude verhindern können. Insgesamt waren bei dem Einsatz rund 140 Feuerwehrleute von 14 verschiedenen Wehren sowie das Technische Hilfswerk im Einsatz. Allerdings konnten auch sie nicht verhindern, dass das gesamte Gebäude ausbrannte. Binnen Minuten hatte es komplett in Flammen gestanden. „Die Zusammenarbeit hat einwandfrei funktioniert“, lobt Böhmer die Unterstützung und Arbeit seiner Kollegen. Bis 17 Uhr am Samstag waren die Feuerwehrleute unermüdlich im Einsatz, um Glutnester zu löschen. Auch der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, Andreas Müller, der selbst in der Nacht schon am Ort des Geschehens war, sprach den Einsatzkräften „für die gute Arbeit“ großen Dank aus. Wie ist die Lage jetzt? Nachdem die Feuerwehr im Laufe des Samstags mithilfe eines großen Baggers auch die letzten Brandherde gelöscht hat, ist die Arbeit der Feuerwehr vor Ort abgeschlossen und das Gebäude eingezäunt. „Jetzt müssen noch die ganzen Reinigungsarbeiten erledigt werden. Das wird auch noch mal bis Mitte der Woche dauern“, sagt Böhmer und betont: „Das ist angesichts des großen Brandes und der eingesetzten Maschinen auch kein alltägliches Geschäft.“ Nebenbei bemerkt kam bei dem Einsatz auch das erst seit einer Woche benutzte neue Tanklöschfahrzeug (TLF 3000) der Feuerwehr Lauterecken zum Einsatz. Dabei wurde ein leichter technischer Defekt festgestellt, der jetzt behoben werden muss, wie Müller und Böhmer einstimmig berichten. Ist für die Feuerwehr die Arbeit in den nächsten Tagen abgeschlossen, geht sie für die Stadt Wolfstein, Aldi selbst und den Eigentümer des Gebäudes jetzt erst los. Gemeinsam muss nun entschieden werden, wie die weiteren Planungen aussehen. Das aber kann sich laut Müller noch ein wenig hinziehen, auch weil Stadtbürgermeister Herwart Dilly zurzeit im Urlaub weilt. |mala/wop