Kusel Nebenbei bemerkt...:

In dieser Woche wollten wir mal ganz was Spannendes machen. Uns anschauen, wie US-Soldaten mit Hubschraubern üben, sich abseilen und so ähnlich. Daraus geworden ist nichts – und wir wundern uns immer noch, warum. Ausgangspunkt war eine Mitteilung, wonach US-Truppen im Landkreis üben wollten und es daher beispielsweise zu kreisenden Hubschraubern und Landeoperationen kommen sollte. Diese Mitteilung hatte durchaus ihren Sinn, damit nicht plötzlich jemand glaubt, wir würden angegriffen – ein naheliegender Gedanken, seit wir in Kusel keine Bundeswehr mehr haben, die uns hätte schützen können. Jedenfalls erschien uns das wichtig und außergewöhnlich genug, dass wir das nicht nur veröffentlicht, sondern gleich auch noch bei der zuständigen Pressestelle des US-Militärs nachgefragt haben, ob wir denn ein bisschen zuschauen und fotografieren dürften, wenn da mutmaßliche Spezialkräfte besondere Einsätze bei Altenglan oder Eßweiler fahren. Da wir um die Sensibilität wissen, die das US-Militär in Sachen ungelenkter Öffentlichkeitsarbeit gedanklich verfolgt, waren wir einigermaßen erstaunt, als von der Pressestelle das Okay kam. Vorsorglich haben wir auch noch den zuständigen Stab angeschrieben, um die Bedingungen vor Ort zu klären. Zwar kam von dort keine Antwort, aber das hat uns nicht weiter gejuckt. Immerhin stand das grüne Licht der Pressestelle. Und die muss es ja wissen. Am Mittwoch dann aber die Ernüchterung. Kein Hubschrauber, kein Soldat, kein Garnichts an der nämlichen Stelle zur angegebenen Zeit. Auch nicht nach einigem Warten. Also Nachfrage bei den Amerikanern, wo denn der Landungstrupp bleibe. Antwort: So etwas sei gar nicht geplant gewesen. Die mutmaßlichen Landeplätze hätten nur vorsorglich freigehalten werden sollen. Und überhaupt sei alles ein Missverständnis der Kommune, von der die erste Meldung an uns gekommen war. Da wir weithin bekannt dafür sind, uns die Hose mit der Kneifzange anzuziehen, glauben wir dieser Erklärung natürlich. Und wir werden nie auf die Idee kommen, dass die US-Pressestelle vorschnell ihr Ja gegeben hat, während die Militärs doch gar nicht wollten, dass ihnen die Presse über die Schultern schaut. Beinahe hätten wir noch ein weiteres Thema für dieses Plaudereckchen gehabt. Eines aus Lauterecken. Von dort ging uns nämlich die Einladung zur Stadtratssitzung zu mit einer überraschenden Tagesordnung. Unter Punkt sieben des nichtöffentlichen Teils war nämlich aufgeführt: Bekanntgabe der im nichtöffentlichen Teil gefassten Beschlüsse. Hä? Welchen Sinn ergibt es denn, wenn in nichtöffentlicher Sitzung mitgeteilt wird, was nichtöffentlich beschlossen wurde? Wir hätten diese originelle Variante in unser bereits gut gefülltes Kästchen mit originellen Ideen aus Lauterecken gelegt und uns noch eine Weile gewundert. Doch schon Minuten später kam die Korrektur: Hinter den öffentlichen und den anschließenden nichtöffentlichen Teil wird ein öffentlicher Teil gelegt, in dem die Beschlüsse aus nichtöffentlicher Sitzung mitgeteilt werden. Aha. So ergibt’s eine Art von Sinn. Und weil wir nun nicht mehr völlig verwirrt, sondern nur noch grenzenlos glücklich sind, verzichten wir auch auf die Frage, warum denn die Auftragsvergabe für die Sanierung des Gebäudes Hauptstraße 45 überhaupt im nichtöffentlichen Teil erfolgt, statt im öffentlichen. Denn dort, in die Öffentlichkeit, gehört sie tatsächlich hin. | Wolfgang Pfeiffer