Kusel Lauterecken: Amerika hält beim Heimatfest-Umzug Einzug
Die 62. Auflage des Lauterecker Heimatfests startete am Freitag recht gemächlich, aber schon am Abend mit der Band Roxxbusters nahm die Feier so richtig Fahrt auf. Im voll besetzten Zelt gingen am Samstag acht Tanzgruppen auf die Bühne. Der Besuchermagnet schlechthin war wie in jedem Jahr der Festumzug am Sonntag.
Nur rund 60 Besucher waren am Freitagabend im Zelt dabei, als Weinkönigin Michelle aus der Partnerstadt Veldenz an der Mosel mit zwei beherzten Schlägen das Bierfass anschlug, Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer mit schallendem „O’zapft is“ das 62. Heimatfest offiziell eröffnete und „ganz schön warmes“ Freibier ausgeschenkt wurde. Musikalisch unterhielten Seckys Wirtshausmusikanten – unter anderem mit „Auf der Vogelwiese“, einem Lieblingsstück des Bürgermeisters. Ganz andere Töne schlug die fünfköpfige Band Roxxbusters an. Mit Rock- und Popklassikern wie „Hey Jude“ von den Beatles oder „The heat is on“ von Glenn Frey wussten sie das bunt gemischte Publikum zu überzeugen. Während am frühen Abend nur wenig im Zelt und auf dem Platz los gewesen war, waren am späten Abend die Besucherzahlen weitaus besser.
Frühschoppenkonzert am Sonntag
Auch am frühen Samstagabend war das Zelt nahezu voll. Besucher aller Altersklassen warteten auf den vierten Schautanzabend des Heimat- und Kulturvereins Lauterecken. Anna Fehrentz berichtete, dass sie rund 40 Gruppen angeschrieben hatte, allerdings zählte der Schautanzabend nur acht Gruppen. Vier davon gehörten zum Heimat- und Kulturverein, außerdem zeigten die Lauterecker Dancing Fire-Fighters, die Grumbacher Diamond-Girls, Seven Eleven aus Ulmet und die Powergirls aus Gemünden ihr Können. Tänzerinnen und Tänzer ab drei Jahren bis ins hohe Erwachsenenalter sorgten für Stimmung und entführten die Besucher unter anderem in die Tiefsee und in die Welt der Piraten. Im Anschluss sowie am Sonntagabend unterhielt Video-DJ Judge. Der Festsonntag startete bereits um 10 Uhr auf dem Veldenzplatz mit einem Gottesdienst und einem Frühschoppenkonzert, bevor sich um 14 Uhr der Umzug vom Bahnhof durch die Innenstadt zum Festplatz bewegte – mit dem bewusst offenen Motto „Heute bis in die Zukunft“.
Jugendliche vermissen Autoscooter
Das Wetter und die Besucherzahlen waren gut, und doch lief nicht alles ganz rund: Wie Mitorganisator Heinrich Schreck berichtete, war ein Imbissstand beim Unwetter in der Nacht vor dem Fest zu stark beschädigt worden. Zumindest am Freitag hatte zudem das Kartoffelhaus mit technischen Problemen zu kämpfen, aber mit Burgern, Pizza oder Pommes kamen die Besucher auf ihre Kosten. Auch süße Köstlichkeiten warteten auf die Festgäste: Auf Mandeln, Crêpes und Zuckerwatte musste niemand verzichten. Positiv äußerte sich das Gros der Besucher über den Bierpreis von 2,50 Euro für 0,3 Liter. Nicht nur viele Jugendliche allerdings vermissten einen Autoscooter. Durch Breakdancer, Berg-und Talbahn oder Karussell war dennoch für Kurzweil bei Klein und Groß gesorgt. Erwartungsvoll säumten dann gestern Mittag zahlreiche Schaulustige die Lauterecker Innenstadt. 26 Zugnummern aus nah und fern hatten sich angekündigt. Für Stimmung sorgten die Fanfarenzüge aus Kusel und Dudweiler, der Musikzug Gersweiler, das Kolping-Blasorchester Erfenbach sowie der Musikverein Kollweiler. Bürgermeisterkutsche, Stadtwappen, Schloss, das „Komidee“ und das Grafenpaar fehlten ebenso wenig wie die Kuseline: Doch Anna-Maria Woll saß nicht in einem schicken Auto – wie die meisten ihrer Vorgängerinnen –, sondern hatte zwei Esel dabei, die nicht nur von Kindern begeistert empfangen wurden.
Traktorfreunde setzen Schlusspunkt beim Umzug
Zahlreiche Tanzgruppen waren mit von der Partie, darunter die Powergirls aus Gemünden, die „Honeller Proseccoschnallen“ sowie die Sunshine Girls, Lollipops, Glitzersternchen und Dancing Angels des Heimat- und Kulturvereins Lauterecken. Die Familie Saladin hatte die Wunderlampe ausgepackt und verbreitete orientalisches Flair. „Neuer Surf in the USA“ mit Seitenhieben auf Trump hatte der Lauterecker Schachclub im Gepäck. Amerikanisch ging es auch beim Stadtteil Röth zu – oder vielmehr „Las Röth“. „Disnääy Länd Lauterecken – Eröffnung im August?“, fragte die Feuerwehr und hatte eine imposante Nachbildung des berühmten Schlosses samt bekannten Disneyfiguren in die Veldenzstadt gebracht. Während die meisten Teilnehmer Wein ausschenkten, sorgten das Emrich-Biermobil, ein mobiler Cocktailstand sowie die Werbegemeinschaft Lauterecken für Abwechslung und Alkoholfreies. Die Interessengemeinschaft „Wilde Horde“ aus Cronenberg mit Traktorfreunden setzten den Schlusspunkt. Immer wieder stockte der Zug ein wenig, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch, befanden die meisten Zuschauer; etwa Tanja Schneider aus Rothselberg, die sich mit einem begeisterten „war super“ in Richtung Festplatz aufmachte, oder Familie Gilcher aus Lauterecken, die mit Taschen voller Popcorn und Gummibärchen für die Kinder weiterzogen. Heute Abend endet das Heimatfest mit zwei weiteren Höhepunkten: der Wahl der Miss Lauterecken ab 20 Uhr sowie dem Höhenfeuerwerk gegen 22 Uhr mit anschließender Bekanntgabe der neuen Miss Lauterecken.