Kusel Lauterecken: Noch eine Erweiterung bei Bito?
Die Meisenheimer Logistikfirma Bito will ihren Standort Lauterecken in den nächsten Jahren nochmals erweitern. Interne Planungen für die Expansion gebe es bereits, sagte Werkleiter Henrik Wolf gestern beim Besuch des Wirtschaftsbeirats des Landkreises im Lauterecker Werk.
Wolf sagte, ebenfalls im Zeitraum von fünf bis zehn Jahren solle sich der in Lauterecken für Bito initiierte Umsatz verdoppeln. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, bezifferte er den Anteil des Standorts Lauterecken am Bito-Gesamtumsatz auf rund 15 Prozent. Der Bito-Gesamtumsatz liegt bei rund 200 Millionen Euro im Jahr. Und: Als er im Jahre 2007 bei Bito angefangen habe, „da habe ich von solchen Zahlen, wie wir sie heute für Lauterecken handeln, nicht zu träumen gewagt“. Die erneuten Erweiterungspläne für Lauterecken nannte er „ein klares Bekenntnis der Familie Bittmann für den Standort“. Erst vor wenigen Monaten hatte Bito in Lauterecken eine neue Werkhalle mit 4000 Quadratmetern Nutzfläche – 3000 davon für die Produktion – in Betrieb genommen. Der Bau der Halle und der Silos hatte rund sieben Millionen Euro gekostet; hinzu kamen neue Maschinen im Wert von über drei Millionen Euro.
Über ein Jahr
Allerdings wäre, so sagte Wolf, die Erweiterung in Lauterecken fast gescheitert, weil sich der Genehmigungsprozess so lange hingezogen habe. Es habe über ein Jahr gedauert. „So etwas ist ein Unding. Das Projekt stand deshalb auf der Kippe“, verdeutlichte er. Am Ende sei es dann aber plötzlich doch ganz schnell gegangen. Im vergangenen Mai kam die Baugenehmigung, zwei Monate später rollten die ersten Bagger, und im Januar wurde die neue Halle in Betrieb genommen. Mit der Erweiterung ist die Zahl der Mitarbeiter in Lauterecken auf etwa 120 gestiegen – abhängig von der Auftragslage. Die arbeiten an fünf Tage pro Woche, bei starker Auslastung auch an sechs Tagen, im Drei-Schicht-Betrieb. Werde nochmals erweitert, so könnten rund 180 Frauen und Männer für Bito in Lauterecken arbeiten. Die neue Halle sei bereits so errichtet worden, dass sie in Modulen Richtung B 420 erweitert werden könne. Wann eine Entscheidung über die erneute Expansion getroffen wird, konnte beziehungsweise wollte er gestern allerdings nicht sagen.
Sammelbusse im Einsatz
Wolf klagte aber auch über zunehmende Probleme, Arbeitskräfte, vor allem Facharbeiter, zu gewinnen. Er räumte ein, dass dabei auch die von der Belegschaft gewünschten, eher ungewöhnlichen Schichtzeiten eine Rolle spielen. Denn es sei nahezu unmöglich, von außerhalb des Kreisgebiets mit dem Öffentlichen Personenverkehr Lauterecken zu Schichtbeginn zu erreichen. Das Unternehmen setze zum Teil sogar Sammelbusse ein, um Mitarbeiter von außerhalb ans Werk zu bringen. Schon vor dem Termin bei Bito waren Landrat Otto Rubly, der neue Wirtschaftskoordinator Christian Dingert und Thomas Weyrich vom Wirtschaftsservicebüro der Kreisverwaltung beim Medarder Fassadenhersteller IGM gewesen. Der will bekanntlich ebenfalls nochmals erweitern. Allerdings hatten sich Probleme ergeben, weil die jüngste Planung der Firma für ihr so genanntes Werk drei das im Bebauungsplan vorgesehene Baufenster erheblich überschreitet und daher ursprünglich so nicht genehmigungsfähig gewesen wäre.
Dingert: Projekt auf einem guten Weg
Schon vor einigen Wochen hatte es deshalb einen Termin mit allen öffentlich Beteiligten gegeben, um das Projekt in der gewünschten Form doch noch genehmigungsfähig zu machen. Der gestrige Termin galt der Überprüfung, ob alle Behörden ihre Hausaufgaben gemacht haben. Laut Dingert ist das Projekt nunmehr auf einem guten Weg. Der geänderte Bebauungsplan ist noch bis Ende Mai ausgelegt, anschließend geht er zur Entscheidung in den Medarder Ortsgemeinderat. Dingert rechnet nicht mehr mit Schwierigkeiten. Damit könnte IGM die Erweiterungspläne nach den Sommerferien angehen.