Kusel Kusel: Abriss auf Emich-Gelände soll im Herbst beginnen
Auf dem Emrich-Gelände zwischen kleinem Kreisel, Bahnhofstraße und Lehnstraße in Kusel sollen noch in diesem Jahr die Bagger rollen. Das Bauunternehmen Budau mit Sitz in Idar-Oberstein will auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Gelände ein neues Gebäude errichten, in dem unter anderem die 44 Bewohner der Kuseler Lebenshilfe eine neue Bleibe finden werden.
Einige Hürden haben bereits aus dem Weg geräumt werden können, wie Paul Uwe Budau gestern bei der Vorstellung der Pläne in der Kreisverwaltung berichtete. Die Stadt habe auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet, welches darauf fußt, dass das Gelände im Gebiet des Programms Aktive Stadt liegt. Zudem habe er Gespräche mit der Stadt wegen eines Zuschussantrags für den Abriss der Gebäude in der Bahnhofstraße geführt. Wird dieser genehmigt, könne „noch in diesem Jahr mit dem Abriss der alten Bausubstanz begonnen werden“, ergänzte Budau. Allerdings sollen nicht alle Gebäude auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Emrich-Gelände abgerissen werden. Die älteren Gebäude, die sich zur Lehnstraße hin befinden, sollen zunächst stehen bleiben. „Das Grundstück haben wir erworben, das Gebäude werden wir versuchen zu erhalten. Mir gefällt das Haus, das ist ein ordentlicher Massivbau“, schilderte Budau lächelnd. Entlang der Bahnhofstraße soll, wie berichtet, ein neues Gebäude entstehen. Laut den Planungsentwürfen soll dieses im Erdgeschoss Platz für den Einzelhandel bieten, die Bewohner der Lebenshilfe werden das erste und zweite Obergeschoss beziehen. Unklar ist, ob in der dritten Etage noch Eigentumswohnungen gebaut werden. „Wir werden diese nur bauen, wenn wir sie verkaufen können. Aktuell bin ich skeptisch, ob die Nachfrage da ist“, erläuterte der Geschäftsführer des Idar-Obersteiner Bauunternehmens. Ein Fragezeichen steht auch noch hinter der Fassadengestaltung. „In den Plänen ist eine Putzfassade eingezeichnet – unter Vorbehalt. Die endgültige Gestaltung ist etwas, was noch passieren wird“, antwortete der Projektentwickler Torsten Schmeer, Teilhaber der Saarbrücker Firma RS-Immobilien, auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Laut Sanierungssatzung der Stadt müsse sich das Gebäude ins Stadtbild einfügen, ergänzte Budau. Man werde eine Lösung finden, „damit beide Seiten zufrieden sind“. Größter Mieter – im Ende Juli geschlossenen Mietvertrag ist eine Mietzeit von 30 Jahren festgelegt – im neuen Gebäude, das in weniger als zwei Jahren fertig sein soll, wird die Lebenshilfe Kusel sein. Sowohl die 44 Bewohner der bisherigen Wohnstätte im Christian-Böhmer-Weg als auch die Verwaltung und die ambulanten Dienste der Lebenshilfe werden in der Bahnhofstraße dann ein neues Domizil finden. Auf rund 2000 Quadratmetern werden laut Benedikt Quack, Vorstand der Kuseler Lebenshilfe, ein vollstationärer Bereich mit 24 Einzelzimmern, zwei Räume für Kurzzeitpflege sowie drei Appartements – zwei mit acht und eines mit vier Einzelzimmern – entstehen. „Alle Wohnbereiche, auch die Bäder, werden barrierefrei ausgebaut“, berichtete Quack. Für Bewohner, die bereits in Rente sind, wird auf 100 Quadratmetern ein sogenanntes tagesstrukturierendes Angebot integriert – eine Art Aufenthaltsraum, damit „die Leute nicht den gesamten Tag im Zimmer bleiben müssen“, sagte Quack. Nach dem zwischenzeitlichen Schock, als im Juli das gesamte Projekt nach rund drei Jahren Planung und langwierigen Verhandlungen – vor allem wegen der Höhe der Miete – zu platzen drohte (wir berichteten mehrfach), sei man mit dem neuen Investor einen großen Schritt nach vorne gegangen, lobte der Kuseler Lebenshilfe-Vorstand Budau und Schmeer für deren Engagement.