Kusel Noch 246 junge Leute suchen Lehrstelle

372 junge Menschen haben sich seit dem 1. Oktober bei der Arbeitsagentur wegen einer Lehrstelle gemeldet. 246 von ihnen sind derzeit noch unversorgt – mehr als im Vorjahr, als es zudem weniger Bewerber gab. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Arbeitsagentur gestern vorgelegt hat.
Es ist offensichtlich wieder etwas schwieriger geworden, im Landkreis Kusel eine Lehrstelle zu finden. Denn die Anzahl an gemeldeten Ausbildungsplätzen seit 1. Oktober ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwas gefallen: von 203 auf 194 – 123 von ihnen sind, Stand gestern, bislang noch unbesetzt. Weil zugleich die Anzahl der Bewerber um neun auf 372 gestiegen ist, sind mehr junge Menschen zur Halbzeit des Ausbildungsjahres noch unversorgt als noch vor zwölf Monaten: 246 statt 242. Auf jeden freie Lehrstelle kommen damit, statistisch gesehen, zwei unversorgte Bewerber – ebenfalls etwas mehr als im Jahr zuvor. Allerdings fällt der Vergleich zum Ausbildungsjahr 2013/14 deutlich besser aus. Damals standen nur 131 freie Lehrstellen insgesamt 290 Bewerbern gegenüber. Alljährlich Ende März zieht die Arbeitsagentur Bilanz zum bisherigen Verlauf des Ausbildungsjahres, das für sie vom 1. Oktober bis zum 30. September läuft. Die Situation entwickelt sich dabei in der Westpfalz schlechter als die in der gesamten Arbeitsagentur-Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland, wie deren Chefin Heidrun Schulz gestern einräumte. Denn erstmals gab es in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz mehr Lehrstellen als Bewerber. Der Kreis Kusel hat sich diesem Trend noch ein Stückchen weiter entzogen als die Westpfalz, die Lücke zwischen Stellenangeboten und Bewerberanzahl ist noch etwas größer. Allzu viel Sorgen muss das allerdings nicht bereiten, denn die Kuseler sind als Pendler bekannt. Wer jetzt noch eine freie Lehrstelle im Landkreis Kusel sucht, der findet sie vor allem im Verkauf. Die Liste der unbesetzten Lehrstellen nach Branche führt die Ausbildung zur Verkäuferin mit zwölf freien Lehrstellen an; gefolgt vom Maschinen- und Anlagenführer (neun), dem Kaufmann im Einzelhandel sowie der Fleischereifachverkäuferin mit je acht Stellenangeboten. Dahinter rangiert mit sieben Nennungen der Kaufmann für Büromanagement – genau jener Ausbildungsberuf, für den sich die meisten der unversorgten Bewerber interessiert: Er ist auf der Wunschliste 19-mal notiert. Gleich dahinter folgt der Kfz-Mechatroniker mit 17 Nennungen – darunter einmal von einer Bewerberin –, gefolgt vom Einzelhandelskaufmann (14). Doch wohin sind jene Bewerber aus der Statistik entschwunden, die nach sechs Monaten als versorgt gelten? 73 von ihnen haben entweder bereits eine Ausbildung begonnen oder zumindest einen Lehrvertrag unterschrieben. 32 haben zum 30. September eine Alternative gefunden – zumeist einen weiteren Schulbesuch –, schließen aber eine Lehre nicht aus, falls sie noch eine Stelle finden. Und 21 haben sich zwar irgendwann einmal als suchend bei der Arbeitsagentur registriert, dann aber keine weitere Hilfe mehr erbeten. (wop)