Kusel Kusel: Notarzt muss aus St. Wendel kommen
Das Notarztfahrzeug in Kusel steht im Jahresschnitt an 15 Prozent aller Tage nicht zur Verfügung. Das hat Axel Gilcher, Leiter des Rettungsdienstes beim Roten Kreuz Kaiserslautern, bei einer RHEINPFALZ-Recherche mitgeteilt. Reiner Beck, Regionaldirektor des Westpfalz-Klinikums Kusel, das für die Notarztplanung verantwortlich ist, hat bestätigt, dass es seit einem Jahr Schwierigkeiten gibt, den Notarzt-Dienstplan zu besetzen. Es stünden nicht genug einsatzfähige Ärzte zur Verfügung. Durch Änderungen im Arbeitszeitgesetz seien diese Dienste für Ärzte, die auf eigene Rechnung arbeiteten, nicht mehr so attraktiv.
Kritik an Besetzung des Hubschraubers in Sembach
Gilcher kritisierte weiterhin, dass das Klinikum Notärzte für den Intensiv-Transporthubschrauber in Sembach stellt, der nicht im Landesrettungsdienstplan vorgesehen sei. Dass aber gleichzeitig Notarztfahrzeuge, für deren Besetzung es eine gesetzliche und vertragliche Verpflichtung gebe, vom Einsatz abgemeldet würden.
30 Minuten Warten auf den Notarzt
Diese Defizite waren öffentlich geworden, nachdem sich ein Ehepaar an die RHEINPFALZ gewendet hatte. Dessen frühgeborener Enkel hatte am Wochenende gesundheitliche Probleme bekommen. Während der Rettungsdienst binnen weniger Minuten da war, dauerte es rund eine halbe Stunde, bis ein Notarzt eintraf. Der kam aus St. Wendel, weil das Kuseler Notarztfahrzeug für diesen Abend abgemeldet war.