Kusel Lauterecken: Liebhaber gesucht
Weil sich für ein Café kein Betreiber findet, würde Eigentümer Plathner auch verkaufen – Brauhaus vor Entscheidung
Anfang Oktober vergangenen Jahres gingen im Lauterecker Brauhaus die Lichter aus. Für das zum Verkauf stehende Gasthaus hatte sich kein Käufer gefunden, ein Interessent war nach einer Probezeit abgesprungen. Nun gibt es neue Hoffnung für eine Wiedereröffnung. Ein Problem stellt für den Eigentümer – das Institut für Naturheilkunde und Kommunikation – nach wie vor die Eröffnung eines Cafés am Veldenzplatz dar: Es findet sich kein Betreiber. Carl Plathner, der das Institut für Naturheilkunde und Kommunikation (Inuko) führt, das Eigentümer des Brauhauses ist, richtet seinen Blick nach vorne. Auf Anfrage teilte der Inuko-Chef mit, dass es momentan zwei Kaufinteressenten für das Brauhaus gebe. Man sei schon fortgeschritten in den Verhandlungen. Ob der potenzielle Käufer dann auch die Bierbrauanlage wieder in Betrieb nehmen wolle, müsse sich noch zeigen. Sollte er kein Interesse daran haben, bestehe die Möglichkeit, die Anlage zu veräußern, deutete Plathner an. Obwohl die Brauanlage eine Besonderheit darstelle, halte er sie für den Tourismus hier für nicht sonderlich bedeutsam, sagte er. Im vergangenen Jahr hatte Plathner das Brauhaus zum Verkauf angeboten (wir berichteten). Nach rund viereinhalb Jahren wollte sich das Inuko, das zunächst als Betreiber fungierte und das Lokal dann auch verpachtete, ganz aus diesem gastronomischen Projekt zurückziehen. Grund dafür war laut Plathner zum einen, dass das Brauhaus-Engagement von Inuko ohnehin nicht auf Dauer geplant gewesen war. Man habe das Umfeld am Bahnhof in Lauterecken im Rahmen einer Regionalförderung etwas beleben wollen. Das ist laut Plathner auch gelungen. Auch sei das Gasthaus durchaus rentabel zu führen, wenn man selbst Gastronom sei, sagte er damals. Zum anderen habe sich im Laufe der Zeit gezeigt, dass es immer schwieriger wurde, genügend Personal für den Betrieb der Gaststätte zu finden. Diese Gründe führten am Ende dazu, dass Plathner sich entschloss, das Brauhaus zu verkaufen. Ein Interessent aus dem gastronomischen Bereich, der im September vergangenen Jahres probeweise das Lokal an der Draisinenstrecke führte, nahm schließlich doch noch Abstand von einem Kauf. Nach wie vor plagen Plathner Sorgen, was die Eröffnung eines Cafés am Lauterecker Veldenzplatz angeht. Vor Jahren hatten Plathner und sein Inuko dort ein historisches Gebäude mit enormem finanziellen Aufwand sorgsam und mit Liebe zum Detail renoviert. Das Erdgeschoss wurde so hergerichtet, dass eine gastronomische Nutzung möglich ist. Ein Café oder ein Eiscafé wäre eine ideale Lösung, stellt Plathner sich vor, um den dortigen Veldenzplatz in der Lauterecker Innenstadt zu beleben. Dass die Stadt im gegenüberliegenden Haus Busch, das sie gerade renoviert, ebenfalls ein gastronomisches Angebot entwickeln will (wir berichteten am Samstag), stört Plathner nicht. Es seien unterschiedliche Konzepte: Im Gegensatz zu seinen Café-Vorstellungen tendiere die Stadt zu einer klassischen Gastronomie. Das seien zwei gänzlich unterschiedliche Konzepte, die sich eher ergänzten und zu einer stärkeren Belebung der Innenstadt führten, glaubt der Inuko-Chef. Trotz dieser guten Voraussetzungen für einen Café/Eisdiele-Betrieb – im teuer sanierten Gebäude befinden sich auch Ferienwohnungen, die nachgefragt werden – muss Plathner konstatieren: „Es findet sich kein Betreiber.“ Und das seit etwa drei Jahren schon. In Anbetracht der Situation zeigt sich der Inuko-Chef auch einem „Verkauf des Gebäudes gegenüber offen“, wie er sagte: „Dieses Haus braucht allerdings einen Liebhaber.“