Kusel Kreis profitiert von dem, was sich in Kaiserslautern tut

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Kusel ist gut ins neue Jahr gestartet. Diese Bilanz hat Hans-Joachim Omlor, Chef der Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens, im Gespräch mit der RHEINPFALZ gezogen. Er sagt auch: Was sich derzeit in der Stadt Kaiserslautern tut, ist auch gut für den Kreis Kusel.
Schon 2014 war – erneut – ein ausgesprochen positives für den Kuseler Arbeitsmarkt. Im Schnitt waren nur noch 1839 Menschen erwerbslos gemeldet; 87 weniger als im Jahresmittel 2013. Die Arbeitslosenquote lag damit erstmals im Jahresschnitt unter der Fünf-Prozent-Marke; exakt bei 4,9 Prozent. Die gute Entwicklung ist vor allem auf Besserung für Kurzzeitarbeitslose zurückzuführen. Sie profitierten am meisten von der guten Konjunktur. „Beim SGB II hingegen treten wir auf der Stelle“, sagt Omlor. SGB II bedeutet: Menschen, die auf Grundsicherung (Hartz IV) angewiesen und die zumeist schon sehr lange ohne Job sind. Ihre Zahl hat sich nur um zehn auf 807 im Jahresschnitt reduziert. Auffällig in der Statistik ist, dass es sogar mehr ältere (über 50 Jahre alt) Langzeitarbeitslose gegeben hat als 2013. So sehr dieser Wermutstropfen den Agenturleiter stört, die Gesamtsituation stimmt ihn zufrieden – sowohl in der Region wie auch im Kreis Kusel. Er ist richtig verärgert, wenn man von der strukturschwachen Westpfalz spricht: „Das geht mir auf den Senkel.“ Die Arbeitslosenquote liege hier bei 6,9 Prozent und bundesweit nur 0,1 Prozentpunkte besser. Die Lücke ist also nicht mehr groß. Die deutlich besseren Zahlen liegen laut Omlor vor allem an dem, was sich in Kaiserslautern tue – und die Besserung sei bei weitem nicht am Ende. „Dass jetzt die Mall aufgemacht hat, dass im Spätsommer Ikea öffnet mit rund 150 Arbeitsplätzen, das alles tut dem Arbeitsmarkt in der ganzen Region gut. Auch Kusel.“ Er erwartet deshalb angesichts einer soliden Konjunktur weiter sinkende Arbeitslosenzahlen – auch bei den Hartz-IV-Betroffenen. Und Kusel könne davon besonders profitieren, weil die Arbeitnehmer hier bekannt pendelwillig seien. 2014 verdienten nur 8635 Landkreis-Bewohner ihre Brötchen in den Kreisgrenzen, hingegen pendelten 17.543 aus. Die meisten (4180) in den Saar-Pfalz-Kreis, dahinter folgt mit 3529 Kaiserslautern. Tendenz mutmaßlich weiter steigend, wenn im erwarteten Maße Stellen vor allem im Handel aufgebaut werden. Im Kreis selbst hat sich die Anzahl der Arbeitsstellen einigermaßen stabilisiert. Einige der Quartalszahlen 2014 sind sogar geringfügig besser als die des Vorjahres. Ende September 2014 – aktuellere Zahlen liegen nicht vor, weil hier die Statistik der Realität um etwa ein halbes Jahr hinterherhinkt – waren innerhalb der Kreisgrenzen 12.122 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im September 2013 waren es 12.284 gewesen. Zum positiven Gesamtbild trägt auch der Stellenmarkt bei. Seit Jahresbeginn sind der Agentur 190 zu besetzende Jobs im Kreis gemeldet worden; acht mehr als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr – und da war schon ein Aufschwung gegenüber 2013 zu registrieren. Vor allem das produzierende Gewerbe sucht mit 66 Stellen neue Mitarbeiter. Schwierig wird so langsam ein anderes Thema: der Ausbildungsmarkt. Denn es gibt immer mehr Stellen, aber immer weniger Bewerber im Kreis. Die Anzahl der Bewerber sank von 425 auf 363, die Anzahl der Stellen stieg von 179 auf 203. Leider gelte, sagt Omlor, die bewährte duale Ausbildung bei jungen Leuten immer mehr als uncool. Folglich bewerben sich hier immer weniger Jugendliche für eine Lehrstelle, gehen lieber weiterhin zur Schule. Omlor: „Es wird immer schwieriger, die Firmen mit Nachwuchs zu versorgen.“ (wop)