Kusel Nebenbei bemerkt...:

Placeholder-Image

570.000 Hektoliter Fruchtsaft-Jahresproduktion, 71 Millionen Euro Umsatz in diesem Jahr: Die Geschäftsführung von Niehoffs Vaihinger in Lauterecken machte keinen unzufriedenen Eindruck, als sie zur Wochenmitte diese Zahlen verkündete. Und Eindruck macht auch die Ankündigung, im nächsten Jahr zwölf Millionen Euro in den Standort Lauterecken zu investieren. Das Geld wird ausgegeben für eine neue Abfüllanlage samt Gebäude. Die Investition sei ein klares Bekenntnis zum Standort Lauterecken, sagte Geschäftsführer Gerd Gründahl. Das hört man in Lauterecken gerne. Immerhin mehr als 90 Menschen aus der Region stehen dort in Lohn und Brot. Neben den Arbeitsplätzen sorgt die Firma interessanterweise auch für einen moderaten Wasserpreis. Ohne Wasser geht bei Niehoffs Vaihinger nichts. Da beim Safthersteller die Abfüllanlagen rund um die Uhr laufen, braucht es viel Wasser, mit dem die Fruchtkonzentrate verdünnt werden. Dazu kauft das Unternehmen Trinkwasser von der Verbandsgemeinde – und zwar im Jahr etwa so viel wie die Stadt Lauterecken verbraucht, sogar etwas mehr. Da kommt ein Sümmchen zusammen. Ohne den Safthersteller ginge der Verbandsgemeinde viel Geld flöten. Die Folge wäre eine saftige Preiserhöhung für die Bürger. Befürchtungen in diese Richtung braucht man an Glan und Lauter wohl eher nicht zu hegen. Eine Garantie auf ewig kann zwar niemand geben. Aber wer investiert schon zig Millionen, um dann zu gehen? Für die Kostenrechner in den Verwaltungen wäre es toll, wenn die Friedhofshaushalte der Gemeinden ausgeglichen wären – für die Gemeinden natürlich auch. Das geht einerseits aber nur, wenn – man muss es so deutlich sagen – genügend Menschen sterben, damit die Kosten durch die Grabgebühren gedeckt werden. Das zu planen, ist eine Unmöglichkeit. Die andere Möglichkeit ist, die Gebühren drastisch zu erhöhen, so wie das schon oft praktiziert wurde. In Steinbach soll, wenn es nach der dortigen Wählergruppe geht, eine dritte Möglichkeit zur Kostendeckung geschaffen werden: Ein Auswärtiger, der sich auf dem Steinbacher Friedhof eine Bestattung in einem Baumurnengrab wünscht, soll 40 Prozent mehr bezahlen als ein Einheimischer – 1031 Euro statt 600. Da darf man schon mal die Frage stellen, ob diese Gebührengestaltung vielleicht etwas mit Diskriminierung zu hat? Was bitteschön rechtfertigt diesen Preisunterschied? Und einmal davon abgesehen: Der unverhältnismäßige Preisaufschlag dürfte wohl kaum dazu angetan sein, sich gerade dort beerdigen zu lassen. Wenn sich die Wählergruppe da mal nicht verrechnet hat.

x