Kusel
Marcel Gillenberger aus Mühlbach wandert 100 Kilometer für den guten Zweck
Eine 100 Kilometer lange Wanderstrecke binnen 24 Stunden bewältigen und dabei Spenden für die Kuseler Kontaktstelle Holler sammeln: Vor diesen Aufgaben steht Marcel Gillenberger aus Mühlbach am 27. Juli beim Mammutmarsch in München.
Es gibt ja viele Ausdauersportarten. Manche Menschen laufen Marathon, andere fahren Fahrrad oder schwimmen. Ganz Hartgesottene verbinden alle drei Sportarten und nennen es Triathlon. Auch Marcel Gillenberger aus Mühlbach betreibt Ausdauersport: Er wandert. Was im ersten Moment nicht gerade nach sportlichen Höchstleistungen klingt, bekommt eine ganz neue Bedeutung, wenn Gillenberger berichtet, was er als nächstes vorhat: Ende Juli wird er am Mammutmarsch bei München teilnehmen. Das Ziel: 100 Kilometer zu Fuß – in gerade einmal 24 Stunden. Und dabei tut er auch noch etwas für den guten Zweck: Er sammelt Spenden, die der Kuseler Kontaktstelle Holler zugute kommen werden.
Tochter reagiert mit Kopfschütteln
Für Ausdauersport interessiere er sich schon seit langem; so richtig in Angriff genommen habe er die Sache aber nicht, berichtet der 40-jährige Fahrzeugglaser. Gillenberger ist zum zweiten Mal verheiratet und hat eine 13-jährige Tochter aus erster Ehe. Und wie reagiert der Nachwuchs auf seine Pläne? „Sie findet es zwar cool, schüttelt aber permanent den Kopf, wenn es um das Thema geht“, berichtet Gillenberger und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Und Ehefrau Daniela? „Die unterstützt mich, wo sie nur kann“, sagt Gillenberger dankbar. „Sie fährt mich überall hin und musste mich sogar von unterwegs auch schon abholen, als ich gemerkt hatte, dass ich mich übernommen habe.“
Idee „durch Zufall“ entstanden
Aber wie kommt man auf die Idee, 100 Kilometer in 24 Stunden wandern zu wollen? „Durch Zufall“, erinnert sich Gillenberger. „Wir haben mit Freunden ein Video gesehen, in dem ein Teilnehmer des Mammutmarsches über die Aktion berichtet hat. Mein Kumpel sagte dann – wenn auch eher aus Spaß: ,Das könnten wir doch auch mal machen.’ Also haben wir uns einfach angemeldet“, erinnert sich Gillenberger. Jener Kumpel, Björn Dreßler aus Sembach, wird Ende Juli in München mit am Start sein.
Für das Unternehmen Mammutmarsch trainieren Gillenberger und Dreßler meist getrennt. „Momentan jogge ich rund 30 bis 40 Kilometer pro Woche und fahre besonders am Wochenende auch viel Fahrrad“, zählt Gillenberger auf. Auch im Bekanntenkreis ist sein Vorhaben ein Thema. „Viele haben mich für verrückt erklärt. Aber das ist nur ein weiterer Ansporn für mich“, sagt Gillenberger bestimmt. Dem 40-Jährigen blieb nicht verborgen, dass die Teilnahme am Mammutmarsch für Aufsehen sorgt. „Und da dachte ich mir, das könne man doch gut für einen guten Zweck nutzen. Und da war schnell klar, dass ich die Kontaktstelle Holler unterstützen möchte. Ich verfolge die Arbeit, die dort gemacht wird, schon lange und finde richtig gut, was dort passiert.“ Von der Kontaktstelle wurde er für den Lauf mit einem Trikot ausgestattet, auf dem sich unter anderem die Internetadresse der Kontaktstelle befindet – sowie das „Refugees welcome“-Logo, das Gillenberger aus Überzeugung gerne trägt.
„Schmerzen gehen auch wieder“
Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sie in München erwartet, konnten die beiden Wanderer bereits vor wenigen Wochen in Kaiserslautern sammeln. Bei einer Veranstaltung am Schulzentrum Süd schaffte Gillenberger in 12 Stunden 136 Runden um den Sportplatz, was eine Gesamtstrecke von gut 54 Kilometern bedeutete. Dass es in München um einiges härter werden wird, ist dem Mühlbacher bewusst: „Ich weiß, dass alles irgendwann nur noch über den Kopf funktioniert. Es wird irgendwann richtig weh tun, und die Krämpfe werden kommen. Dann muss man sich selbst wieder stark reden und den negativen Gedanken keinen Platz geben. Schmerzen kommen, gehen aber auch wieder“, gibt sich Gillenberger kämpferisch.
Keine Angst vorm Verlaufen
Die zu absolvierende Strecke sei derzeit noch unbekannt. „Die wird erst rund zwei Wochen vor dem Marsch bekanntgegeben“, erklärt der ambitionierte Wanderer. Später erhalte jeder Teilnehmer eine Datei mit Streckenkarte, die man in ein Navigationsgerät einlesen kann. „Aber auch ein ganz klassisches Streckenbuch“, fügt Gillenberger hinzu. Davor, sich zu verlaufen, hat der 40-Jährige keine Angst. „Tatsächlich kommt es immer mal wieder vor, dass Teilnehmer ins Ziel kommen, die mehr als die 100 Kilometer gelaufen sind, weil sie unterwegs einen unplanmäßigen Umweg gemacht haben.“ Er mache sich mehr Gedanken darüber, dass er sich unterwegs verletzen könnte. Momentan überwiege aber die Vorfreude auf die Aktion und die schöne Natur, durch die die Strecke führen wird. Und Marcel Gillenberger ist sich sicher: „Die 100 Kilometer nicht zu schaffen, wäre eine herbe Enttäuschung – das ist aber keine Option!“
Info
Wer Gillenberger und die Kontaktstelle Holler unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto spenden: DE 18 5405 1550 0100 0812 15, Kreissparkasse Kusel, Verwendungszweck „100 KILOMETER“