Kusel Lauterecken: Kurzarbeit bei Cellpack

Um die Arbeitsabläufe in der Produktion zu verbessern, wurden die Rollenschneidmaschinen im Werk verlagert. An dieser Maschine w
Um die Arbeitsabläufe in der Produktion zu verbessern, wurden die Rollenschneidmaschinen im Werk verlagert. An dieser Maschine werden gerade Folien für Gummibärchen der Firma Haribo auf das richtige Maß geschnitten und auf Rollen gewickelt.

Seit Februar wird bei BBC Cellpack Packaging in Lauterecken kurzgearbeitet. Das wird vorerst auch so bleiben. Immerhin aber gebe es seit einigen Tagen wieder Anzeichen für eine allmähliche Erholung, deutete Prokurist Heiko Jung gegenüber der RHEINPFALZ vorsichtig optimistisch an.

Nach einem guten Verlauf – „fast zu gut“, sagt Jung – im vergangenen Jahr, in dem das Unternehmen einen Umsatz von etwa 24 Millionen Euro erzielte, habe es im Herbst einen Auftragseinbruch gegeben, nachdem ein wichtiger Großkunde abgesprungen sei. Es sei damals alleine um den Preis gegangen. „Wir waren dann nicht mehr bereit, preislich weiter mit nach unten zu gehen. Unsere Schmerzgrenze war erreicht. Vom Drauflegen kann man nichts verdienen“, beschreibt Jung die Verhandlungssituation, die schließlich dazu führte, dass der Kunde nach Osteuropa abwanderte. Jung räumt ein, dass auch der Versuch, im vergangenen Jahr jeden Kunden glücklich zu machen, nicht sinnvoll gewesen sei. Dabei habe es Defizite bei der Kundenbetreuung gegeben, und zwar was die Gewichtung der Auftraggeber angehe.

Produktion an Auftragslage angepasst

Durch die Auftragslage war Cellpack gezwungen, die Produktion herunterzufahren. Der Drei-Schicht-Betrieb läuft zwar weiter, allerdings nicht mehr an fünf, sondern nur an drei Tagen in der Woche, wie der Technische Leiter Reiner Hellwig erläutert. Allerdings werde die Produktion je nach Auftragslage angepasst. Die Arbeit der Vertriebsabteilung beispielsweise laufe ganz normal. An derzeit kursierenden Gerüchte, Cellpack würde schließen oder von einem Mitbewerber übernommen, sei nichts dran, versichern Jung und Hellwig. Beide arbeiten seit Jahrzehnten für das Unternehmen und kennen Situationen wie diese. „Es geht mal hoch und es geht mal runter, es war nie konstant“, sagt Heiko Jung und Hellwig ergänzt: „Es ist nicht das erste Mal, dass wir das erleben. Abgesprungene Großkunden sind auch wieder zurückgekommen.“ Ausschlaggebend sei dabei nicht nur der Preis, sondern vor allem die Qualität gewesen, erwähnt Hellwig.

130 Mitarbeiter

Eine höhere Kapazitätsauslastung, die derzeit zwischen 50 und 60 Prozent liege, sei wünschenswert, sagt Jung. Aber eine höhere Auslastung sei nur dann sinnvoll, wenn sie auch profitabel sei. Es gebe durchaus Aufträge, aber nicht zu akzeptablen Preisen. Derweil sieht Jung erste Anzeichen für eine Erholung, die sich in den vergangenen Tagen angedeutet habe. Die Zahl der Mitarbeiter liegt laut Jung nach wie vor bei etwa 130. Auf betriebsbedingte Kündigungen sei bislang fast vollständig verzichtet worden. „Wir haben kein Interesse daran, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren. Wir würden uns ja selbst schaden, wenn es bald wieder nach oben ginge und wir wieder Facharbeiter suchen müssten“, verdeutlicht Jung. Zwei bis drei Mitarbeiter seien von sich aus gegangen. Den Bestand an Leiharbeitern, von denen man im vergangenen Jahr noch welche übernommen habe, habe man reduziert. Zwei Mitarbeiter mit befristeten Verträgen habe man nicht weiter beschäftigt.

Schlüsselrolle für Vertrieb

Unterdessen werden im Werk Investitionsmaßnahmen, die 2017 begonnen haben, fortgesetzt. Neben einem neuen Rollenschneider für 450.000 Euro sei eine moderne Brandschutzanlage (100.000 Euro) für die aus dem Schweizer Werk übernommene Flexodruckmaschine installiert worden, listet Jung auf. Aktuell soll ein sogenanntes Gefahrstofflager für Farben und Kleber gebaut werden. Hierfür liegt die Investitionssumme bei etwa 200.000 Euro. Der Bauantrag für dieses Gebäude sei bereits eingereicht, sagt Hellwig. Auch sind Arbeiten im Gang, den kompletten Materialfluss im Werk zu optimieren – vom Wareneingang über den Druck, das Kaschieren und Schneiden bis zur Verpackung und dem Warenausgang. Nach wie vor gehören Haribo und Zabler zu den wichtigen Kunden von Cellpack; dazu kommen zahlreiche andere bedruckte Lebensmittelverpackungen, die der Kunde bei Discountern sehen kann. Cellpack-Auftraggeber kommen aus Deutschland, Frankreich, Benelux und der Schweiz, dem Kernabsatzgebiet. Diesen Markt fokussiert und differenziert zu bearbeiten, sei zentrale Aufgabe. Hier komme insbesondere dem Vertrieb eine Schlüsselrolle zu, sagt Jung.

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