Kusel Nebenbei bemerkt...:

Tag zwei der Lauterecker Schweigemärsche für die Schloss-Sanierung ist vorbei. Und die Beteiligung war noch dürftiger als beim Auftakt eine Woche zuvor. Man muss nicht lange drumrum reden: Der vollmundig angekündigte Protest gegen das Land und vor allem den Landesrechnungshof wegen deren fehlender Begeisterung für das Schloss-Projekt ist ein formidabler Flop. Nun haben die Veranstalter zwei Möglichkeiten. Entweder setzen sie ihren derzeitigen Mini-Protest so lange aus, bis vielleicht irgendwann mal steigende Temperaturen mehr Protest-Interessenten erwärmen als nur die Handvoll Aufrechten, die ohnehin mehr oder weniger eng mit dem Projekt verbandelt sind. Oder sie machen mit schmalem Erfolg weiter und liefern dem Land neben allzu optimistischen Berechnungen für ihr ambitioniertes Projekt gleich noch ein weiteres Argument gegen den opulenten Zuschuss: nämlich dass die Schloss-Sanierung in der gewünschten Form nicht nur zu teuer ist, sondern auch kaum jemanden in Lauterecken interessiert. Apropos Sanierungen. Wenn diese im Bestand erfolgen, können die Bauherren zuweilen unangenehme Überraschungen erleben. Das ist bekannt. Also Schwamm drüber. Ärgerlich wird’s nur, wenn das Problemchen an einem Ort entsteht, wo es gar nicht notwendig wäre. Beispielsweise wenn man einen Lift baut und den Steuerungskasten an einer Stelle anbringt, an der er dem Kopf eines Normalgroßen im Weg sein könnte. Und zwar so geschickt, dass er häufig im Weg ist. Das führt gleichermaßen zu Kopfschmerzen – bei den Be- und Getroffenen – wie zu Kopfzerbrechen bei denen, in deren Kopf die Planung einer solch sensiblen Stelle für den Kasten entstanden ist. Glücklicherweise lässt sich ein solches Malheur leicht erledigen. Der Kasten wird versetzt – kostet ja nicht viel zusätzlich, die ganzen Zuleitungen anders zu führen. Und ansonsten? Mund zu. Muss ja keiner erfahren. Also halten wir hier auch die Klappe und verraten nicht, in welchem Rathaus in der Nähe sich so etwas abgespielt haben könnte. Hut ab vor Wolfstein. Monatelang dümpelte das Problem des drohenden Ärztemangels so vor sich hin, ohne dass wirklich jemand aktiv wurde. Nach dem aufreibenden Wahlkampf im Frühsommer 2014 verblieb offenbar weder Zeit noch Kraft. Jetzt aber geht’s hier so richtig ab. Angetrieben von Stadtbürgermeister Herwart Dilly kommt nun das Thema medizinisches Versorgungszentrum unter der Regie von wem auch immer – Kommune? Westpfalz-Klinikum? – ins Laufen. Natürlich ist ein solches Konstrukt für unsere Region Neuland. Natürlich steht und fällt alles damit, dass es gelingt, Ärzte in die Westpfalz zu holen, die im Versorgungszentrum angestellt und tätig werden wollen. Also bleiben viel Ungewissheit und viel Arbeit. Aber wenn es funktioniert, ist nicht nur ein lange wenig wahrgenommenes Problem gelöst, sondern es steht auch ein Modell für andere Regionen in der Nordwestpfalz, in denen die Situation bald ähnlich prekär werden wird. Nach der USA-Reise von Innenminister Roger Lewentz, zu dem zwar – erneut – Baumholders Verbandsbürgermeister Peter Lang, nicht aber Kusels Stadtbürgermeisterin Ulrike Nagel eingeladen war, ist die Hoffnung, dass amerikanische Truppen ihre neue Heimat in Kusel finden könnten, zum bloßen Griff nach einem Strohhälmchen geworden. Leider. Fakt ist: Die Garnison Baumholder bleibt bis auf Weiteres erhalten. Fakt ist ebenfalls: Nur wenn Baumholder über die eigene Kapazitätsgrenze hinaus aufgestockt wird, kommt Kusel als Zusatzquartier ins Gespräch. Fakt drei: Eine solche Verstärkung würde – so überhaupt – erst zwischen 2017 und 2019 in die Region ziehen. Damit dürfte Kusel aus dem Rennen sein. Denn auf eine Vielleicht-Variante in zwei bis vier Jahren kann die Stadt bei der Umnutzung des Kasernengeländes nicht warten. Noch klarer: Sollte die Kaserne geeignet sein, wird sich auch das Land angesichts der momentanen Flüchtlingsunterkunftsnöte nicht auf die Wartebank setzen. Schade, die zumindest kurz- bis mittelfristig beste Chance für Kusel scheint damit dahin.