Kusel Nebenbei bemerkt...:

Was für ein Start ins neue Jahr. Polizei, Feuerwehr und Verwaltung in Alarmbereitschaft. Nur weil ein junger Mann in seinem Elternhaus in Lauterecken zentnerweise Feuerwerkskörper und chemische Substanzen, mit denen sich Explosives herstellen lässt, gehortet hat. Was treibt einen Menschen dazu und was hatte er damit vor? Die Frage beschäftigt nicht nur Polizei und Staatsanwaltschaft. Das fragen sich auch die Bürger, die im Umfeld seines Elternhauses wohnen und ihre Wohnungen verlassen mussten, als gestern das explosive Zeug geborgen wurde. Damit änderte sich der komplette Tagesablauf zwischen 6 und 17 Uhr. Und auch die Mitarbeiter in der Verwaltung werden diese Tage wohl nicht mehr vergessen, weil eine Lagebesprechung die andere jagte, um in Abstimmung mit Polizei, Sprengstoffexperten und Feuerwehr einen sicheren Abtransport des explosiven Zeugs zu gewährleisten. Gefahrenabwehr ist eine diffizile Angelegenheit. Vieles muss bedacht werden. Handzettel entwerfen, austeilen, die Bürger informieren, Evakuierungsbereich definieren und absperren, Verkehrsregelung ändern, Betreuungsstelle einrichten und so weiter und so fort. Gut, dass das Zeug nun weg ist und alle aufatmen können ... Es gibt noch einen guten Grund, erleichtert zu sein nach Ende der Bergung. Dann sind – hoffentlich – auch wieder all jene Altklugen und selbst ernannten Sprengstoffexperten ruhig, die in den sozialen Netzwerken den Aufwand kritisiert haben (Zitat: „Eine Lachnummer“), mit dem die Behörden die Bergung betrieben haben. Frei nach dem Motto: Die sollen doch nicht so nen Aufstand machen wegen der läppischen 110 Kilo Feuerwerkskörper. Wetten, dass diese Möchtegern-Humoristen die ersten wären, die laut „Staatsversagen“ brüllen, wenn wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen etwas passieren würde? „Focus Money“ hat in dieser Woche mal wieder eines seiner berühmt-berüchtigten Landkreis-Rankings veröffentlicht. Und, völlig überraschend, steht der Kreis Kusel erneut unter den schlechtesten der 383 Städte und Landkreise in Deutschland in Sachen wirtschaftliche Kennzahlen. Eine Grafik weist für Westdeutschland nur vier rote Flecken, im Sinne von ganz schlecht, aus – und Kusel ist darunter der einzige Landkreis. Ansonsten sammelt sich das Rot im Osten. Was man dagegen tun könnte, dass der Kreis Kusel immer so schlecht abschneidet, dazu haben wir auch keine Idee. Allerdings gefällt uns die kreative Idee eines lokalen Spötters: „Lasst uns den Landkreis Kusel einfach nach Ostdeutschland verschieben, dort sind wir nicht mehr ganz hinten im Ranking.“ | Dietmar Fligg/Wolfgang Pfeiffer