Kusel Nach zwölf Jahren macht’s ihm noch immer Spaß

Mit der bevorstehenden Fusion der Verbandsgemeinden Lauterecken und Wolfstein zum 1. Juli endet die Amtszeit von Wolfsteins Verbandsbürgermeister Michael Kolter schon auf halber Strecke. Seine Verbandsgemeinde gibt es dann nicht mehr. Will er Bürgermeister bleiben, muss er erneut kandidieren und gewinnen. Ersteres tut er wieder, ob er gewinnt, entscheidet sich bei der bevorstehenden Kommunalwahl.
Kolter könnte auch verzichten, ohne dass ihn das besonders belasten müsste. Da seine Amtszeit offiziell noch bis Oktober 2018 läuft, seine Verbandsgemeinde aber nicht mehr existiert, könnte er als hauptamtlicher Beigeordneter der neuen Verbandsgemeinde weitermachen und würde nicht ins berufliche Abseits geraten, auch finanziell nicht. Aber als Vertreter der neuen Gebietskörperschaft nur den „Grüßaugust“ bei Repräsentationsterminen geben, wie er es einmal formulierte, das möchte er nicht. Und sich mit 55 schon aufs Altenteil zurückziehen – was ebenfalls möglich wäre – ist erst recht keine Option für den gebürtigen Roßbacher. Kolter ist noch längst nicht amtsmüde. Die Arbeit macht dem 55-jährigen Bürgermeister immer noch Spaß. Das hat er vor Beginn seiner zweiten Amtszeit auch schon gesagt, und es hat sich bislang nichts daran geändert. Aus dem einstigen politisch unerfahrenen Neuling Michael Kolter ist seit seinem Amtsantritt als Wolfsteiner Verbandsbürgermeister im Jahr 2002 mittlerweile ein erfahrener Kommunalpolitiker geworden; er hat in den Jahren ein gutes Gespür dafür entwickelt, wie man möglichst geräuschlos zu überparteilichen Lösungen kommt. Der studierte Rechtspfleger und Amtsanwalt versucht bei seiner Arbeit im wesentlichen zwei Grundsätze zu beachten: Kommunikation und Bürgernähe. Weil er bislang damit gut gefahren ist, will er daran auch nichts ändern. Es sei ihm besonders wichtig, mit allen kommunalpolitisch Verantwortlichen zusammenzuarbeiten, betont er. Die Arbeit müsse von gegenseitigem Respekt und Anerkennung getragen sein. Wenn er von Kommunikation spreche, dann sei das keine Worthülse. Er lebe dieses Prinzip, indem er alle Entscheidungsträger frühzeitig in Beratungen einbinde. Da Bürgernähe ebenfalls zum Bestandteil seiner Amtsführung gehöre, werde er auch weiterhin den Kontakt zur Bevölkerung pflegen. Ansprechbar sein, zuhören und Rückmeldung geben zählen für Kolter zu den Selbstverständlichkeiten seines Amtes. Momentan ist er unterwegs in den 41 Ortschaften der künftigen Verbandsgemeinde. Er verteilt seine Flyer. „Ich klingele aber nicht an den Haustüren. Wenn mich jemand anspricht, bin ich jederzeit zum Gespräch bereit, nur aufdrängen möchte ich mich nicht“, sagt er. Gelegenheit zum Gespräch mit ihm gebe es auch an seinen Info-Ständen. Wenn ihm dann noch etwas Zeit bleibt, entspannt er sich beim Musikhören, wendet sich als Verehrer von Heinz Erhardt dessen Sketchen zu und pflegt mit Freunden den Meinungsaustausch bei einem guten Essen. Eine mit körperlicher Anstrengung verbundene Freizeitbeschäftigung soll ebenfalls nicht zu kurz kommen: das Wandern. (dgg)