Kusel Lauterecken: Gehen im Brauhaus die Lichter aus?
Hat es bald eine renommierte Gaststätte weniger in der Veldenzstadt? Dem Brauhaus an der Draisinenstrecke droht die Schließung, sollte sich nicht bald ein Käufer finden. Das hat Carl Plathner gegenüber der RHEINPFALZ bestätigt. Er ist der Kopf des als Verein geführten Institutes für Naturheilkunde und Kommunikation (Inuko) mit Sitz in Lohnweiler, dem das Gasthaus gehört.
Nach rund viereinhalb Jahren, in denen das Inuko auch als Betreiber des Brauhauses tätig ist, will Plathner nun die Reißleine ziehen. Als einen der Gründe für die Schließung nennt er chronischen Personalmangel. „Es ist noch schlimmer als wir geglaubt hatten“, skizziert Plathner die Lage, die sich im Laufe der Zeit verschärft habe: „Seit zwei Jahren haben wir nur Probleme, wir bekommen nicht einmal mehr Hilfskräfte.“ An der Bezahlung könne es nicht liegen, sagt der Inuko-Vorsitzende. Man zahle zehn Euro für Hilfstätigkeiten, aber: „Es sind keine Leute zu bekommen, und wir sind nicht die einzigen, die darüber klagen – es stöhnen alle“, sagt Plathner und meint damit andere Kollegen im Gastronomiebereich. So schließt zum Jahresende beispielsweise das Restaurant in der Wasserburg in Reipoltskirchen aus den gleichen Gründen, wie Pächter Alain Loeb vor geraumer Zeit der RHEINPFALZ sagte. Dabei sei das Brauhaus durchaus profitabel zu führen, „wenn man selber Gastronom ist“, meint Plathner. Der Umsatz im vergangenen Jahr sei gut gewesen, und auch im ersten Quartal dieses Jahres sei es gut gelaufen. Wenn man allerdings auf Fremdpersonal angewiesen sei, werde es schwierig. Ohnehin sei das gastronomische Engagement seines Instituts in Lauterecken nicht auf Dauer angelegt gewesen, gibt Plathner zu verstehen. Sein Institut sei „im Rahmen einer Regionalförderung“ tätig geworden, man habe das Umfeld etwas beleben wollen. „Das Ganze war nicht auf Ewigkeit angelegt, es war klar, dass wir da irgendwann rausgehen“, erläutert Plathner. Der Verkauf sei eine Option, und man sei bestrebt, das zu tun.
Institut wolle sich auf Kerngeschäft konzentrieren
Der Entschluss, aus dem Brauhausbetrieb auszusteigen, sei im März/April gefallen. Das Engagement habe eine Menge Kraft gebunden. Es sei nun die Zeit gekommen, das Brauhaus in andere Hände zu übergeben. Sein Institut wolle sich nun wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren, man wolle sich nicht mehr verzetteln, sagt Plathner. Inoku ist beratend auf dem Gesundheitssektor tätig. Momentan sei man auf der Suche nach einem Käufer für das Brauhaus, das einige Ferienwohnungen und als Alleinstellungsmerkmal eine Bierbrauanlage – Plathner: „Die Brauanlage ist in einem Top-Zustand“ – beherbergt. Sollte sich kein Käufer für das Brauhaus finden – einen Interessenten gibt es laut Plathner – , „dann machen wir, obwohl das schade wäre, das Restaurant zu“, steht für den Inuko-Chef fest. Die Ferienwohnungen werde man natürlich weiterhin vermieten.
Café und Cocktailbar
Eine ähnliche Sorge treibt Plathner um, was das vom Inuko renovierte Gebäude am Veldenzplatz in Lauterecken angeht. Für das hochwertig sanierte Haus, das als Café betrieben werden könnte, wird ein Pächter gesucht. Aber: „Es findet sich niemand“, klagt Plathner. Im Dachgeschoss gebe es Ferienwohnungen. Für das mittlere Stockwerk kann Plathner sich eine Nutzung mit Büros oder einer Arztpraxis vorstellen. Das Hauptproblem aber sei die Nutzung des Erdgeschosses. Plathner schwebt vor, die Räumlichkeiten am Vor- und Nachmittag als Café zu nutzen, in den Abendstunden dann ergänzend als Cocktailbar. Auf eine Bestuhlung habe man bislang verzichtet, weil hierfür auch das Konzept des Pächters abgewartet werden soll.