Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Krimi in Erbach mit versöhnlichem Ausgang

Stefan Marx war mit zehn Treffern bester Torschütze der HWE – und brachte sein Team sogar kurz vor Schluss mal in Führung.
Stefan Marx war mit zehn Treffern bester Torschütze der HWE – und brachte sein Team sogar kurz vor Schluss mal in Führung.

Die HWE Erbach-Waldmohr und die HSG Ottweiler-Steinbach lieferten sich am Samstag im Sportzentrum Erbach einen erbitterten Schlagabtausch bis zur letzten Spielminute. Am Ende stand ein 27:27.

Dabei sahen die Gäste lange Zeit wie die deutlichen Gewinner aus. Aber die Mannschaft von Trainer Daniel Thum steckte nicht auf und bewies dem begeisterten Publikum ein großes Kämpferherz. Die beiden Teams trennten sich am Ende 27:27 (9:13). Ottweiler bleibt mit sieben Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze der Verbandsliga-Saar. Die HWE schiebt sich mit diesem Punktgewinn nach oben auf den siebten Platz.

Welche Lehren zieht man aus so einem Spiel? Wohl die: Abgerechnet wird erst nach dem Schlusspfiff. Dass sich die beiden Mannschaften die Punkte teilen würden, damit konnte während des Spiels nicht unbedingt gerechnet werden. vor allem die Zahlen auf der Anzeigetafel sprachen klar dagegen. Von der zweiten und vierten Spielminute einmal abgesehen, hier lag die HWE zunächst 1:0 und dann 2:1 vorne, liefen die Waldmohrer die überwiegende Spielzeit permanent einem Rückstand hinterher. Der Abstand lag kurz vor dem Seitenwechsel sogar bei fünf Treffern.

Der Faktor Emotion

Diese Zahlen isoliert betrachtet, standen die Zeichen doch eher auf Sieg für die HSG Ottweiler-Steinbach. Nun ist Handball aber nicht eine Sportart, die rein über den Rechenschieber entschieden wird. Emotionen sowie die Stimmung in der Halle sind Faktoren, die in einer Handballgleichung eine wesentliche Rolle spielen – so auch in dieser Partie. Anders lässt es sich nämlich nicht erklären, wie Thums Männer beim Spielstand von 23:26 rund sieben Minuten vor Abpfiff fast noch die Sensation geschafft hätten.

Es reichte nicht, dass der Gastgeber durch seine beiden besten Schützen an diesem Nachmittag (David Klein und Stefan Marx, jeweils zehn Treffer) den Rückstand egalisierte, nein, in der letzten Spielminute behielt Marx die Nerven und erzielte sogar die erstmalige HWE-Führung nach fast 56 Spielminuten (27:26). Diesen triumphalen Moment der Heimmannschaft nutzen die Gäste aus Ottweiler allerdings geschickt aus, um ihrerseits nur 15 Sekunden später wieder auszugleichen, was zugleich den 27:27 Endstand markierte.

„Getan, was wir tun können“

Der Ausgleich war laut Trainer Thum der Müdigkeit und damit nachlassender Konzentration seiner Spieler geschuldet. „Wir haben alles gemacht, was derzeit im Rahmen unserer Möglichkeiten liegt. Damit können wir grundsätzlich mit dem heutigen Ergebnis zufrieden sein. Schließlich ist Ottweiler zurecht Tabellenführer“, bestätigte Thum noch.

Auch in diesem Spiel musste die HWE auf etliche verletzte Leistungsträger verzichten. Und da die zweite Mannschaft aktuell auch unterbesetzt ist, hatte Thum drei A-Jugendspieler (Rokas Vaitekunas, Glen Luga und Maximilian Gast) eingesetzt. Ein Sonderlob sprach der Trainer dabei vor allem Vaitekunas aus, der seine Aufgaben besonders gut erledigte und entscheidend zur Verbesserung des Innenblocks beitrug.

Kommenden Samstag steht schon das nächste schwere Heimspiel an. Dann ist der aktuelle Tabellenvierte HC Dillingen/Diefflen 2 zu Gast in Erbach.

So spielten sie

HWE: Mathei, Fuchs Marco – Marx (10), Vaitekunas, Gast, Jungblut, Eder, Mayer (5), Klein (10), Luga, Fuchs Philipp, Mathieu, Stemler (1),

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