Kusel
Kolumne zum Wochenende: Über Neujahrsvorsätze und Bodenrichtwerte
Neujahrsvorsätze: Auch vorbei
18 Tage ins neue Jahr hinein – und wie sieht es bei Ihnen mit den guten Vorsätzen aus? In der sich dem Ende entgegenneigenden Woche wurden mir meine leicht gemacht: Bei teils strahlendem Sonnenschein war der Morgenspaziergang einfach herrlich. Mehr Bewegung: check. Ob das auch zur gewünschten Gewichtsreduktion führt – wir werden sehen.
Mitte der Woche habe ich jedenfalls aufgehört, „Frohes neues Jahr“ zu wünschen. Ist ja dann irgendwann auch vorbei, die Neujahrseuphorie. Noch nicht vorbei ist allerdings die Zeit der Neujahrsempfänge, der nachgeholten Weihnachtsfeiern und der Ausblicke, die wir Ihnen für Verbandsgemeinden und Städte im Kreis bieten.
Dass die verantwortlichen Politiker die Region für Bewohner wie Besucher attraktiver gestalten wollen, ist dabei immer wieder zu hören. Klar, es ist ja auch ihre Aufgabe. Aber daraus spricht auch der Wille und das Bewusstsein: Wenn wir nichts tun, um Menschen hier zu halten und hierher zu locken, dann wird es bald düster bei uns aussehen.
Bodenrichtwerte: Helles Land
15 Euro pro Quadratmeter Bauland in Thüringen als krassen Gegenpol zu 1000 Euro und mehr in München – Mitte Dezember gingen diese Zahlen durch die Medien, nachdem ein Bericht über den Immobilienmarkt in Deutschland von amtlichen Gutachterausschüssen in Berlin vorgelegt worden war. Haben Sie da auch gedacht „Da sind wir hier mancherorts gar nicht so weit davon weg“?
In der Studie gibt es eine Landkarte: hell jene Landkreise mit niedrigen Grundstückspreisen, dunkler da, wo es teurer ist. Zum Hintergrund: Wo die Leute gerne leben wollen, wo die Nachfrage hoch ist, sind es auch die Preise. Der Kreis Kusel hat nicht die allerhellste Kategorie (niedrige Bauland-Preise), aber der nördlich von uns gelegene Kreis Birkenfeld. Doch es gibt auch dunkle Flecken um uns – was man von Ostdeutschland nicht sagen kann, da ist es fast durchgängig hell, da will kaum wer hin. Will sagen: Nicht jammern, anderswo sieht es auch/noch übel/übler aus.
Die genauen Werte für den Kreis Kusel sind nun abrufbar auf www.geoportal.rlp.de – oder zu erfragen beim Vermessungs- und Katasteramt. Und die gehen teils ganz schön in den Keller: 18 Euro in Nußbach oder 16 Euro in Hohenöllen werden da als Bodenrichtwerte aufgerufen. Die werden aus vorherigen Grundstücksverkäufen ermittelt und dienen als Anhaltspunkte für künftige.
Es ist nicht überraschend, dass die Preise für Wohnbauflächen im Kreis wenig stiegen – aber immerhin erstmals wieder seit Jahren, vor allem im Südkreis. Es verwundert auch nicht, dass Bauland im Nordkreis selten für mehr als 50 Euro pro Quadratmeter weg geht. Und ist das jetzt gut oder schlecht?
Es fällt mir etwas schwer, der Theorie zu folgen, wonach diese niedrigen Preise nun auch Anreiz für Investoren sein können. Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass es denen in den Großstädten immer schwerer gemacht wird, dass dort unter den Vermietern Sorge umgeht, ob wegen Mietpreisbremsen und ähnlichem überhaupt noch Gewinn zu machen ist. Dafür im Kreis Kusel?
Einer, der das probiert hat, tritt nun den Rückzug an. Oder versucht es zumindest. Er will das Lauterecker Turnerheim wieder verkaufen. Es hat dem Münchner kein Glück gebracht – und wohl auch kein Geld. Ob er es jetzt für einen Preis wieder los kriegen wird, der generell im Ort für zu hoch gehalten wird?
Dass die Stadt spontan zugreift, um doch dort eine Stadthalle zu verwirklichen, ist nach den Einlassungen von Stadtbürgermeisterin Isabel Steinhauer-Theis herzlich unwahrscheinlich. Also doch ein Investor von außerhalb? Wir werden dran bleiben und sind gespannt.