Kusel Kusel: Fast 36.000 Ruftaxi-Fahrgäste im Vorjahr
Seit bald zehn Jahren sind im Landkreis Kusel Ruftaxen im Einsatz. In den Abendstunden, am frühen Morgen oder am Wochenende ergänzen sie das reguläre Angebot des öffentlichen Nahverkehrs von Bahn und Bus. Und für dieses Angebot gibt es durchaus Nachfrage – vor allem im Nordkreis.
Im vergangenen Jahr nutzten 35.700 Personen die Ruftaxi-Linien, die es im Landkreis gibt, wie Karla Hagner, Sprecherin der Kreisverwaltung, mitteilt. Auf den 21 Ruftaxi-Linien gab es 2017 rund 20.500 Fahrten: „Die Nachfrage nach den Ruftaxis ist seit Jahren gleichbleibend gut.“ Am stärksten frequentiert mit deutlich mehr als 2000 Fahrten war laut einer Übersicht der Kreisverwaltung 2017 die Linie 2968, die von Lauterecken über Cronenberg, Ginsweiler und Nußbach nach Rockenhausen im Donnersbergkreis führt. Auf dieser Linie nutzten im vergangen Jahr 8347 Fahrgäste das Ruftaxi, 2016 waren es 6782. Auf Platz zwei rangiert die Ruftaxi-Linie 2978 mit Start in Altenglan über Niederstaufenbach nach Föckelberg. An dritter Stelle mit knapp 2000 Fahrten folgt die Linie 2967, die von Lauterecken über Grumbach, Kappeln, Hoppstädten, Langweiler und Herren-Sulzbach mit Lauterecken als Endpunkt verläuft.
Unwirtschaftliche Verbindungen gestrichen
Die Nutzerstatistiken wurden ausgewertet. Resultat: Unwirtschaftliche Verbindungen mit geringer Nachfrage seien aus dem Fahrplan genommen geworden, sagt die Sprecherin der Kreisverwaltung. Komplett entfällt demnach ab Juni etwa die Ruftaxi-Fahrt am Sonntagmorgen um 8 Uhr, die die Regiobus-Linie 280 zwischen Kusel und Homburg ergänzt. Im vergangenen Jahr wurde sie nur zweimal in Anspruch genommen. Wichtig aus Sicht der Kreisverwaltung ist es Hagner zufolge, die Grundversorgung mit den Ruftaxis aufrecht zu erhalten. Dies gelte etwa für frühe Fahrten von Pendlern und Auszubildenden zum Bahnhof, die bereits um 4.45 Uhr starten. Dieses Angebot werde sehr gut genutzt.
Preise angepasst
Die Kosten für das Ruftaxi-Angebot betrugen laut Hagner im vergangenen Jahr rund 646.000 Euro. Davon entfielen auf den Landkreis gut 290.000 Euro, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) steuerte 265.000 Euro bei. Das Land beteiligt sich jährlich mit 90.000 Euro. Für 2018 ist der Beitrag des Kreises auf 245.000 Euro geschätzt. Die seit 2015 geltenden Verträge mit den Unternehmen, die an dem Ruftaxi-Service beteiligt sind, laufen laut Kreisverwaltung in der ersten Junihälfte aus. In den neuen Verträgen, die ab 10. Juni für eine Laufzeit von sieben Jahren gelten, wurden die Abrechnungsmodalitäten für die Ruftaxi-Unternehmen vereinfacht. Künftig werden zudem die Preise nach dem Verbraucherpreisindex „Personenbeförderung im Straßenverkehr“ angepasst. Der Kreis der Unternehmen, die Ruftaxi-Linien im Landkreis Kusel bedienen und denen der Kreis je Fahrt eine vereinbarte Vergütung zahlt, bleibt auch nach der Neuvergabe der Aufträge durch den Kreisausschuss unverändert. Dazu gehören die Lauterecker Taxiunternehmen Threin und Wannenmacher, Personenbeförderung Brauer Meisenheim, Taxi Brückner in Matzenbach, Taxi Klauk in Kusel sowie der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes.