Kusel Lauterecken: Touristen müssen her
Etwa 40 Leser bei „Redaktion vor Ort“ am Mittwoch auf dem Lauterecker Veldenzplatz
«Lauterecken.»Hans Abel aus Lauterecken hat schon viel erlebt. In seinem Arbeitsleben hat er den halben Globus bereist. Für ein deutsches Unternehmen baute er im Ausland Aufzüge: in Hongkong beispielsweise in einen 80 Meter hohen Aussichtsturm, ebenso in Brunai. Für ein Jahr arbeitete er in den 80er Jahren in Saudi-Arabien. Aber auch in Deutschland war der Spezialist für Aufzüge tätig. So kennt er auch das Druckzentrum der RHEINPFALZ in Oggersheim, wie er erzählte. Für die Stadt Lauterecken hat er sich bereiterklärt, den Aufzug im sanierten Veldenz-Schloss in Betrieb zu nehmen. Das macht er ehrenamtlich. „Ich helfe denen ein bisschen“, sagte Abel, damit es nicht so teuer werde.
Wie gehts weiter mit dem MGV?
Der Wolfsteiner Rudi Zapp besuchte am Morgen das Veldenzstädtchen. Er macht sich Gedanken über die Zukunft von Insekten, insbesondere von Bienen. „Wenn es keine Bienen mehr gibt, dann kriegen wir kein Obst mehr“, meinte er. Er wollte für seinen Garten eine Nistmöglichkeit für Insekten kaufen, aber die seien im Geschäft schon alle vergriffen gewesen. „Dann baue ich selbst eine“, meinte der handwerklich versierte Senior. Sorgen macht sich auch Dieter Kasper. Ihn treibt um, wie es mit dem Männergesangverein Lauterecken, dessen Vorsitzender er seit Jahrzehnten ist, weitergeht. Seit einigen Jahren singe man in einer Chorgemeinschaft mit Heinzenhausen, „aber trotzdem sind wir nur noch 15 Sänger“, klagte Kasper. „Singen ist doch das Atmen der Seele“, formulierte der 75-Jährige, der nicht versteht, dass all seine Werbeversuche nicht fruchteten. „Wir sind immerhin der älteste Verein am Ort, 1860 gegründet. Es wäre schade, wenn er nicht fortbestehen würde, sagte Kasper. Die Männer sollten sich „mal einen Ruck geben“ und die Probe freitagabends im Bürgerhaus Heinzenhausen besuchen.
Mehr Parkplätze
Dass die RHEINPFALZ-Berichterstattung über kulturelle Veranstaltungen wie Chorkonzerte für die Beteiligten wichtig und gut sei, sie bestärkten weiterzumachen, betonte Rupertus Woehl. Er gehört dem Vorstand des Fördervereins der ehemaligen Synagoge Odenbach an. Es sei das gute Image des Vereins, meint er, weswegen es diesem immer wieder gelinge, bekannte Musiker aus dem klassischen Bereich in die Region zu locken. Werner Graf hat sich das Verhalten einiger Verkehrsteilnehmer rund um den Veldenzplatz angeschaut und kam zu dem Schluss: Die Stellplätze vor dem Schloss und neben der Apotheke sind sehr begehrt. Fortlaufend stellten Kurzzeitparker ihre Autos dort ab, um entweder beim Wochenmarkt auf dem Veldenzplatz oder in der Apotheke einzukaufen. „Man sollte bei der Planung des Schlosshofes an dessen oberem Bereich zur Hauptstraße hin einige Parkplätze vorsehen“, meinte Graf, der für die FWG im Stadtrat sitzt. Die Pläne von Architekt Peter Cappel sehen vor, den Bereich in den Schlosshof zu integrieren. Wobei Cappel im Stadtrat am 15. Februar aber auch die Option „Parkplätze“ ansprach und empfahl, flexibel zu bleiben. Letztlich sei es die Entscheidung des Stadtrates, wie der Bereich gestaltet werden soll, sagte Cappel damals.
Zu wenige Ruhebänke
Überhaupt war die Neugestaltung des Schlosses mehrfach Thema bei der „Redaktion vor Ort“. Er finde das Holz gar nicht so schlecht, sagte Hans-Peter Groß. Schließlich sei in den Burginnenhöfen früher vieles aus Holz gewesen, meint der Vorsitzende des örtlichen Pfälzerwald-Vereins. Er warb dafür, gemeinsam in Lauterecken etwas voran zu bringen. Beispielsweise tue der Verein das Seinige für den Tourismus, indem er die Wanderwege pflege und eine Hütte betreibe – in der Wanderer sich auch niederlassen und ihre eigene Brotzeit verspeisen können, wie Silvia und Bernd Oslowski lobend hervorhoben. Das Ehepaar lobte den Zusammenhalt in der Stadt, kritisierte aber, dass es um Lauterecken zu wenige Ruhebänke gebe und jene vorhandenen in schlechtem Zustand seien. „Es ist beschämend, dass es in Lauterecken in der Stadt direkt keine Spielplätze gibt“, sagte Silvia Oslowski. Das sehe in anderen Orten ganz anders aus. Auch dass weder Hundekotbeutel noch öffentliche Mülleimer zu finden seien, bemängelte sie sowie Ursel Deschepper.
Dorfmittelpunkt für alle Generationen
Zu wenige Angebote für Kinder und Jugendliche treiben Isabel Steinhauer-Theis um. Die vierfache Mutter, Kreisvorsitzende der Landfrauen und Stadträtin meint, dass junge Menschen nach dem Studium nur in die ländliche Heimat wieder zurückkommen werden, wenn sie diese nicht als „schrecklich langweilig“ in Erinnerung hätten. Einen Dorfmittelpunkt für alle Generationen, wo Kinder springen und Senioren sich treffen können, schwebt ihr vor. Dass es keine Halle für Festlichkeiten, keinen Raum zum Mieten für Feiern gebe in Lauterecken, sei zudem traurig. Steinhauer-Theis forderte: „Es muss Kommunikation im ganzen Ort her, vom Bürgermeister mit allen, unter allen Generationen.“ Johann von Karpowitz kritisierte den schlechten Zustand des Holzzaunes am Spielplatz Auf Röth zur Straße hin. Dokumentiert hat er den Zustand auf Fotos, die er dem Stadtbeigeordneten Günter Lüers zeigte. Der wiederum kritisierte, dass von Karpowitz dies beim RHEINPFALZ-Termin öffentlich kundtue, anstatt es „uns mitzuteilen. Das müssen wir doch wissen“, sagte er. Lüers schaute sich von Karpowitz’ Dokumentation an und versprach Abhilfe durch den Bauhof. Auch die Schutz- und Sturzbereiche um die Rutsche und andere Spielgeräte, die laut von Karpowitz mit geschreddertem Holz „abgepolstert“ seien, will Lüers überprüfen lassen. Das Holzmaterial sei jedenfalls nicht geeignet, Kinder vor Verletzungen zu schützen. „Ich würde meine Kinder dort nicht spielen lassen“, sagte von Karpowitz. Weiterhin bemängelte er den maroden Zustand der Treppe zur Bundesstraße hin. Da sind ganze Stücke rausgebrochen, wie er auf Bildern zeigte.
Entspannt nach Lautern? Mit der Bahn!
Unbedingt gemacht werden, da waren sich viele Besucher der „Redaktion vor Ort“ einig, müsste auch die Lautertalstraße, die Hans-Peter Groß als „Stoßdämpferteststrecke“ bezeichnete. Gefährlich für Fußgänger und Radfahrer sei die Bahnhofstraße, bei der in Höhe des Eiscafés das Pflaster sehr schlecht sei, betonten Silvia und Bernd Oslowski. Regelrecht eingeschlossen sei Lauterecken derzeit durch die Sperrungen in Hirschhorn und Otterbach, bemängelten mehrere Besucher. Um ganz entspannt nach Kaiserslautern zu kommen und dort beispielsweise einen Facharzt aufzusuchen, fahren Andreas und Gertrud Schrumpf mit der Bahn. Sie sind froh, dass die Strecke weiter in Betrieb bleibt. Für Sommer seien zwar Sperrungen wegen Bauarbeiten angekündigt, aber das heiße ja, dass die Strecke sicherlich nicht aufgegeben werde, meinen sie. Die Erreichbarkeit per Bahn sei auch wichtig für Touristen, meinen die Lauterecker. Konsens herrschte bei den Diskussionen am RHEINPFALZ-Stand, dass Tourismus für die strukturschwache Region wichtig sei. „Wir brauchen noch einen See“, scherzte Klaus Kieser und machte dann einen doch ernst gemeinten Vorschlag: ein Bähnchen auf der alten Trasse von Grumbach nach Lauterecken fahren zu lassen. Was ihn allerdings vor allem umtreibt, ist das Thema Windkraft, zwei auf der Grenze zu Hoppstädten geplante Windkrafträder beispielsweise. Er zweifelt sowohl die ökonomische Effizienz an und fürchtet außerdem, dass Windradparks in der Landschaft Touristen verschrecken könnten.