Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Lauterecker Heimatfest: Umzug wieder der Besuchermagnet

Asterix, Obelix und Miraculix waren samt Zaubertrank-Kessel beim Festumzug dabei. Foto: m. hoffmann
Asterix, Obelix und Miraculix waren samt Zaubertrank-Kessel beim Festumzug dabei.

Der Start des 63. Heimatfestes fiel reichlich nass aus – eine halbe Stunde vor dem Fassbieranstich stand das Wasser teils knöchelhoch im Zelt. Doch am Abend war der Festplatz beim Auftritt der Roxxbusters gut besucht. Sommerliche Temperaturen und zehn Tanzgruppen lockten am Samstag. Besuchermagnet schlechthin war, wie in jedem Jahr, der Festumzug am Sonntag.

Eine Premiere feierte am Freitagabend die neue Stadtbürgermeisterin Isabel Steinhauer-Theis beim Fassbieranstich zur offiziellen Eröffnung des Heimatfestes. Mit einigen sanften Schlägen gelang dies reibungslos, obwohl Steinhauer-Theis ein wenig Sorge hatte, zusätzlich zum Regenguss auch noch eine Bierdusche zu bekommen. Musikalisch unterhielten Ulli und Olli, die mit Michael Holms „Barfuß im Regen“ die Wetterlage witzig aufgriffen. Das kühle Freibier war schnell ausgeschenkt, kamen in diesem Jahr doch deutlich mehr Besucher zur Eröffnung als in den Vorjahren. Am späten Abend tummelten sich viele Besucher auf dem Platz und ließen sich von den Roxxbusters mit Rock- und Popklassikern unterhalten.

Tänzerinnen von vier bis 43

Der fünfte Showtanzabend des Heimat- und Kulturvereins Lauterecken lockte am Samstagabend Besucher ins Zelt. Zehn Tanzgruppen mit 135 Tänzerinnen von vier bis 43 Jahren zeigten ihr Können. Neben den vier Gruppen des Heimat-und Kulturvereins waren „Magic Sensation“ aus Hüffelsheim, die „Blue Pearls“ aus Waldböckelheim, „Exposed“ aus Morbach, die Einöller „Ironic Devils“, die Bosenbacher „Maniacs“ und „Powergirls“ aus Koppenstein Gemünden dabei.

Außerirdische, Wölfe und James Bond wurden tänzerisch in Szene gesetzt, und es wurden auch keine Mühen gescheut, die Zuschauer in Unterwasserwelten, in die Wüste zum Stamm der Niyaha oder in sieben Minuten um die Welt zu führen. Den restlichen lauen Sommerabend unterhielt Video-DJ Judge.

Ein Schausteller sagt ab

Besucherzuspruch, Programm und meist auch das Wetter passten – doch nicht alles verlief reibungslos. Wie Marktmeister Heinrich Schreck verärgert berichtete, hatte ein Schausteller ohne Grund sehr kurzfristig abgesagt, deswegen tat sich eine Lücke auf dem Platz auf, die er und Thorsten Barz von der Veranstaltungsagentur „Speed of Sounds“ trotz aller Bemühungen auf die Schnelle nicht mehr schließen konnten. Immerhin gab es jedoch zwei Kinderfahrgeschäfte und den im Vorjahr vor allem von Jugendlichen vermissten Autoscooter. Ein Schießstand und andere Spielbuden sowie Verkaufsstände rundeten das Angebot ab. Kulinarisch wurde wieder einiges geboten.

Motto „Wie es Euch gefällt“

Der Festsonntag startete mit dem Gottesdienst auf dem Veldenzplatz. Auf das Frühschoppenkonzert folgte der Höhepunkt des Festes um 14 Uhr. Zahlreiche Schaulustige aus nah und fern hatten sich in der Lauterecker Innenstadt aufgestellt, um den bunten Lindwurm zu betrachten. Immerhin 31 Zugnummern hatten das offene Motto „Wie es euch gefällt“ interpretiert.

Für Stimmung sorgten die Fanfarenzüge aus Dudweiler und Kusel, das Kolping-Blasorchester Erfenbach, der Musikzug aus Saarbrücken-Gersweiler, die Idar-Obersteiner Schinnerhannes Bande sowie der Musikverein Kollweiler. Die Bürgermeisterin mit Politikprominenz, das Stadtwappen, das „Kommidee“ und das Grafenpaar fehlten ebenso wenig wie Kuseline Lena Geuer. Mit der Moselweinkönigin und der Naheweinkönigin fanden auch Hoheiten den Weg nach Lauterecken.

Zahlreiche Tanzgruppen waren mit von der Partie, darunter die Tanzgruppe „Infinity“ des SC Medard, der TV Roßbach, der Meisenheimer Carnevalsverein mit einer Garde, die „Honeller Prosecco Schnallen“ samt „Schnalle-Uffbasser“ sowie vom Heimat- und Kulturverein Lauterecken die Glitzersternchen, Plan B, Sunshine Girls und Dancing Angels. Conchita Wurst und Stars kehrten zurück, Heike Saladin fuhr als Gondoliere durch die Stadt. Die gallischen Röther waren stilecht im Land der Pharaonen samt Asterix und Obelix mit Zaubertrankkessel unterwegs. „Die Kirche bleibt im Dorf“ meinten die Kappeler, die in diesem Jahr 700-Jähriges feiern, hatten aber neben dörflichem Flair auch eine Nachbildung ihrer Kirche im Gepäck. Die deutsch-französische Freundschaft feierte der Förderverein Lauterecken-Sombernon, während Peter Jakob das 25. Jubiläum seines Stammtisches zelebrierte. Auch die Spielgemeinschaft Veldenzland gab sich die Ehre.

Während die meisten Teilnehmer Wein ausschenkten, sorgten das Emrich-Biermobil, die Feuerwehr Homberg sowie die Werbegemeinschaft Lauterecken für Abwechslung und Alkoholfreies. Die Interessengemeinschaft „Wilde Horde“ aus Cronenberg mit Traktorfreunden setzten den Schlusspunkt.

Zuschauer angetan

Gab es zu Beginn des Umzuges noch Sonnenschein, zogen zum Ende hin mehr dunkle Wolken auf, doch das konnte die gute Laune nicht trüben. Silvia und Bernd Olsowski aus Lauterecken bekundeten großen Respekt vor den Ideen und der Zeit und Arbeit, die die Teilnehmer investieren. Die großen Anstrengungen sollte man auch gebührend honorieren, befand das Ehepaar. Schade sei nur, dass immer wieder zum Ende hin Radfahrer einfach durch den Zug fahren, sagte sie. „Angenehm“ fand der Lauterecker Dieter Drumm den Umzug und auch Lea Kramer aus Medard hatte mit ihrer Familie viel Spaß.

Heute endet das Heimatfest mit dem Frühschoppen ab 10 Uhr und dem Dämmerschoppen. Musikalisch unterhalten die Hunsrücker Spitzbuwe und die Band Sergeant ab 15 Uhr. Zum ersten Mal seit 2005 wird diesmal keine Miss Lauterecken gesucht, aber das traditionelle Höhenfeuerwehr wird wie gewohnt gegen 22 Uhr starten – auch dank des Starkregens am Freitag.

Die „Lollipops“ waren eine von zehn Tanzgruppen, die am Samstag im Festzelt auftraten. Foto: m. hoffmann
Die »Lollipops« waren eine von zehn Tanzgruppen, die am Samstag im Festzelt auftraten.
Schlug zum ersten Mal das Fass an: Isabel Steinhauer-Theis. Foto: m. hoffmann
Schlug zum ersten Mal das Fass an: Isabel Steinhauer-Theis.
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