Kusel Nebenbei bemerkt...:

Das darf doch nicht wahr sein! Das war die erste Reaktion, als diese Woche die Polizeimeldung bei uns einging, laut der eine Frau aus Lauterecken einem Mann 900 Euro bezahlt hatte, damit dieser sie besuchen kommen kann. Was natürlich nie geschah. Konkret hatte eine 50-Jährige im Internet einen Mann kennengelernt. Der gab vor, er sei als US-Soldat in Nigeria stationiert. Um über Weihnachten nach Deutschland zu fliegen, fehle ihm das Geld. Und die Frau überwies ihm prompt stolze 900 Euro – um anschließend zu merken, dass sie einem Schwindler aufgesessen war. Selber schuld, denkt man zunächst. Und dann, bei längerem Nachdenken, kommt man zu einem ganz anderen Schluss. Wie einsam muss jemand eigentlich sein, damit er einem anderen, den er noch nicht mal persönlich, sondern nur aus den sozialen Netzwerken kennt, soviel Geld schickt – nur damit der zu Besuch kommen kann. Das lässt doch tief blicken. Und es zeigt sich, dass auch bei uns, auf dem Land und nicht in der vielbeschworenen Anonymität der Großstädte, viele Menschen offensichtlich ziemlich allein sind. Ein Gedanke, der traurig stimmt. Nicht nur, aber gerade jetzt in der Weihnachtszeit. Zu Herzen gehen auch zwei weitere Nachrichten dieser Woche. Zum einen die, dass Bernhard Bauer nach 28 Jahren als Geschäftsführer von Minitec aufhört. Klar, er geht nicht so ganz, bleibt zumindest noch als Berater für vier Tage in der Woche seinem Betrieb erhalten. Trotzdem: Eine Ära geht zu Ende. Denn der kleine Geschäftsmann gehört zu den ganz Großen im Kreis. Nicht nur, weil er aus kleinsten Anfängen heraus das Vorzeigeunternehmen im Südkreis aufgebaut hat. Nein, er ist auch ein feiner, ein ungewöhnlicher Unternehmer. Für seine Mitarbeiter steht die Bürotür stets offen, und wenn er Gutes tut – und das tut er oft –, dann hängt er es nicht an die große Glocke. Verabschiedet worden ist diese Woche Klaus Müller. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde geht nach stolzen 35 Jahren im Amt. Das macht ihm keiner mehr nach. Auch nicht, dass er sich vom Einnehmerei-Lehrling hochgearbeitet hat. Die Abschiedsfeier war denn auch eine ganz große Party. Mit vielen Reden, großem Lob und ein paar Anekdoten. Klaus Müller selbst sorgte am Schluss noch mit einer humorvollen Ansprache dafür, dass es nicht gar so traurig wurde. Denn leicht, das wissen die, die ihn kennen, fiel ihm der Abschied vom Amt nicht. Und es ist bereits sicher, dass man ihn in anderen Funktionen auch weiterhin sehen wird.