Kusel Mehr Gottesdienste in polnischer Sprache

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Im katholischen Dekanat Kusel wird es künftig mehr Gottesdienste in polnischer Sprache geben. Was der Rammelsbacher Pfarrer Kazimierz Cwierz seit mehreren Jahren anbot, wird ab März von seinem ebenfalls aus Polen stammenden Kollegen Anton Ociepka auch in Lauterecken eingeführt.

In der Lauterecker Kirche St. Franz Xaver startet die Reihe der polnischen Gottesdienste am Sonntag, 6. März, um 14 Uhr. „Auf Wunsch vieler polnischer Katholiken in unserer Region bieten wir jeweils am ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr einen Gottesdienst in polnischer Sprache an“, kündigt der Lauterecker Pfarrer Thomas Becker an. Jeweils eine halbe Stunde vor den Messfeiern bestehe zudem Gelegenheit zur Beichte. Im Anschluss gebe es die Möglichkeit zum Austausch. Ociepka, der aus dem ehemals ostpreußischen Rastenburg stammt und seit 1992 in Deutschland ist, möchte mit diesen Gottesdiensten den Kontakt zu den schätzungsweise rund 70 Polnisch sprechenden Personen in der Pfarrei stärken. „Viele haben sich in den vergangenen Jahren zurückgezogen“, bedauert er. Weil Ociepka seine Landsleute mit der katholischen Kirche stärker verbunden sehen will, sollen sich nach seinen Vorstellungen ruhig auch Deutsche dem Angebot anschließen sowie umgekehrt polnischsprachige Leute den deutschen Gottesdienst besuchen. Dass dies funktionieren kann, beweist schon seit mehreren Jahren Pfarrer Cwierz aus Rammelsbach, wo bisher als einzigem Ort im Dekanat Kusel solche Gottesdienste angeboten wurden. Angeregt worden seien sie schon bald nach seiner Ankunft in der Westpfalz 2007 von Familien polnischer Abstammung, schildert Cwierz. Doch einige dieser Familien hätten sich inzwischen wieder abgewandt. „Der polnische Katholizismus ist stark“, weiß Cwierz, „aber nicht im Ausland“. Dennoch: Mit jeweils rund 70 Besuchern ist das Angebot weiterhin sehr begehrt. „Es kamen auch Besucher aus Offenbach-Hundheim und Meisenheim“, schildert er. Diese könnten in Zukunft auch den Gottesdienst in Lauterecken besuchen. Cwierz berichtet, dass insbesondere aus Polen stammende Pflegekräfte in die Gottesdienste gingen. „Die Frauen suchen einen Treffpunkt, auch zum Austausch und zur gegenseitigen Hilfe“, kennt der Kooperator der Pfarrei Hl. Remigius in Kusel die Situation polnischer Altenpflegerinnen. Seine Landsleute seien tief geprägt durch die Verbindung von Glaube und Heimat. Cwierz wünscht sich, dass sie ihren Glauben behalten, und dennoch eine Heimat vor Ort finden. Einen besonderen Part spiele bei seinen Gottesdiensten die Musik, berichtet der Seelsorger. „Weil wir keine Orgel haben, greife ich manchmal zur Gitarre. Dann werden auch moderne Lieder mit der Gemeinde angestimmt.“ Die Gottesdienste in Rammelsbach werden am dritten Sonntag im Monat um 14 Uhr in der St. Remigius-Kirche gefeiert, das nächste Mal am Palmsonntag. Anschließend lädt der Pfarrer zur Kaffeerunde ins Pfarrheim ein. (suca)

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