Kusel Nebenbei bemerkt...:

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Die Protestwelle hat jetzt auch den Landkreis Kusel erreicht. Noch nicht bemerkt? Dann waren Sie – wie so viele – am Dienstagabend nicht in Lauterecken. Dort hat Bürgermeister Heinrich Steinhauer nämlich zu Schweigemärschen aufgerufen. Weil das Land den Umbau des Veldenz-Schlosses nicht so finanziell unterstützt, wie die Stadt sich das wünscht, sollen jetzt jede Woche die Bürger auf die Straße gehen. Das taten sie denn auch. Allerdings nur zehn Männer und Frauen, angeführt von der Stadtspitze. Von den Mitgliedern des Stadtrates – keine Spur. Die Polizei schickte sogar mal kurz einen Streifenwagen vorbei – vielleicht hatte sie mit Ausschreitungen oder Gegendemonstrationen gerechnet. Doch bis die Beamten kamen, da war der kurze Gang um Schloss und Veldenzturm bereits vorbei. Ist ja nicht weit. Einen der Demonstranten, den riss der Kampf für das hehre Ziel sogar so mit, dass er mehrmals laut ausrief: „Wir wollen unser Schloss erhalten.“ Von Schweigemarsch konnte zumindest in diesen Minuten keine Rede mehr sein – auch wenn das Flehen nicht bis ins ferne Mainz gedrungen sein dürfte. Egal, die Lauterecker kämpfen für ihr Schloss. Und wollen dies künftig jeden Dienstagabend tun. Egal ob schweigend oder laut. Auch am Fasnachtsdienstag. Vielleicht kommen dann ja ein paar in Verkleidung. Ein ganz anderes Thema und kein bisschen komisch ist die Zukunft der Kaserne in Kusel. Noch immer ist unklar, ob die jetzt zu einer Flüchtlingsunterkunft wird. Zwar verdichten sich die Anzeichen, doch noch immer hat das Land nicht endgültig gesagt, was denn nun wird. Hoffentlich zieht sich das nicht mehr lange hin, damit nicht nur die Verantwortlichen bei Kreis und Stadt, sondern auch die Bürger wissen, was auf sie zukommt. Angesichts von um die 500 Asylbewerbern, die dann kommen würden, haben viele nämlich ganz einfach Angst. Davor, was auf sie zukommt, was die vielen Fremden in der kleinen Kreisstadt machen, ob es künftig gar keine Termine bei den immer weniger Ärzten gibt, ob die Kriminalität ansteigt und und und... Von den vielen unqualifizierten Parolen, die an Stammtischen und in sozialen Netzwerken abgesondert werden, mal ganz zu schweigen. Deswegen wäre es besser, bald zu wissen, woran man ist – und dann gemeinsam ein Konzept zu entwickeln, wie man den Flüchtlingen einen guten und sicheren Aufenthalt im Westrich bietet – aber auch die Menschen zu beruhigen, die hier leben und die vielleicht einfach Angst haben vor dem Unbekannten und dass es ihnen schlechter geht. Ein Anfang ist gemacht mit der regelmäßigen Sprechstunde der Bürgermeisterin. Doch es muss noch vieles folgen.

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