Kusel Nebenbei bemerkt:

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Es war schon zumindest „ungeschickt“ von der Polizei, den Vorgang am Kuseler Bahnhof Anfang vergangener Woche nicht direkt öffentlich zu machen. Auch wenn sich die Ermittlungen als äußerst schwierig erwiesen haben. Wir haben, seit uns ein Hinweis erreicht hat, nun ja schon mehrfach über das Thema und die Hintergründe berichtet. Mit einer kurzen Polizeimeldung a la „am Bahnhof ist es zu einem Streit gekommen, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeugen“, hätten die Gesetzeshüter den Druck vom Kessel genommen, bevor er überhaupt entstehen hätte können. So geisterten nun tagelang Mutmaßungen durch die sozialen Netzwerke, jeder hat plötzlich was gesehen oder gehört. Das ist ein gefährlicher Nährboden für üble Gerüchte! Schnell werden da aus den mutmaßlichen Opfern Täter – und umgekehrt. Das ist Wasser auf die Mühlen der Verschwörungstheoretiker, die fest daran glauben, dass es eine Anweisung von ganz oben gibt, Vorfälle mit Beteiligung von geflüchteten Menschen nicht in Polizeiberichten zu veröffentlichen. Dass man diesen vermeintlichen Aluhut-Trägern mit Argumenten nicht beikommt, das durften wir zu Wochenbeginn am eigenen Leib erfahren, als wir auf unserer Facebook-Seite unsere närrische Fasnachtsdienstagsausgabe angekündigt haben. Wie schon seit Jahren, haben wir 2017 unserer Fantasie freien Lauf gelassen, und die erste Seite mit frei erfundenen, heiteren Geschichten gefüllt. Närrische Tradition der Westricher Rundschau. Dass nicht jeder darüber lachen kann, vielleicht auch nicht jeder Gag pointiert war – geschenkt. Die erfundenen Artikel waren an den bunten Überschriften zu erkennen. Das haben wir so erklärt. Schwups hat man uns einen – an den Haaren herbeigezogenen – Strick daraus gedreht: „Ihr habt doch auch bunte Bilder. Sind die auch alle erfunden?“ Seufz. Da fällt selbst wortgewandten Kollegen nix mehr dazu ein. Ebenfalls ein bisschen sprachlos lassen uns die umfangreichen Straßenarbeiten im Lautertal zurück. Gut zwei Jahre lang müssen Pendler und Bewohner teilweise lange Umleitungsstrecken in Kauf nehmen, um nach Kaiserslautern zu kommen – oder in die andere Richtung. Das Autofreie Lautertal fällt in diesem Jahr den Arbeiten ebenfalls zum Opfer. Und 2018 kommen noch Bauarbeiten entlang der Lautertalbahn dazu. Ein Traum! Eher ein Alptraum für die Kreimbach-Kaulbacher, die mal eben in Hirschhorn etwas zu erledigen haben. Die dürfen dann mal statt fünf Minuten Autofahrt fast eine halbe Stunde das Pfälzer Bergland genießen. Die zweijährige Baustellenphase kurbelt voraussichtlich das Geschäft der Einkaufsmärkte in Lauterecken und Wolfstein an. Rutsweilerer oder Kreimbach-Kaulbacher werden in den nächsten Jahren wohl kaum freiwillig in Katzweiler oder Otterbach einkaufen – auch wenn es sie sonst eigentlich für die wöchentlichen Erledigungen dorthin zieht ... Blöd, dass es in Wolfstein derzeit keinen Discounter gibt. Aldi hat sich ja immer noch nicht zur Zukunft des im Oktober abgebrannten Markts in der Pfingstweide geäußert. Dass es mit der Entscheidung so lange dauert, ist kein gutes Zeichen. Schließlich ist jeder Tag ohne Kundschaft doch auch ein Tag ohne Einnahmen. Die Konkurrenz in Lauterecken dürfte das Zögern freuen. Die ersten Frühlingsboten sind schon da: Die Eisdiele am kleinen Kreisel in Kusel hat wieder offen. Die sonnenanbetenden Kollegen freuen sich schon auf heiße Sommertage und Mittagspausen im Freien. Die Wiedereröffnung ist für Kuseler ein Zeichen, dass die Wintermäntel bald in den Schränken verschwinden können. Und ach ja, die Schneeglöckchen blühen auch schon eine Weile ... | Benjamin Ginkel

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