Kusel Nebenbei bemerkt...:

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Man mag nach dem Volksbank-Paukenschlag rätseln, gar trefflich streiten, wer denn nun die Schuld am Scheitern der Fusion trägt. Waren es die Lauterecker Genossen mit ihrer Forderung nach langfristigen Garantien, deren Erfüllung zwar beruhigend für den Standort Lauterecken gewesen wäre, die aber nur schwerlich in die schnelllebige Zeit gepasst hätten, in denen Wirtschaftsunternehmen – auch Banken sind solche - nur ganz selten über die nächsten paar Jahre hinausdenken? Oder ist der Schuldige die Volksbank Glan-Münchweiler, die allzu deutlich die Forderungen aus Lauterecken abgelehnt hat? Klar ist nur eins: Wenn schon die bloße Nachricht, dass die Glan-Münchweilerer angesichts ihrer Raumnot darüber nachdenken, das benachbarte Rathaus zu kaufen, für solche Verunsicherung, für solches Misstrauen in Lauterecken gesorgt hat, dann war es um das wechselseitige Vertrauen nicht gut bestellt. Nun machen also beide Volksbanken – zunächst – alleine weiter. Im Vertrauen darauf, dass ihnen ihr Dachverband attestiert hat, Selbiges auch zu können. Man mag es beiden gönnen, dass die Experten recht haben. Doch nur allzu oft haben, gerade im Bankensektor, die Fachleute ziemlich danebengelegen. Wer hätte beispielsweise vor wenigen Jahren gedacht, dass die Deutsche und die Commerzbank derart in Schieflage geraten könnten? Beide Institute haben nach der gescheiterten Fusion Personalfragen zu beantworten, die sich mit der Fusion nicht gestellt hätten. In Lauterecken geht Vorstandsvorsitzender Klaus Gerber in den Ruhestand. Irgendwann im nächsten Jahr; wenn alles geregelt sei, wie er sagt. Für ihn braucht es einen Nachfolger. In Glan-Münchweiler geht Vorstand Walter Hoffmann Ende des Jahres in den Ruhestand. Sein Nachfolger steht schon fest: Christian Dietrich. Doch der ist, wie Hoffmanns Kollegin Sabine Mack, ein Marktmann, einer, der sich um die Kunden und das Geschäft mit ihnen kümmert. Jede Bank muss jedoch ein Vorstandsmitglied haben, das die internen Vorgänge verantwortet und zwecks Unabhängigkeit ganz die Finger weglässt vom Markt. Einer von beiden in Glan-Münchweiler muss also ein Ressort übernehmen, zu dem es ihn nicht zieht. Beide Institute haben verlautbart, dass die Tür für die Fusion, die – von außen betrachtet – wirklich sinnvoll gewesen wäre, endgültig zu sei. Es wird spannend zu sehen, ob sie sich nicht in ein, zwei Jahren doch nochmals öffnet. Dann, wenn der Marktdruck – EU-Vorgaben, Digitalisierung, Internetbanken und Demografie – den Druck auf die kleinen Banken noch weiter erhöht. Und es wird nicht minder spannend zu beobachten, ob wenigstens die Kreissparkasse Kusel und die Stadtsparkasse Kaiserslautern ihre Fusion hinbekommen. Denn hier sind die Stolpersteine deutlich größer und vielzähliger als jene, die die beiden Volksbanken jetzt haben straucheln lassen. In dieser Woche ist, kaum bemerkt von der Öffentlichkeit, ein weiterer, ganz wichtiger Schritt auf dem Weg zur Fusion der drei Südkreis-Verbandsgemeinden vollzogen worden: Das Fusionsgesetz des Landes ist veröffentlicht. Damit sind alle Voraussetzungen erfüllt, damit die Kommunalaufsicht, also die Kreisverwaltung, nun auch den Termin für die Wahl von Verbandsbürgermeister und Verbandsgemeinderat festlegen kann. Das sollte sie möglichst schnell tun, denn bis zum mutmaßlichen Wahltermin 4. Dezember ist es nicht mehr lange hin. Damit wird es aber auch so langsam Zeit, dass Schönenberg-Kübelbergs Ex-Bürgermeister und Jetzt-Beauftragter Karl-Heinz Schoon sich erklärt – zumal die SPD bereits überraschend vorgelegt hat. Nicht Klaus Jung, der lange als Favorit gehandelte Fraktions- und Gemeindeverbandsvorsitzende, geht ins Rennen, sondern Gerhard Glaser, der Kuseler Polizeichef, der sich parteiintern gegen den politisch blutjungen Christopher Biehl aus Bosenbach durchgesetzt hat. Mit Jung als Kandidat hätte die SPD auf verlorenem Posten gestanden. Zu unbekannt und zu wenig sensibel im Umgang mit Menschen, hätte es der Richter aus Gries schwer gehabt, an der 30-Prozent-Marke zu kratzen. Glaser hingegen ist zwar kommunalpolitisch eher unbeleckt, aber dank seines Amts als Polizeichef in allen drei beteiligten Verbandsgemeinden bekannt. Zudem bringt er die Erfahrung eines Behördenleiters mit und dürfte auch davon profitieren, dass angesichts der Geschehnisse in den vergangenen Monaten ausgewiesene Vertreter von Recht und Gesetz zunehmend Zustimmung finden. Nun warten wir also voller Spannung auf Schoons Rückkehr aus dem Urlaub und seine Erklärung zur Kandidatur. Wir sollten es schon bald wissen, ob es im Dezember Glaser gegen Schoon oder Glaser gegen Christoph Lothschütz heißt – mit der Option, dass auch noch ein Dritter, womöglich von der AfD, ins Rennen eingreift.

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